„#nohate – So geht Respekt!“: Schulklasse für Nachfolgeprojekt gegen Hass im Netz gesucht

Zum Start des Schuljahres 2023/24 soll im Auftrag der Gleichbehandlungsstelle des Landes Kärnten – in Kooperation mit dem Verein EqualiZ – das Peer-to-Peer-Pilotprojekt „#nohate – So geht Respekt!“ weitergeführt werden. Zwischen Oktober 2023 und Juni 2024 heißt es wieder: „Das Netz ist der Ort, zu dem ihr ihn macht!“.

„Ziel dieses Projektes ist es, Jugendliche für das Thema Hass im Netz zu sensibilisieren und anhand des partizipativen Ansatzes – mit von der Jugend selbst erarbeiteten medialen Inhalten – auch Lösungsansätze zum Thema aufzuzeigen“,

fasst Jugend-Landesrätin Sara Schaar zusammen.

Hass im Netz mittlerweile Alltag

Ausgrenzungen, wiederholte Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen oder auch Belästigungen in digitalen Medien gehören aufgrund zunehmender Digitalisierung zum Alltag junger Menschen. Die ständige Konfrontation mit verschiedenen Erscheinungsformen von Hass im Netz wird immer präsenter. Eine Studie im Auftrag von „saferinternet.at“ und ISPA (Internet Service Providers Austria), durchgeführt vom Institut für Jungendkulturforschung und Kulturvermittlung, zeigt, dass bereits 48 Prozent der Jugendlichen negative Online-Erfahrungen gemacht haben. Von Lügen und Gerüchten über die eigene Person berichten 41 Prozent, vom Erhalt unangenehmer Nachrichten 37 Prozent.

Freundinnen und Freunde werden um Rat gefragt

„Als äußerst wichtig erachten es Jugendliche, sich als Strategie gegen Cybermobbing Hilfe zu holen. 78 Prozent geben an, Freundinnen und Freunde als wichtigste Ansprechpersonen um Rat zu fragen, gleich gefolgt von Lehrenden – daher ist für uns dieser partizipativ-lösungsorientierte Ansatz des Projektes so wichtig“,

erklärt Susanne Ebner, Leiterin der Gleichbehandlungsstelle des Landes Kärnten.

„Obwohl die Aufklärung rund um das Thema ,Hass im Netz‘ zunimmt, muss mehr Präventionsarbeit geleistet werden, um Opfer schützen zu können – und das unter Einbeziehung der Jugendlichen, nicht ausschließlich durch Frontal-Aufklärung zum Thema“,

betont Schaar.

Rückblick au das Pilotprojekt

Im Rahmen des Pilotprojektes haben Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse Unterstufe des Peraugymnasiums gemeinsam mit einem Projektteam der HTL Villach (Schwerpunkt Medientechnik) im Schuljahr 2022/23 das Thema Hass im Netz sehr engagiert bearbeitet. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Gemeinsam haben sie jene Inhalte, die in Workshops erarbeitet wurden, für eine selbst gestaltete Website aufbereitet – auf der Website finden sich neben Daten und Fakten auch eigene Erfahrungen, Tipps und Hilfestellungen sowie Links zu Anlaufstellen für Betroffene. Mögliche Lösungsstrategien im Umgang mit Hass im Netz in einer alltäglichen Situation wurden darüber hinaus in einem ansprechenden Videoclip von Jugendlichen für Jugendliche filmisch gestaltet, um damit zu sensibilisieren.
Eine Schülerin meint über das Projekt:

„Durch die Teilnahme am Projekt habe ich viel über die Auswirkungen von Hass im Netz gelernt, aber auch darüber, was man tun kann, wenn man betroffen ist. Außerdem ist unsere Klassengemeinschaft durch das Projekt stärker geworden.“

Großes Engagement der Jugend

Christine Erlach, Geschäftsführerin des Vereins EqualiZ, meint zum Projekt:

„Das Engagement und die Bereitschaft der Jugendlichen, Zivilcourage zu zeigen und ein Zeichen gegen Hass im Netz zu setzen, war beeindruckend. Die Stärken des Projektes haben sich ganz klar in der längerfristigen und intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sowie in der Möglichkeit der eigenen Schwerpunktsetzung durch die Jugendlichen gezeigt. Sie konnten das einbringen, was sie wirklich beschäftigt und diese Themen sowohl mit Fachtrainerinnen und -trainern als auch mit Peers gemeinsam bearbeiten und für sich Lösungen finden, die sie über selbst gestaltete Medienprodukte auch für andere zugänglich machen.“

Schulklasse wird gesucht!

Die Botschaft, die die Jugendlichen am Ende des Projektes an andere Jugendliche, an Eltern, an Lehrende und die Gesellschaft richteten, um für ein besseres Miteinander im Netz zu plädieren, lautete: „Share love, not hate!“ Diese Botschaft soll im Rahmen des Nachfolgeprojektes weitergetragen werden. Für die Weiterführung des Projektes wird nun wieder eine Schulklasse ab der 8. Schulstufe in Kärnten gesucht, die sich unter pädagogischer Anleitung durch den Verein EqualiZ und mit entsprechender fachlicher und technischer Unterstützung mit Themen wie Cybermobbing, Hate Speech etc. auseinandersetzen möchte. Durch die intensive Beschäftigung mit diesen Themen über einen längeren Zeitraum sollen mediale Inhalte von den Schülerinnen und Schülern selbst aufbereitet werden, um Gleichaltrige zu erreichen und sie zu sensibilisieren.
Schaar:

„Durch die Teilnahme am Projekt sollen Jugendlichen Möglichkeiten und Chancen der digitalen Welt gezeigt, aber auch Gefahren und negative Folgen von Hass im Netz bewusst gemacht werden.“

Weiterführende Infos zur Anmeldung für Schulklassen finden Sie unter der Website von EqualiZ zu #nohate: www.equaliz.at/lebenswelten/nohate
Nähere Informationen (Projekt-Website & Videoclip): nohate.equaliz.at
Link zur Studie hier!
Quelle: LPD Kärnten