Noch mehr Raum für die gelebte Vielfalt in Kärnten – und diesmal im wahrsten Sinne des Wortes – wurde diese Woche in Klagenfurt eröffnet.
Im Kindergarten der Hermagoras wurde die dritte Kindertagesstättengruppe offiziell freigegeben. Ein weiterer Meilenstein in den Bemühungen um frühe und umfassende sprachliche Förderung, zu dem LH Peter Kaiser, der stellvertretende slowenische Ministerpräsident Matej Arcon und Österreichs Botschafter in Slowenien, Konrad Bühler, neben zahlreichen weiteren Ehrengästen herzlich gratulierten.
Gleich im Anschluss lud das slowenische Generalskonsulat anlässlich des slowenischen Staatsfeiertages hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ins kärnten.museum, um die Geburt des souveränen Staates Slowenien und die enge Verbindung zwischen Kärnten und Slowenien zu zelebrieren. Beide Veranstaltungen begannen mit einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs in Graz – ein stiller Moment des Mitgefühls und der Solidarität. Kaiser nahm trotz der schrecklichen Geschehnisse und der ausgerufenen Staatstrauer jeweils an der Eröffnung teil.
„Ein Besuch der meinen Respekt und meine Freundschaft zu Slowenien und der slowenischen Volksgruppe untermauern soll“,
betonte er.
Mit der Eröffnung der dritten Gruppe in der Kindertagesstätte Hermagoras wurde ein weiterer Schritt und ein starkes Bekenntnis zur frühkindlichen Förderung von Mehrsprachigkeit getätigt.
„Frühkindliche Sprachbildung trägt wesentlich zur Identitätsentwicklung und zum Erhalt der sprachlichen Vielfalt in Kärnten bei“,
so Kaiser.
Das Betreuungsangebot kostenfrei anzubieten und damit allen Kindern gleichermaßen zugänglich zu machen, ist dem Land daher trotz budgetärer Herausforderungen ein Anliegen. Sein Dank galt allen Ehrengästen, Partnern und Personen, die sich an der ständigen Weiterentwicklung beteiligen. Den offiziellen Repräsentanten aus Slowenien sprach er seinen Dank für die stets konstruktive Zusammenarbeit aus und hieß sie in Kärnten herzlich willkommen.
Im Namen der slowenischen Republik sprach Arcon sein Mitgefühl für die Grazer Opfer und deren Angehörigen aus:
„Der heutige, eigentlich freudige Anlass – die Eröffnung einer Bildungseinrichtung – wird von einem dunklen Ereignis überschattet. Besonders bestürzt es mich, dass das Drama in Graz auch an einer Bildungseinrichtung geschah. Slowenien trauert mit seinen Nachbarn.“
Für ihn leben Grenzregionen von Vielfalt und das beginnt bei Sprache. Besonderes Lob fand er für das Bestreben Kärntens, die Zweisprachigkeit zu fördern und zu erhalten. Er hob die Chancengleichheit hervor, die Kinder aus der Volksgruppe dadurch erfahren.
Karl Hren, Hermagoras-Direktor, sprach von einem besonderen Tag für die Elementarbildung in Kärnten. Sein Dank galt dem Bund, dem Land und der Republik Slowenien für die Unterstützung bei der Sanierung der Räumlichkeiten in der Kindertagesstätte. Auch Bühler, unterstrich die Bedeutung der neuen Kindergruppe:
„Sie steht für gelebte Gemeinschaft über die Grenzen hinweg.“
Gesegnet wurden die Räumlichkeiten von Deachant Ivan Olip mit einem gemeinsamen Gebet.
„Seit dem 25. Juni 1991, jener Tag an dem Slowenien seine Unabhängigkeit von der damaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien erklärte, hat Slowenien die Mitgliedschaft zur Europäischen Union, der NATO, der Währungsunion und dem Schengen-Raum erlangt und sich als aktiver und zuverlässiger Partner und Nachbar in der internationalen Gemeinschaft etabliert“,
so Landeshauptmann Peter Kaiser beim anschließenden Empfang des slowenischen Generalkonsulats im kärnten.museum.
Er fügte hinzu, dass Kärnten und Slowenien eine enge Freundschaft teilen und verwies auf die engen wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen die im Alpen-Adria Raum gedeihen.
Arcon stellte in seiner Rede im kärnten.museum die Gemeinsamkeiten der Menschen in den Grenzregionen in den Mittelpunkt – so sei es nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch die kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Verwobenheit, die den Alpen-Adria-Raum stark machen.
Generalkonsulin Maja Balant Slobodjanac bedankte sich nach einem gemeinsamen Moment der Stille bei Landeshauptmann Kaiser für sein langjähriges Engagement und den offenen Dialog, der seitens des Landes Kärnten gelebt wird: „Kärnten hat durch Dialog zu Reichtum an Vielfalt und gleichzeitig Einheit gefunden.“
Besonders begeistert zeigte sich sich von der gelebten Zweisprachigkeit und der Gastfreundschaft im kärnten.museum. Ihr Dank galt allen Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die sich so engagiert am Erinnerungsjahr 2025 beteiligen.
Der Direktor des kärnten.museum, Wolfgang Muchitsch, erinnerte an die kulturelle Vielfalt in Österreich und Slowenien – beide geprägt durch römische, slawische und germanische Einflüsse. Für ihn sei es diese besondere Vielfalt, die dieser Gemeinschaft Stärke und Identität einhauchen. Die geteilte Geschichte mit der slowenischen Volksgruppe sei dabei eine, die von Gemeinsamkeiten und Brüchen geprägt ist.
Quelle: LPD Kärnten