Kinder-Stipendium ermöglicht beitragsfreie Kinderbetreuung



„Jedes Kind soll die gleichen Chancen im Leben erhalten“ - Bildungsreferent LH Peter Kaiser im Gespräch darüber, wie er Kärnten zur kinderfreundlichsten Region Europas machen möchte.

Warum ist Ihnen die elternbeitragsfreie Kinderbetreuung so wichtig?
LH KAISER: Ich weiß auch heute noch, dass sich meine Mutter den Kindergarten für mich nicht leisten konnte. Deshalb habe ich alleine im Hof Fußball gespielt, während meine Freunde den Vormittag gemeinsam im Kindergarten verbrachten haben. Darum ist das Thema Kinderbetreuung für mich eine Herzensangelegenheit. Auch weil ich in vielen Gesprächen mit jungen Kärntner Paaren immer wieder die gleichen Rückmeldungen erhalte. Viele schrecken aufgrund der Hürden bei der Kinderbetreuung vor der Gründung einer Familie zurück. Oder ein Elternteil schafft den beruflichen Wiedereinstieg nicht mehr, da sich die Familie den Kindergarten schlicht nicht leisten kann. Hier arbeiten wir laufend an Verbesserungen, denn jedes Kind soll die besten Chancen bekommen. Schließlich ist eine hochwertige Kinderbetreuung der optimale Start ins Bildungsleben – und eine gut ausgebildete junge Generation ist das Fundament, auf dem Kärnten seine Zukunft aufbauen kann.

Was ist in puncto elternbeitragsfreier Kinderbetreuung geplant?
Schon heuer – mit dem Beginn des Kindergartenjahrs 2018/19 – läuft ein Pilotprojekt an, das den durchschnittlichen Elternbeitrag von öffentlichen Einrichtungen elementarer Bildungseinrichtungen um die Hälfte reduziert. Das umfasst also neben Kindergärten und Kindertagesstätten auch Tagesmütter- und väter. Konkret heißt das: Die Eltern haben nur mehr die Hälfte der durchschnittlichen Betreuungskosten zu tragen. Davon werden einerseits 16.000 Kinder in ganz Kärnten profitieren. Andererseits entlastet das ihre Eltern finanziell massiv und ermöglicht zudem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kärnten wird die elternbeitragsfeie Kinderbetreuung rund 14 Millionen Euro jährlich kosten. Das ist zweifellos viel Geld – aber das muss uns die Zukunft unserer Kinder wert sein.

Was sind die nächsten Schritte?
Unser Plan ist es, dass der durchschnittlichen Elternbeitrag ab dem Kindergartenjahr 2019/2020 komplett entfallen soll. So ist sichergestellt, dass wirklich jedes Kind die Möglichkeit bekommt, einen Kindergarten zu besuchen. Denn der Erfolg der jungen Generation darf nicht von der Größe der Brieftasche der Eltern abhängen. Nach einer Pilotphase wollen wir über den SPÖ-Landtagsklub einen Gesetzesantrag im Kärntner Landtag einbringen.

Förderrichtlinien Kärntner Kinder Stipendium!

Häufig gestellte Fragen - dazu die Antworten:

Was ist das Kinder-Stipendium? (KiStip)

Mit dem Kärntner Kinder-Stipendium (KiStip) sorgen die SPÖ Kärnten und Landeshauptmann Peter Kaiser für eine massive finanzielle Entlastung der Eltern in Kärnten. Wir möchten jedem Kind die gleiche Chance geben, unabhängig davon wieviel die Eltern verdienen. Mehr als 16.000 Kinder in ganz Kärnten werden davon profitieren.

Wo muss ich das Kinder-Stipendium beantragen?

Das Kärntner Kinder-Stipendium muss nicht beantragt werden. Es wird direkt zwischen dem Land Kärnten und den Betreuungseinrichtungen abgerechnet. Den Eltern entsteht also kein Aufwand.

Für welche Einrichtungen gilt das Kinder-Stipendium?
  • Krippe und Kindertagesstätte
  • Kindergarten und Alterserweiterte Einrichtung (inkl. verpflichtendes Kindergartenjahr
  • Tagesmütter/-väter

* Gesetzliche Grundlagen und Begriffe siehe ganz unten.

Wann kommt das Kinder-Stipendium?

Herbst 2018. Wir reduzieren den Beitrag der Eltern (exkl. Essenskosten) in den Kinderbetreuungseinrichtungen um die Hälfte des Durchschnittswertes.*

* Tagesmütter/-väter € 0,50/Std. - 2018/19

Was bedeutet Durchschnittswert?

Haben Sie gewusst, dass in Kärnten die monatlichen Kosten für z.B. Kindergärten zwischen € 85 und € 400 liegen? Um es so fair wie möglich zu machen, haben wir die durchschnittlichen Kosten der verschiedenen Betreuungseinrichtungen zur Berechnung herangezogen und den durchschnittlichen Beitrag der Eltern in Kärnten berechnet. Der Essensbeitrag von € 55 (bei Ganztagsbetreuung) wird weiterhin von den Eltern zur Gänze entrichtet und wird bei den Berechnungen immer vorab abgezogen.

Wie hoch sind die Durchschnittswerte in Kärnten?

Die Durchschnittswerte – jeweils ohne Essensbeitrag - monatlich je Betreuungseinrichtung in Kärnten sind:

Krippe und Kindertagesstätte für 0- bis 3-Jährige:
Halbtags 20-35 Wochenstunden: € 140
Ganztags mehr als 35 Wochenstunden: € 210

Kindergarten und Alterserweiterte Einrichtung für 3- und 4-Jährige:
Halbtags 20-35 Wochenstunden: € 85
Ganztags mehr als 35 Wochenstunden: € 125

Kinder im verpflichteten letzten Kindergartenjahr für 5-Jährige:
Halbtags 20-35 Wochenstunden: € 85 zahlt bereits der Bund
Ganztags mehr als 35 Wochenstunden: Aufzahlung € 42

Wie unterstützt das Kinder-Stipendium die Betreuung meiner Kinder durch Tagesmütter/-väter?

Bereits jetzt wird seitens des Landes die Betreuung durch die AVS-Tagesmütter/-väter stark gefördert; zukünftig wird jedes Kind zusätzlich mit € 0,50 pro Betreuungsstunde bei einem Besuch von mind. 60 Stunden pro Monat unterstützt.

Gilt das auch für meinen privaten Betreuungsplatz?

Das Stipendium gilt sowohl für private als auch für öffentliche Betreuungsplätze welche die erforderlichen Standards erfüllen. Näheres hierzu unter gesetzliche Grundlagen und Begriffe. (siehe ganz unten)

Wieviel bekomme ich nun gefördert?

Zur einfachen Berechnung haben wir einen Online-Kalkulator für Sie bereit gestellt:
Zum Kalkulator

Gibt es das Kinder-Stipendium auch für die Betreuung im Hort? (Kinder im VS & MS-Alter)

Das ist der SPÖ Kärnten und unserem Landeshauptmann Peter Kaiser ein großes Anliegen. Wir werden hart dafür arbeiten, die benötigten finanziellen Mittel in Zukunft dafür bereitzustellen. Die schulische Tagesbetreuung soll ausgebaut werden, auch dadurch reduzieren sich die Elternbeiträge.

Gesetzliche Grundlagen und Begriffe

Kärntner Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz (K-KBBG):
Die gesetzliche Grundlage für das Kärntner Kinder-Stipendium bildet das K-KBBG.

Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen:
Elementare Bildungseinrichtungen, welche lt. Kärntner Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz (K-KBBG) seitens der Kärntner Landesregierung bewilligt wurden und Kinder zwischen dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum Schuleintritt zur Bildung und Betreuung aufnehmen.

Tagesmütter/Tagesväter:
lt. K-KBBG persönlich und fachlich geeignete Personen, welche den gesetzlichen Bestimmungen betreffend der Ausbildung und des Raumprogrammes entsprechen und seitens des Landes bewilligt wurden.

Träger/Rechtsträger: Natürliche oder juristische Personen, welche dem § 4 des Kärntner Kinderbildungs- und betreuungsgesetz entsprechen und elementare Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen führen bzw. betreiben. Dies können Gemeinden oder private Einrichtungen sein.

Elternbeiträge: Die monatlich von Eltern oder Erziehungsberechtigten von den Rechtsträgern der jeweiligen Institutionen erhobenen Tarife für den Besuch eines Kindes in einer elementaren Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtung. Die Tarife werden von den Trägern mit Verordnung festgesetzt. Verpflegungskosten und Kosten für spezifische Angebote gelten nicht als Elternbeiträge und sind von der Förderung ausgenommen.

 

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