Psychosoziale Versorgung: Land stärkt ambulante Angebote von pro mente

Die ambulante psychosoziale Versorgung in Kärnten wird weiter ausgebaut und abgesichert. In der Regierungssitzung wurden auf Antrag von Gesundheitslandesrätin Beate Prettner Förderungen für die sozialpsychiatrischen Angebote von pro mente Kärnten beschlossen. Für die vier Tageszentren in Klagenfurt, Villach, Spittal/Drau und Wolfsberg stehen im kommenden Jahr insgesamt 1,46 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich wird die sozialpsychiatrische Nachbetreuung mit knapp 800.000 Euro gesichert.

„Psychische Krisen brauchen nicht nur im akuten Moment Unterstützung. Entscheidend ist auch, was danach kommt – und genau hier setzen die ambulanten Angebote von pro mente an. Sie geben Menschen wieder Struktur und Stabilität und helfen dabei, wieder ein möglichst selbstbestimmtes Leben im eigenen Umfeld zu führen“,

betont Prettner.

Unterstützung für die Tageszentren

Die vier Tageszentren bieten Menschen mit psychischen und psychosozialen Beeinträchtigungen tagesstrukturierende, therapeutische und rehabilitative Angebote. Diese reichen von individuellen Therapieprogrammen bis zu niederschwelligen Möglichkeiten, die Einrichtungen und ihre Angebote auch ohne verbindliche Therapievereinbarung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden an den vier Standorten knapp 20.000 Kontakte mit über 300 Klientinnen und Klienten verzeichnet. 2027 sollen die Betreuungsplätze am Standort Wolfsberg von 15 auf 25 ausgeweitet werden – neue Räumlichkeiten sind derzeit in Bau.

„Mehr Plätze bedeuten vor allem eines: Mehr Menschen können Unterstützung bekommen, bevor sich eine psychische Belastung weiter zuspitzt. Das ist für die Betroffenen wichtig und entlastet zugleich das stationäre Versorgungssystem. Denn Schätzungen zufolge ist im Laufe des Lebens etwa jede bzw. jeder Dritte von psychischen Belastungen oder Erkrankungen betroffen“,

so Prettner.

Sozialpsychiatrische Nachbetreuung

Eine weitere wichtige Säule ist die sozialpsychiatrische Nachbetreuung. Sie richtet sich an Menschen in oder nach psychosozialen Krisen sowie an Personen, die sich in psychiatrischer Behandlung befinden oder bereits eine solche Behandlung hinter sich haben. Die Zuweisung erfolgt in der Regel über die psychiatrischen Abteilungen der Krankenhäuser, was dort die Rückfallquote deutlich senkt. Ziel ist es, die Betroffenen nach einer Krise zu stabilisieren, ihre Selbständigkeit zu stärken und erneute stationäre Aufenthalte möglichst zu vermeiden. 2025 wurden in der sozialpsychiatrischen Nachbetreuung, die es in fast allen Bezirken gibt, rund 600 Klientinnen und Klienten begleitet. Insgesamt gab es ca. 7.900 Kontakte in ganz Kärnten. Es ist zu beobachten, dass die Betreuungsintensität pro Kopf steigt.

„Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie wichtig eine kontinuierliche Begleitung nach einer psychiatrischen Behandlung ist. Wenn Menschen im Alltag weiter Unterstützung bekommen, kann Stabilisierung gelingen und Rückfällen kann entgegengewirkt werden. Mein Dank gilt dabei auch den vielen ehrenamtlich Tätigen, die dieses Angebot mit ihrem Engagement wesentlich mittragen“,

sagt Prettner. Damit bilden Tageszentren und Nachbetreuung gemeinsam einen wichtigen Teil der ambulanten psychosozialen Versorgung in Kärnten.