Feldkirchen bekommt ein PVZ, das von den Barmherzigen Brüdern betrieben wird. - Fotohinweis: Pixabay/StockSnap
Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) sieht einen starken Ausbau der Primärversorgung in Kärnten vor und die Landes-Zielsteuerungskommission Gesundheit hat beschlossen, dass ab 2026 jährlich zwei neue Primärversorgungszentren (PVZ) von der ÖGK ausgeschrieben werden. Für Feldkirchen ist das Vergabeverfahren abgeschlossen, der Vertragsabschluss zwischen Betreiber und ÖGK steht unmittelbar bevor. Den Zuschlag für den Betrieb hat der Konvent der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan erhalten. Das PVZ soll am ehemaligen Eisen-Klaus-Areal in der 10.-Oktober-Straße 1 entstehen.
„Mit dem Primärversorgungszentrum bekommt Feldkirchen eine moderne und wohnortnahe Gesundheitsversorgung, die den Menschen rasch und unkompliziert medizinische und therapeutische Angebote unter einem Dach bietet. Mit den Barmherzigen Brüdern hat ein erfahrener Partner den Zuschlag erhalten. Damit kommen wir unserem Ziel, die Primärversorgung in Kärnten weiter auszubauen und langfristig abzusichern, wieder ein gutes Stück näher“,
betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner.
„Ein echter Gewinn sind vor allem auch die langen Öffnungszeiten – in diesem Fall 45 Wochenstunden.“
Multiprofessionelles Team
Das PVZ soll auf rund 440 Quadratmetern entstehen, nach aktuellem Planungsstand ist die Eröffnung mit Oktober 2027 vorgesehen. Voraussetzung dafür sind die noch laufenden finalen Entscheidungen und Vertragsabschlüsse sowie die anschließenden Behördenverfahren und die bauliche Umsetzung.
„Wir haben uns um die Trägerschaft des geplanten Primärversorgungszentrums beworben, weil uns die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Einzugsgebiet des St. Veiter Krankenhauses ein großes Anliegen ist. Das PVZ soll deutlich mehr bieten als eine klassische allgemeinmedizinische Ordination“,
erklärt Michael Steiner, Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan.
Das Kernteam wird aus zwei Stellen für Allgemein- und Familienmedizin, zwei für diplomiertes Pflegepersonal und drei für Ordinationsassistenz bestehen. Durch Teilzeitmodelle wird es auch möglich sein, dass sich mehrere Personen diese Positionen teilen. Das erweiterte Team wird sich in Feldkirchen aus Fachkräften für Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie, Sozialarbeit und Diätologie zusammensetzen – auch eine Hebamme wird dazugehören.
45 Stunden in der Woche geöffnet
Besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Öffnungszeiten: Geplant sind Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 7.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 21 Uhr sowie Samstag von 8 bis 12 Uhr. Damit stehen insgesamt 45 Öffnungsstunden pro Woche zur Verfügung.
„Gerade die erweiterten Öffnungszeiten sind für uns ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Zwei Abendtermine bis 21 Uhr und der Samstagvormittag schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Menschen, die klassische Ordinationszeiten nur schwer wahrnehmen können“,
so Steiner.
„Der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) stellt auch für das PVZ Feldkirchen eine Anschubfinanzierung über 180.000 Euro bereit, zusätzlich konnten EU-Fördermittel lukriert werden“,
Der laufende Betrieb wird gemeinsam von Sozialversicherung, Land Kärnten und KGF getragen.
„Das PVZ Feldkirchen ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der Primärversorgung in Kärnten. Entscheidend ist für uns, dass die Menschen ein breites medizinisches und therapeutisches Angebot an einem Standort vorfinden und dabei von einem multiprofessionellen Team betreut werden“,
so die beiden Vorsitzenden des Landesstellenausschusses der ÖGK in Kärnten, Sylvia Gstättner und Georg Steiner.
Die nächste PVZ-Ausschreibung für Klagenfurt-Süd wird von der ÖGK noch in diesem Jahr gestartet.
„Der Ausbau der Primärversorgung ist ein zentraler Bestandteil unseres Regionalen Strukturplans Gesundheit. Mit dem PVZ Feldkirchen setzen wir diesen Weg konsequent fort und der RSG wird Schritt für Schritt mit Leben erfüllt – und vor allem konkret spürbar für die Menschen in den Regionen“,