Mit dem Spatenstich für die Revitalisierung der Drau im Bereich Lendorf bis Baldramsdorf startet derzeit Kärntens größtes Revitalisierungsprojekt. Ziel ist es, die Drausohle nachhaltig zu stabilisieren, die Hochwassersicherheit langfristig zu stärken und den ökologischen Zustand der Drau im Projektgebiet deutlich zu verbessern.
„Die Drau ist Lebensader, Naturraum und ein Stück Identität für das Drautal. Mit diesem Projekt verbinden wir die Sicherheit der Menschen mit mehr Raum für die Natur. Als ehemalige Bürgermeisterin weiß ich, wie wichtig solche Maßnahmen für die Gemeinden, für die Bevölkerung und für kommende Generationen sind“,
betonte Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger anlässlich des Spatenstichs.
Warum Revitalisierung notwendig ist
Die Revitalisierungsmaßnahmen basieren auf einem Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementplan für die Obere Drau. Regulierungen, ein eingeengtes Flussbett und Sohlerosion haben den Flussraum über Jahrzehnte hinweg verändert; frühere Seitenarme, Auengewässer und Lauenbäche existieren heute nur noch in Resten. Bundesminister Norbert Totschnig betont, dass mit solchen Projekten die Bevölkerung wirksam geschützt und gleichzeitig ein erheblicher Mehrwert für Natur und Gesellschaft geschaffen wird. Die Hochwasser-Ereignisse der jüngeren Vergangenheit – wie auch 2023 in Kärnten – zeigen deutlich: Die umgesetzten Projekte verhindern Schäden in Millionenhöhe, gleichzeitig entstehen neue, attraktive Lebens- und Erholungsräume.
Was konkret umgesetzt wird
Auf einer Länge von rund 4,5 Kilometern und einer Fläche von etwa sechs Hektar werden neue Lebensräume geschaffen und die Drau stabilisiert. Rechtsufrig wird das Abflussprofil in zwei Abschnitten verbreitert und zwei Nebenarme werden an die Drau angebunden. Im Bereich Berger Puszta wird zudem ein für die Drauauen typischer Lauenbach wiederhergestellt. Dort werden auch naturschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau der Umfahrung Greifenburg (B100 Drautalstraße) umgesetzt, wodurch bauliche Synergien genutzt werden. Linksufrig werden Maßnahmen zur Sicherung der ÖBB-Trasse umgesetzt. Private Flächen werden dafür nicht benötigt.
Investition in Sicherheit, Natur und Region
Die Umsetzung erfolgt in drei Bauabschnitten, die bis 2028 abgeschlossen sein sollen. Insgesamt werden rund acht Millionen Euro investiert. Den überwiegenden Teil davon trägt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz sowie Regionen und Wasserwirtschaft, rund zehn Prozent übernimmt die Verbund AG. In diesem Zeitraum werden rund 150.000 Kubikmeter Aushubmaterial bewegt und abtransportiert. Zur Ufersicherung und Strukturierung der neuen Böschungen werden rund 20.000 Kubikmeter Steinmaterial eingebaut. Neben der Verbesserung des ökologischen Zustands und der langfristigen Stabilisierung der Drausohle wirkt das Projekt auch in der Region: Die Investition stärkt die regionale Wirtschaft und trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Die technische und finanzielle Organisation obliegt der Abteilung 12 Wasserwirtschaft der Wasserbau Kärnten, Unterabteilung Spittal an der Drau. Projektleiter ist Herbert Mandler.
„Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt mit Fachwissen, Weitblick und regionaler Verantwortung vorantreiben. Die Drau erhält hier wieder mehr Raum, wovon die Menschen, die Natur und das gesamte Drautal profitieren“,
so Lagger-Pöllinger.