18. September 2026
Wenn die Polizei auf Demenz trifft: Kärntens Exekutive wird demenzkompetent
„Demenz ist kein Thema für einen einzigen Aktionstag. Rund 10.000 Menschen in Kärnten sind direkt betroffen – und damit auch ihre Familien, Angehörigen und ihr gesamtes Umfeld. Deshalb setzten wir im Rahmen unserer Demenzstrategie dort an, wo Unterstützung gebraucht wird – im Alltag, in der Pflege, in den Gemeinden, in Betrieben und auch bei einem Polizeieinsatz“,
Gut leben mit Demenz
„Unser Ziel ist ein möglichst demenzkompetentes Umfeld – und dazu gehört auch, dass Einsatzkräfte wissen, wie sie Menschen mit Demenz in schwierigen Situationen richtig begegnen. Denn ein Mensch, der verwirrt ist oder sich gegen eine Maßnahme wehrt, handelt nicht unbedingt aus Widerstand oder böser Absicht. Sein Verhalten kann Ausdruck seiner Erkrankung, seiner Angst oder seiner Überforderung sein.“
Schulung mit drei Bausteinen
„Demenz ist ein Chamäleon – oft gut versteckt und gleichzeitig sehr vielfältig. Gerade in Krisensituationen braucht es daher Ruhe, Geduld und gute Kommunikation“,
„Mir war es besonders wichtig, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch den praktischen Kontakt zwischen Polizei und Pflege herzustellen. Die Polizistinnen und Polizisten lernen, typische Symptome und Verhaltensweisen zu erkennen und in praktischen Übungen, wie eine achtsame Kommunikation gelingen kann.“
„Die Rückmeldungen waren sehr positiv – und das Wissen wirkt durch die Polizeibediensteten als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weiter.“
Pilotphase abgeschlossen
„Das BMI hat mit der österreichweiten Initiative der demenzfreundlichen Dienststellen, dem E-Learning, bereits einen wichtigen Grundstein gelegt. In Kärnten vertiefen wir diese Arbeit nun weiter – vor allem die enge Vernetzung mit Pflegeeinrichtungen ist für uns wertvoll“,
„Für die Polizei gibt es im Zusammenhang mit Demenz viele Schnittstellen – bei einer Suche nach abgängigen Personen koordinieren wir etwa auch verschiedene Einsatzorganisationen. Entscheidend ist, dass unser ,Gefahrenradar‘ geschärft ist und wir erkennen, wann hinter einem auffälligen Verhalten möglicherweise eine Demenzerkrankung steckt. Im Umgang gibt es keine Patentlösung, aber sehr wohl Werkzeuge, die im Einsatz – und auch im privaten Umfeld – helfen.“
Schulung in allen Bezirken
„Wir wollen ein demenzkompetentes Einsatzumfeld in ganz Kärnten schaffen. Davon profitieren die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen genauso wie das Pflegepersonal – und natürlich gewinnen auch die Polizistinnen und Polizisten mehr Sicherheit für ihre Einsätze. Im besten Fall können wir dadurch auch unnötige Eskalationen und Krankenhausaufenthalte vermeiden“,
Weitere Maßnahmen im Bereich Demenz
„Diese Umfeldschulungen wollen wir weiter forcieren und auf möglichst viele Bereiche des öffentlichen Lebens ausweiten – etwa auch auf Apotheken oder andere lokale Nahversorger. Unser Ziel ist ein Netz aus Demenzkompetenz in Kärnten“,
Erste Zertifikate überreicht
„Unser gemeinsames Ziel muss sein, dass Menschen mit Demenz möglichst lange gut, sicher und selbstbestimmt leben können. Dazu gehört auch, dass sie in einer Ausnahmesituation auf Menschen treffen, die wissen, wie man ihnen Sicherheit gibt. Genau das wollen wir erreichen – für ein demenzkompetentes Kärnten und damit auch für ein menschlicheres Kärnten“,
