Die AVS-Drogenambulanz „Roots“ in Villach feierte am Mittwoch ihr 20-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde die umfassende Erweiterung der Einrichtung offiziell vorgestellt: Durch den Ausbau stehen künftig insgesamt 200 zusätzliche Behandlungsplätze in den AVS-Drogenambulatorien in Villach und Klagenfurt zur Verfügung. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner würdigte die wichtige Arbeit der Einrichtung und betonte die große Bedeutung eines flächendeckenden Suchthilfeangebots.
„Die AVS-Drogenambulanz ,Roots‘ ist seit zwei Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil der Kärntner Suchthilfe. Der Ausbau ist ein klares Bekenntnis des Landes zu einer modernen, niederschwelligen und menschlichen Versorgung für Betroffene“,
so Prettner.
Ausbau als Antwort auf steigenden Bedarf
Bereits im ersten Jahr wurden in der Drogenambulanz „Roots“ in Villach 162 Klientinnen und Klienten betreut. Aufgrund des kontinuierlich steigenden Bedarfs erfolgte 2011 die Übersiedelung in die Jakob-Ghon-Allee, weitere räumliche Erweiterungen folgten ab 2019. Mit dem jüngsten Ausbau steht nun eine moderne Einrichtung mit insgesamt 700 Behandlungsplätzen zur Verfügung, davon 400 Plätze für Menschen in Substitutionsbehandlung. Die Zahl der Behandlungsplätze wurde in Villach von 200 auf 400 erhöht, in Klagenfurt von 700 auf 1.000 Plätze.
„Der steigende Bedarf zeigt deutlich, wie wichtig gut ausgebaute Suchthilfeangebote sind, die Betroffene möglichst früh ambulant begleiten. Deshalb haben wir das Angebot in ganz Kärnten in den vergangenen Jahren konsequent erweitert“,
erklärt Prettner. Insgesamt stehen in Kärnten damit rund 2.320 Behandlungs- und Beratungsplätze im Bereich der Suchthilfe zur Verfügung.
Moderne Versorgung und Hilfe, die Leben retten kann
Neben Beratung und Behandlung bietet die AVS-Drogenambulanz „Roots“ auch einen Spritzentausch zur Vermeidung von Infektionskrankheiten an. Darüber hinaus wird Naloxon-Nasenspray verschrieben, das bei einer drohenden Opioid-Überdosierung im Ernstfall Leben retten kann. Durch die personelle und räumliche Erweiterung konnten auch die medizinischen Leistungen ausgebaut werden.
„So sind nun beispielsweise regelmäßige Blutbild- und EKG-Kontrollen möglich, die einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten“,
erklärt Gerald Kattnig, Leiter der AVS-Drogenambulanz.
Suchthilfe muss sich weiterentwickeln
Veränderte Konsumgewohnheiten und die zunehmende Verbreitung synthetischer Drogen stellen das Suchthilfesystem vor neue Herausforderungen. Für Prettner ist deshalb klar, dass die Angebote laufend weiterentwickelt werden müssen.
„Suchterkrankungen verändern sich und unsere Angebote müssen Schritt halten. Gerade bei komplexen Abhängigkeitserkrankungen braucht es langfristige und individuell abgestimmte Betreuung. Genau hier leistet die AVS-Drogenambulanz ,Roots‘ seit 20 Jahren hervorragende Arbeit“,
betont die Gesundheitslandesrätin abschließend.