Wie aus Wohnträumen zukunftsfähige Lebensräume werden
Architekt Gerhard Kopeinig, LRin Marika Lagger Pöllinger, Bürgermeisterin Margit Heissenberger und Raffaela Lackner. Foto: Büro LRin Lagger-Pöllinger
In der Musikschule Velden wurde am Mittwoch die Ausstellung „Suburbia – Gebaute Träume. Zukunft Einfamilienhaus“ eröffnet. Die Wanderausstellung des Architekturzentrums Wien ist vom 28. Mai bis zum 15. Juni 2026 erstmals in Kärnten zu sehen. Sie widmet sich einem Thema, das viele Menschen unmittelbar betrifft: dem Traum vom eigenen Haus und der Frage, wie sich dieser Wohntraum mit Baukultur, einem sorgsamen Umgang mit Grund und Boden, lebendigen Ortskernen und neuen Lebensmodellen verbinden lässt.
Vorzeigeprojekt
Mit der Musikschule Velden wurde bewusst ein baukulturelles Vorzeigeprojekt als Ausstellungsort gewählt. Die Ausstellung zeigt, wie stark das Einfamilienhaus seit der Nachkriegszeit unsere Orte, Landschaften und unsere Vorstellungen vom Wohnen geprägt hat. Gleichzeitig rückt sie aktuelle Herausforderungen wie Flächenverbrauch, Versiegelung, Leerstand, Mobilität und soziale Veränderungen in den Mittelpunkt.
„Das Einfamilienhaus steht für viele Menschen für Sicherheit, Freiheit, Eigenleistung und den Wunsch nach einem guten Leben. Genau deshalb müssen wir darüber sprechen, wie wir diesen Wohntraum zukunftsfähig weiterdenken können. Baukultur bedeutet nicht nur, wie wir bauen, sondern auch, wie wir gemeinsam leben wollen“,
betont LRin Marika Lagger-Pöllinger.
Möglichkeiten sichtbar machen
Für Lagger-Pöllinger liegt der zentrale Mehrwert der Ausstellung darin, keine Verbote oder Gegensätze aufzumachen, sondern neue Möglichkeiten sichtbar zu machen.
„Es geht nicht darum, den Menschen ihren Traum vom Wohnen auszureden. Es geht darum, gute Wege aufzuzeigen. Wie können bestehende Häuser besser genutzt, saniert, umgebaut oder weiterentwickelt werden? Wie können wir Ortskerne stärken, Boden schonen und gleichzeitig Lebensqualität für Familien, ältere Menschen und kommende Generationen schaffen?“
Die Ausstellung steht in direktem Einklang mit den baukulturellen Leitlinien des Landes Kärnten. Diese betonen, dass gutes Bauen Verantwortung für Landschaft, Klima und gesellschaftliches Zusammenleben bedeutet. Ein Schwerpunkt liegt daher auf dem Bestand. denn zukunftsfähige Baukultur entsteht nicht nur durch Neues, sondern vor allem durch den klugen Umgang mit dem Vorhandenen.
„In Österreich gibt es rund 1,5 Millionen bestehende Einfamilienhäuser. Darin liegt eine große Chance. Wenn wir den Bestand weiterdenken, statt immer neue Flächen zu verbrauchen, schaffen wir einen Mehrwert für die Menschen: leistbares Wohnen, lebendige Gemeinden, kürzere Wege und eine bessere Nutzung vorhandener Infrastruktur“,
so Lagger-Pöllinger.
Bewusstseinsbildung
Die Ausstellung „Suburbia“ lädt dazu ein, diese Fragen nicht abstrakt, sondern anhand gebauter Realität zu diskutieren. Die Ausstellung zeigt, welche Auswirkungen verschiedene Wohnformen auf Landschaft, Mobilität, Nachbarschaft und Gemeindeleben haben und welche Chancen in Sanierung, Umnutzung und neuen Formen des Zusammenlebens stecken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Bewusstseinsbildung und Dialog. Neben der Ausstellung sind zwei Termine für Ausstellungsführung und Diskussion vorgesehen: am Samstag, 30. Mai, um 18 Uhr sowie am Samstag, 13. Juni, um 18 Uhr. Der Besuch erfolgt gegen Voranmeldung bei ARCH+MORE ZT GmbH oder der Marktgemeinde Velden. Unterstützt wird die Ausstellung in Kooperation mit der Abteilung 11 Wohnbau von der Abteilung 3, Referat Baukultur, mit einer Baukulturförderung in Höhe von 2.500 Euro.
„Diese Ausstellung ist ein wichtiger Impuls für Kärnten. Sie bringt Gemeinden, Planerinnen und Planer, Politik, Verwaltung und Bevölkerung ins Gespräch – über qualitätsvolles Wohnen, starke Ortskerne und einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Lebensraum“,