Seit Donnerstagabend kämpfen hunderte Einsatzkräfte gegen den Waldbrand im Lesachtal. Mittlerweile konnte das Feuer auf rund 110 Hektar eingegrenzt werden. Die Einsatzleitung zeigt sich zuversichtlich, dass im Laufe der Woche endgültig „Brand aus“ gegeben werden kann. Feuerwehr- und Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner verschaffte sich persönlich einen Überblick über die Lage und informierte gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Einsatzleitung, Verwaltung und Feuerwehr über den aktuellen Stand. Sein Dank galt dabei allen Kräften, die seit Tagen unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz stehen:
„Mein größter Respekt an alle, die hier so hervorragende Arbeit leisten.“
Gleichzeitig richtete Fellner einen eindringlichen Appell an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: „Wir brauchen sie dringend“, so der Landeshauptmann mit Blick auf die vielen freiwilligen Feuerwehrleute, die für den Einsatz freigestellt werden müssen. Das Land Kärnten unterstützt diesen Einsatz auch finanziell – mit einer Entschädigung von 200 Euro pro Person und Tag.
Auf Hochtouren
Der Einsatz läuft weiterhin auf Hochtouren: Heute sind die KAT-Züge aus St. Veit und Feldkirchen mit 100 Personen im Einsatz. Von Italien seien die Canadair-Löschflugzeuge angeboten worden, so Fellner weiter. „Wir haben uns aber aus rein rechnerischen Gründen dagegen entschieden“, sagte er. Mit den aktuell sieben eingesetzten Hubschraubern – drei vom Bundesheer, vier von der Polizei – schaffe man einen gigantischen Umlauf:
„In fünf Minuten sind es rund 6.000 Liter Wasser.“
Die Canadair-Maschinen würden für die selbe Menge eine halbe Stunde benötigen, außerdem müssten bei ihrem Anflug die Hubschrauber aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben. Der Landeshauptmann erklärte außerdem, dass bei Waldbränden ab 30 Hektar der Bund die Kosten für den Einsatz übernehme.
„Wir haben der Gemeinde angeboten, ihr als Land Kärnten die hier eingesetzten Mittel vorzustrecken. Dann werden wir alles mit dem Bund in guter Gemeinschaft abrechnen“,
so Fellner. Auch Bezirkshauptmann Heinz Pansi hob die außergewöhnliche Zusammenarbeit hervor:
„Es ist uns gelungen, Gefahren für Leib und Leben abzuwehren.“
Besonders bemerkenswert sei, dass es bislang keine Verletzten gegeben habe – ein Verdienst der professionellen Einsatzkoordination und der hervorragenden Ausbildung aller Beteiligten.
Knochenarbeit
Mit dem Fortschreiten der Löscharbeiten beginnt nun die nächste Phase des Einsatzes. Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin sprach von der bevorstehenden „Knochenarbeit der Bodentruppen“, die in den kommenden Tagen entscheidend sein werde. Für die betroffene Region bleibt die Situation dennoch ernst. Lesachtals Bürgermeister Bernhard Knotz bezeichnete den Waldbrand angesichts bereits bestehender Schäden durch Sturmereignisse und Borkenkäfer als große Herausforderung für die bäuerlichen Betriebe. Die kommenden Tage werden nun entscheidend sein. Die Einsatzkräfte arbeiten weiterhin rund um die Uhr daran, den Brand vollständig zu löschen – getragen von einem breiten Zusammenhalt über Gemeinde-, Landes- und Bundesgrenzen hinweg.