Vinzenz-Rizzi-Preis an Landeshauptmann Peter Kaiser verliehen

Landeshauptmann Peter Kaiser ist Träger des Vinzenz-Rizzi-Preises. Gestern, Freitag, am Abend wurde er damit im Kärntner Landesarchiv vom Zentralverband slowenischer Organisationen (ZSO) und Slowenischen Kulturverband (SPZ) ausgezeichnet.
Der Preis geht jedes Jahr an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die Rechte der Volksgruppen, für den Schutz demokratischer Werte sowie für ein respektvolles und zukunftsorientiertes Zusammenleben von Minderheit und Mehrheit einsetzen. Der Humanist und Priester Vinzenz Rizzi (1816–1856) war literarischer Vorkämpfer des Vormärz und Wegbereiter liberaler Ideen.

Sein Appell lautete:

„Nicht unterdrückt, sondern erlernt soll die slowenische Sprache werden.“

Bei der Preisverleihung waren seitens der Landespolitik auch LHStv.in Gaby Schaunig, Landtagspräsident Andreas Scherwitzl sowie die Abgeordneten Ruth Feistritzer, Stefan Sandrieser und Franz-Josef Smrtnik anwesend.
Kaiser nahm den Preis unter Standing Ovations entgegen. Er nehme ihn in Demut und Dankbarkeit an, sagte er.

„Das slowenische Wort, die slowenische Kultur sind Kostbarkeiten, die uns verbinden“,

so der Landeshauptmann weiter.
Er versprach, weiterhin Brücken für den Dialog und das Zusammenleben zu bauen. Im dritten Jahrtausend gehe es um den Respekt vor jeder Sprache. Kärnten habe es geschafft, historisch Belastendes, Instrumentalisierendes, ein Gegeneinander zu etwas Verbindendem und Vielfalt zu wandeln. Ein wichtiger Transmissionsriemen sei dabei die Kultur.
Kaiser hob die Feiern zum 10. Oktober hervor, bei denen in beiden Sprachen etwas Neues und Zukunftsorientiertes eingebracht werde. Besonders gefreut habe ihn ein Vorschlag des früheren slowenischen Ministers Karl Erjavec:

„Machen wir statt eines Kontaktkomitees ein gemeinsames Komitee Kärnten-Slowenien.“

Das sagt für Kaiser sehr viel aus. Immens geschmerzt hätten ihn aber die Ereignisse am Peršmanhof.

„Wir können aber auch aus solch bitteren Erfahrungen wichtige Schlussfolgerungen ziehen. Und wir müssen alles tun, damit der Dialog und Polylog immer fortgeführt wird.“

Als wesentlich führte Kaiser noch die Eröffnung der kärnten.museum-Ausstellung „Hinschaun! Poglejmo.“ im slowenischen Parlament an.

„Wir lassen uns nicht mehr beirren – das Gemeinsame, skupno steht im Vordergrund. Wir sind am richtigen Weg“,

betonte der Landeshauptmann.
Die Vergabe des Vinzenz-Rizzi-Preises an Kaiser wurde von Augustine Gasser vom ZSO mit seinem Engagement für die Volksgruppenpolitik und Menschenrechte begründet. Seit seinem Amtsantritt 2013 habe er die Volksgruppenpolitik Kärntens auf ein neues Fundament gestellt, womit ein Klima des Respekts, des Miteinanders und der europäischen Werte geschaffen worden sei. Kaiser habe durch sein konsequentes und integratives Wirken mit Verantwortungsbewusstsein, menschlicher Haltung und visionärer Kraft ein neues Kapitel des Zusammenlebens in Kärnten aufgeschlagen:

„Er ist ein echter Brückenbauer.“

In Vertretung von SPZ-Vorsitzendem Mitja Rovšek dankte auch Julija Schellander-Obid herzlich.
Verlesen wurde eine Laudatio, die Ana Blatnik als langjährige Wegbegleiterin Kaisers geschrieben hat. Für Blatnik war es eine wichtige Geste, dass Kaiser bei der Feier am 10. Oktober 2013 Teile seiner Rede auf Slowenisch gesprochen habe:

„Das hat es bis dahin noch nie gegeben.“

Haltung und Respekt könne man nicht verordnen, man müsse sie leben und vorleben, hieß es in der Laudatio weiter. Kaiser habe Kärnten deutlich verändert, es sei ein selbstbewusstes, liebens- und lebenswertes Land mitten in Europa. Mehrsprachigkeit werde nunmehr als Bereicherung verstanden.
Blatnik führte u.a. die Integration der Glasbena šola in das Musikschulwesen, die erhöhte Kulturförderung für die Volksgruppe, die Volksgruppe in der Landesverfassung, die offene Erinnerungskultur sowie die Weiterentwicklung des Dialogforums und des zweisprachigen Bildungswesens an. Ein wichtiges Zeichen Kaisers sei auch seine offizielle Entschuldigung am 80. Jahrestag der Deportation slowenischer Familien aus Kärnten gewesen. Maßgeblich vertieft habe der Landeshauptmann die Kooperation mit Slowenien.

„Peter Kaiser hat den Populismus in Kärnten im Zaum gehalten – als Brückenbauer und glühender Europäer“,

schrieb Blatnik.
Für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung sorgten Tonč Feinig und Alexandra Lassnig-Walder.
Quelle: LPD Kärnten