Pilgermuseum eröffnet als Außenstelle des kärnten.museum

Als Meilenstein werteten diesen Mittwoch Kulturreferent LH Peter Kaiser, kärnten.museum Direktor Wolfgang Muchitsch und Bürgermeister Bernhard Sadovnik den neuen Status des Pilgermuseums in Globasnitz/Globasnica. Denn dieses öffnete heute, Mittwoch, seine Pforten in die neue Saison als Außenstelle des kärnten.museum.

„Damit sichern wir diese bedeutende Ausgrabungsstätte nachhaltig ab, schaffen Synergien und durch ein gemeinsames Marketing mehr Frequenz, zumal wir die Bedeutung des Pilgermuseums heben“,

fasste Kaiser zusammen.
 
Der Landeshauptmann rief die Bedeutung des Standortes in Erinnerung.

„Es muss uns bewusst bleiben, dass wir historisches Erbe bewahren müssen. Hier steht der Kranich in den Mosaiken als Symbol für Zusammenhalt und Gemeinschaft und gerade in Zeiten, in welchen vieles in falsche Richtungen läuft, sind wir gefordert, zusammen zu halten“,

sagte Kaiser.
Er zitierte die verstorbene Wissenschaftlerin Elisabeth Ladstätter, die sagte, ihr Herz sei am Hemmaberg, ihr Hirn sei nach Ephesos gegangen.

„Diese Worte sollen die Bedeutung dieses Ortes hervorheben“,

erklärte Kaiser.
Die Gemeinde überreichte der Familie der Verstorbenen als Zeichen der Wertschätzung und des „niemals vergessen“, die Ehrenurkunde, die Ladstätter als Ehrenbürgerin von Globasnitz posthum ausweist. LH Kaiser enthüllte im Museum im Beisein der Familie der Wissenschaftlerin und der Besucher eine Gedenktafel für Elisabeth Ladstätter.
 
Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museum beschrieb die heutige Saisoneröffnung des Pilgermuseums als „11. Außenstelle des kärnten.museum als besonderen Moment für die Gemeinde und als besondere Herausforderung und Verantwortung für das kärnten.museum“. Muchitsch begrüßte ebenso Heimo Dolenz, Franz Gaser, ohne deren Zutun der Standort nicht die europäische Tragweite erhalten hätte“ und vom Bundesdenkmalamt Astrid Steinegger.
 
Seit rund 20 Jahren wurde das Museum mit seinen Fundstücken der archäologischen Ausgrabungen am Hemmaberg und des ostgotenzeitlichen Gräberfelds im Jauntal wissenschaftlich vom kärnten.museum betreut.

„Nun ist der nächste Schritt getan: die Übernahme des Pilgermuseums, das 3.000 Jahre europäische Geschichte sichtbar macht und internationale Bedeutung hat, in den Status einer Außenstelle des kärnten.museum“,

fasste Kaiser zusammen.
Als Außenstelle des kärnten.museum werde der organisatorische Betrieb, das Personal und das Marketing nun über das kärnten.museum organisiert. Bisher waren dies Aufgaben der Gemeinde, die Eigentümer des Museumsgebäudes ist und bleiben soll. Bürgermeister Bernard Sadvonik freut sich, dass ein „langgehegter Wunsch, an dem jahrzehntelang gearbeitet worden ist, in Erfüllung geht und das Museum nun den Platz bekommt, den es verdient“. Das Aufeinandertreffen von Kulturen und Völkern und ihr Zusammenleben hier sei nicht nur historisch nachgewiesen, es werde auch in der Gegenwart gelebt.
 
Die Ausgrabungen auf dem Hemmaberg legen seit 1978 Spuren europäischer Vergangenheit frei. Das frühchristliche Pilgerheiligtum aus der Völkerwanderungszeit (400–600 n. Chr.) und das ostgotische Gräberfeld stellen außergewöhnliche Entdeckungen für den gesamten Alpen-Adria-Raum dar. Die Pionierarbeit für das archäologische Museum, das 2006 zum Pilgermuseum erweitert wurde, leistete Archäologe Franz Glaser, der ehrenamtlicher Leiter des Museums und Präsident des Geschichtsvereins Hemmaberg-Juenna ist. „Ich freue mich, dass das Land den Betrieb des Museums übernimmt“, sagt Glaser. Für ihn sind der Hemmaberg mit seinem Pilgerheiligtum und das Pilgermuseum untrennbar miteinander verbunden.
Für die Übernahme waren Beschlüsse des Museumskuratoriums, des Regierungskollegiums und des Landtags erforderlich.
 
Umrahmt wurde die Eröffnung vom Chor der Volksschule Globasnitz und des Musikers, Texters und Komponisten, Thomas Koran (Wien und Faaker See) mit „Am Hemmaberg, Na gori sv. Eme“ vor dem Hintergrund des Gemäldes der bildenden Künstlerin, Gottfriede Edlinger (Mühlen/Stmk). Auch ein Kurzfilm hatte heute Premiere: „Hemmaberg. Der Heilige Gipfel Kärntens, wurde von Filmemacher Christian Schott nach dem gleichnamigen Buch des Autors, Rolf Bickelhaupt (Sittersdorf) in Szene gesetzt.
 
Quelle: LPD Kärnten