Zwischenbilanz Kulturstrategie: Über 1.000 Teilnehmende bei Zukunftsforen
LH Peter Kaiser und Brigitte Winkler-Komar (Fotohinweis: LPD Kärnten/Jannach)
Kärnten arbeitet an einer neuen Kulturstrategie: Der Weg dorthin führt über einen partizipativen Prozess in sechs Zukunftsforen in den Regionen des Landes mit anschließenden Kunst- und Kulturwerkstätten. Gestartet wurde diese neue Herangehensweise im Feber 2024, beendet werden soll sie mit einer großen Schlussveranstaltung im Frühsommer 2026. Gestern zogen Kulturreferent LH Peter Kaiser und die Leiterin der Kulturabteilung des Landes, Brigitte Winkler-Komar, eine Zwischenbilanz im Spiegelsaal der Landesregierung.
„Wir haben diesen Weg erstmalig eingeschlagen, um so viele Menschen, Meinungen und Sichtweisen wie nur möglich einzufangen, mit dem Ziel eine nachhaltige Kulturstrategie verabschieden zu können. Wir haben diesen Prozess im Feber 2024 gestartet, um eine grundlegende Reform der Kulturarbeit einzuleiten, um gemeinsam mit wichtigen Playern, mit Kunst- und Kulturschaffenden aus allen Bereichen, die Herausforderungen und Chancen der Kulturarbeit zu erörtern und daraus zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten und auch, um einen konsequenten und dauerhaften Dialog zu installieren“,
sagte Kaiser bei der Präsentation.
Winkler-Komar unterstrich den erfolgreichen partizipativen Weg der Erarbeitung von Schwerpunkten und Maßnahmen der künftigen Kulturarbeit.
„Über 1.000 Teilnehmende haben wir in den ersten vier Zukunftsforen in Kärntens Regionen gezählt, zwei stehen noch aus. Jetzt, eineinhalb Jahre nach Start präsentieren wir nicht nur den Status Quo, sondern auch erste, konkrete Maßnahmen, die schon in Umsetzung gehen“,
so die Leiterin der Kulturabteilung.
Nach all den stattgefundenen Zukunftsforen werden die erarbeiteten Inhalte in sogenannten Kunst- und Kulturwerkstätten aufbereitet, entstehen laut Kaiser permanent Berichte, die an das Kulturgremium ebenso gehen wie an den Landtagsausschuss für Kultur,
„um auch die Opposition in die gesamte Vorgehensweise einzubinden und um damit noch einmal die Breite der Entstehung zu dokumentieren“,
so Kaiser.
Der Landeshauptmann präsentierte zwei von sieben konkreten Maßnahmen aus dem bisher Erarbeiteten, die in Umsetzung gehen, während die Zukunftsforen noch ihre Fortsetzung finden.
„Am 15. Juni, dem Tag der Volkskultur, findet der erste Tag der Tracht in Kärnten statt. Tracht ist Identität, Regionalität und macht Geschichte des Landes sichtbar. Diese Trachtenpräsentation wird kuratiert von Designerin Andrea Plieschnegger.“ Winkler-Komar hielt fest, dass „ein direkter und dauerhafter Dialog mit der ARGE Volkskultur, zu Themen wie der Nachwuchsfindung oder der Veranstaltungen in den Gemeinden und deren Sichtbarmachung, ein Ausfluss der bisherigen Zukunftsforen war und beibehalten wird“.
Eine weitere aktuelle Maßnahme sei laut Kaiser Kärntens Teilnahme an der österreichweiten Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“, durch die IG KIKK und das Kärntner Armutsnetzwerk. Kaiser zitierte die IG KIKK:
„Mit der Umsetzung von Hunger auf Kunst und Kultur wird Kärnten Koroška als letztes Bundesland Teil einer etablierten, österreichweiten Initiative zur Stärkung kultureller Teilhabe. Der Start erfüllt eine langjährige kulturpolitische Forderung und zeigt, dass zivilgesellschaftliches Engagement politische Veränderungen anstoßen kann. Wir begrüßen die Aufnahme in die Kulturstrategie als Bekenntnis zu einer leichteren Zugänglichkeit zu kulturellen Angeboten – unabhängig von schwierigen sozialen oder finanziellen Lebenssituationen.“
Fix installiert werden ab sofort, als Ausfluss aus den Zukunftsforen, außerdem die Bereitstellung von Räumlichkeiten in der Burg in Klagenfurt für die Freie Szene, die Miete wird von der Kulturabteilung getragen. Außerdem wird es Qualifikationsworkshops geben. „Tatsächlich haben die Zukunftsforen gezeigt, dass die Visibilisierung in Kunst und Kultur, vor allem im Bereich der sozialen Medien eine Herausforderung ist, der wir uns stellen müssen. Diese Workshops werden allen aus allen Bereichen online zur Seite gestellt, damit Kärntens umfangreiche Kulturtätigkeit besser sichtbar wird“, hielt Winkler-Komar fest.
Eine Rechtsberatung werde zwei Mal im Monat mit je zwei Sunden installiert, um Kunst- und Kulturschaffenden Grundlagen zu liefern in Fragen von beispielsweise Verwertungsrechten, Urheberrechten oder Mietverträgen. Am 22. September wird es eine „Mini-EU-Messe“ geben mit entsprechenden Experten, damit Kunst- und Kulturschaffende einen Weg zu EU-Förderungen finden.