„Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen“ – Awareness-Kampagne startet in Kärnten
Sujet der Awareness-Kampagne „Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen“ (Fotohinweis: Land Kärnten)
Ein Drink, ein Abend mit Freundinnen und Freunden, ein Festival – eigentlich sollte das nur Spaß machen. Doch immer wieder werden vor allem Frauen und Mädchen durch sogenannte K.O.-Tropfen betäubt und wehrlos gemacht. Am 10. Dezember 2025, dem Tag der Menschenrechte, startet das Referat für Frauen und Gleichstellung des Landes Kärnten eine landesweite Awareness-Kampagne zum Thema K.O.-Tropfen.
Menschenrechte sind Rechte, die sich aus der Würde des Menschen herleiten und begründen lassen;
Rechte, die unveräußerlich, unteilbar und unverzichtbar sind. Sie stehen allen Menschen zu, unabhängig davon, wo sie leben und unabhängig davon, wie sie leben.
„K.O.-Tropfen sind ein massiver Eingriff in die körperliche und seelische Unversehrtheit eines Menschen. Auch wenn hauptsächlich Frauen betroffen sind, richtet sich diese Form der Gewalt ebenso gegen Männer. Die betroffene Person trägt niemals die Verantwortung, sondern immer der Täter. Dennoch zweifeln viele Betroffene an sich selbst oder schämen sich für etwas, das ihnen angetan wurde. Deshalb ist es wichtig, offen darüber zu sprechen und Scham abzubauen, damit rasch Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Daher setzen wir auf umfassende Information, Prävention und ein dichtes Netz an kostenlosen, anonymen Anlaufstellen, damit alle Menschen, die Unterstützung brauchen, sie auch finden“,
betont Frauen- und Gleichstellungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig.
Ziel der neuen Initiative ist es, durch Sensibilisierung über die Gefahren von K.O.-Mitteln aufzuklären, Zivilcourage zu fördern und konkrete Informationen für den Schutz und die Unterstützung von Betroffenen bereitzustellen. Die Kampagne wurde vom Frauenservice der Stadt Wien entwickelt sowie erfolgreich umgesetzt und wird nun in Kooperation auch in Kärnten sichtbar – mit Plakaten im öffentlichen Raum, begleitenden Social-Media-Maßnahmen, einer neuen Landingpage mit Informationen für die Bevölkerung sowie einer E-Mail-Aussendung an Gemeinden, Bildungseinrichtungen und unsere Netzwerke.
K.O.-Mittel sind Substanzen, die bereits in geringer Dosierung betäubend und einschläfernd wirken.
Eine Überdosis kann zu schweren gesundheitlichen Schäden bis zum Tod führen. Besonders häufig werden K.O.-Tropfen in Clubs, Bars oder auf Festen unbemerkt ins Getränk gemischt, um vor allem Frauen und Mädchen wehrlos zu machen und sexualisierte Gewalt zu verüben. Täter stammen dabei nicht nur aus dem anonymen Umfeld, sondern können auch Bekannte oder vermeintlich Freunde sein.
Laut der österreichischen Anzeigenstatistik wurden 2024 in Österreich 150 Straftaten mit Betäubungsmitteln, darunter K.O.-Tropfen, angezeigt – in 109 Fällen waren Frauen die Opfer. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig Prävention, Aufklärung und Solidarität sind, um Gewalt zu verhindern, bevor sie geschieht.
Im Zentrum der Kampagne steht der Appell: Hinschauen. Handeln. Helfen. Denn Sicherheit beim Ausgehen darf kein Glücksfall sein, sondern eine gemeinsame Verantwortung, dafür, dass Begegnungen für alle sicher bleiben.
„Nur durch gemeinsames Bewusstsein und Zivilcourage können wir verhindern, dass K.O.-Tropfen zur Gefahr werden. Sicherheit beim Fortgehen geht uns alle an. Es ist unsere Aufgabe sichere Räume für Frauen und Mädchen zu schaffen“,
unterstreicht Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Martina Gabriel.
Betroffene erhalten rund um die Uhr kostenlose und anonyme Unterstützung bei der Kärntner Beratungshotline für Frauen und Mädchen (0660/244 24 01) sowie bei der Frauenhelpline gegen Gewalt (0800 222 555). Bei akuter Gefahr ist die Polizei unter 133 erreichbar. Ergänzend stehen umfassende Informationen online unter frauen.ktn.gv.at zur Verfügung.