Peter-Turrini-Volksschule feierlich eröffnet

Nach umfassenden Umbau-, Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten wurde die Volksschule St. Margarethen im Lavanttal heute, Freitag, feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche sowie Kunst und Kultur nahmen an den Feierlichkeiten teil. Unter ihnen Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser, Landesrat Daniel Fellner, Bundesrätin Claudia Arpa sowie Wolfsbergs Bürgermeister Alexander Radl, die sich persönlich ein Bild von den neu gestalteten Räumlichkeiten machten. Ein besonderer Höhepunkt der Eröffnung war die neue Namensgebung der Schule: Sie trägt künftig den Namen Peter-Turrini-Volksschule – benannt nach einem der bekanntesten Söhne des Lavanttals, dem vielfach ausgezeichneten Dichter, Regisseur und Autor Peter Turrini.
Landeshauptmann Peter Kaiser verwies in seiner Rede auf die Bedeutung von Sprache und Literatur:

„Heute feiern wir nicht nur die Umbenennung dieser Schule, sondern auch den Welttag der Schreibschrift. Handschriftliches Schreiben ist zentral für die Entwicklung junger Gehirne – es fördert Gedächtnis, Lernen und Denken.“

Bereits beim Betreten des Schulgebäudes werden Besucherinnen und Besucher von einem Leitspruch Turrinis empfangen:

„Wer immer du auch bist – arm oder reich, schön oder hässlich, bedeutend oder unbedeutend: Komm auf die Bühne, hier ist dein Ort!“

Für Kaiser stehe das Gemeinsame im Mittelpunkt. Er dankte allen Partnerinnen und Partnern, die sich für die Umbenennung eingesetzt haben und damit den literarischen Geist Turrinis lebendig halten. Als Geschenk überreichten Kaiser und Fellner der Schule einen persönlichen Brief Turrinis zum Thema Innehalten sowie mehrere Bücher.
Auch Landesrat Daniel Fellner betonte die besondere Symbolik des Tages:

„Wir feiern nicht nur einen Tag der offenen Tür, wir öffnen auch ein Fenster – in die Geschichte dieses Ortes, an dem Peter Turrini geboren wurde und dem er eng verbunden ist.“

Wer dabei nicht nur Fenster, sondern auch Herzen öffne, mache die Welt zwar nicht sofort besser, aber zumindest den eigenen Tag. Das Gesamtprojekt stehe für Zusammenarbeit, Bildungsförderung und Zukunftsorientierung – „Zusammen“ sei dabei das zentrale Schlagwort. Auch Fellner sprach allen Beteiligten seinen Dank aus.
Bürgermeister Alexander Radl zeigte sich stolz auf die Entwicklung der Schule. Politik könne oft nur die Rahmenbedingungen schaffen, betonte er, „den größten Teil der Arbeit leisten die Pädagoginnen und Pädagogen“. Sein Dank galt Direktorin Edith Rindler und ihrem gesamten Team für das tägliche Engagement.
Direktorin Edith Rindler zeigte sich besonders erfreut über die Namensgebung:

„Peter Turrinis Worte klingen in vielen Sprachen und begeistern Kinder weit über Kärntens Grenzen hinaus.“

Damit unterstrich sie auch das pädagogische Leitbild der Schule:

„Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen, gemeinsam lachen – Hand in Hand.“

Schule sei mehr als ein Gebäude, so Rindler, sie sei ein Ort, an dem sich Kinder willkommen fühlen, angenommen und ernst genommen werden. Sie dankte Landeshauptmann Kaiser, Landesrat Fellner und Bürgermeister Radl für die politische Unterstützung sowie allen Partnerinnen und Partnern, Unterstützerinnen und Unterstützern, Eltern und ihrem Team.
Arnold Mettnitzer, langjähriger Freund Turrinis, überbrachte in Vertretung des aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Autors dessen Grußworte.

„Für mich sind Kinder der Entwurf einer besseren Welt, und wir sollten uns alle dafür verantwortlich fühlen, dass möglichst viele dieser Entwürfe nicht scheitern“,

ließ Turrini Mettnitzer ausrichten.
Für Turrini sei die Umbenennung der Schule die größte aller Auszeichnungen – angenommene wie nicht angenommene. Für Turrini sei es unglaublich, wie viel ausufernde Fantasie in diesen Kinderköpfen pumpert und findet es großartig, dass die Direktorin Rindler und die Lehrerinnen dieser Schule vieles unternehmen, damit dieses Pumpern nicht leiser wird. Als besonderes Geschenk durfte Mettnitzer der Schule jene Rede überlassen, die Turrini selbst gehalten hätte, und wünschte den Kindern viel Freude und Neugier am Lernen.
Peter Turrini wurde am 26. September 1944 in St. Margarethen im Lavanttal geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre, bevor er nach Maria Saal übersiedelte. Überregionale Bekanntheit erlangte er 1971 mit dem gesellschaftskritischen Stück „Rozznjogd“. Für sein umfangreiches Schaffen erhielt er unter anderem den Literaturpreis des Landes Steiermark, den Würth-Preis für Europäische Literatur, den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk sowie den Kulturpreis des Landes Kärnten. Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt. Zudem wurde ihm der Ehrendoktortitel der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt verliehen.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Edgar Unterkirchner und Simon Stadler gemeinsam mit dem Schulchor. Derzeit besuchen 93 Schülerinnen und Schüler die Peter-Turrini-Volksschule.
Quelle: LPD Kärnten