06.12.2018

„Masterplan Pflege“: Lohndrücker Pflegeversicherung ist ein No-Go!

Kärntner Gesundheitsreferentin, LHStv.in Beate Prettner, warnt vor Einführung einer Pflegeversicherung: Faktor Arbeit darf nicht weiter belastet werden. Stattdessen soll Erhöhung des Pflegegeldes Pflege Zuhause attraktivieren.

Überschriften statt Inhalte – die heute von Türkis-Blau präsentierten Ideen für die Zukunft der Pflege verdienen alles andere als das Prädikat ‚Masterplan‘; vielmehr sind es in den Raum geworfene Schlagworte“, sagt die Kärntner Gesundheitsreferentin Beate Prettner.

Als „inakzeptabel“ bezeichnet Prettner die angedachte Einführung einer Pflegeversicherung: „Österreich ist weltweit im Spitzenfeld, was die Belastung des Faktors Arbeit betrifft. Den Menschen bleibt von den jährlichen Lohnerhöhungen so gut wie nichts; der Nettoreallohn tritt seit Jahren de facto auf der Stelle. Eine weitere Steuerlast wäre fatal“, warnt Prettner. Sie wundert sich, dass die Bundesregierung immer dann, wenn es um Entlastungsmaßnahmen von Konzernen geht, „sehr kreativ sein kann. So hat alleine die Senkung der Körperschaftssteuer den Großbetrieben zwei Milliarden Euro gebracht. Wo aber bleibt die Kreativität bei der Finanzierung der Pflege?“ Laut Prettner könnte mit einer zusätzlichen Milliarde vieles bewegt werden: „Überfällig ist eine Erhöhung des Pflegegeldes in allen sieben Pflegegeldstufen. Diese Anhebung würde vor allem die Pflege Zuhause bedeutend erleichtern. Zum einen könnten verstärkt Mobile Dienste, stundenweise Betreuungen und Tagesstätten in Anspruch genommen und damit pflegende Angehörige entlastet werden; zum anderen könnten sich mehr Menschen eine qualifizierte 24-Stunden-Betreuung leisten.“

Für die Kärntner Gesundheitsreferentin steht außer Zweifel: „Die Zukunft der Pflege bedeutet, Pflege in den eigenen vier Wänden so lange  es geht möglich zu machen. Wir in Kärnten gehen mit der Pflegenahversorgung genau diesen Weg. So genannte Kümmerer bzw. Pflegekoordinatoren loten vor Ort den Pflegebedarf aus, sodass wir in den Regionen ganz gezielt die benötigten Maßnahmen anbieten können“, erklärt Prettner.

Die von der Bundesregierung geforderte Pflegehotline hat Kärnten schon lange umgesetzt: „Wir bieten in den Bezirken mit den so genannten GPS Anlaufstellen für alle Fragen rund um die Pflege. Zudem haben  wir das tägliche, kostenlose  Pflegetelefon eingerichtet – eine Hotline, die Betroffenen Auskünfte und konkrete Hilfestellungen gibt.“

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