Nadja Kayali ist neue Intendantin des Carinthischen Sommers

Nadja Kayali wird die neue geschäftsführende Intendantin des Carinthischen Sommers. Sie wurde heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Villach von Klemens Fheodoroff als Obmann des Vereins Carinthischer Sommer und Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser vorgestellt. Kayali ist seit 2022 künstlerische Leiterin des Festivals IMAGO DEI in Krems und bekannt durch das ORF-Radio Ö1, außerdem ist sie Lektorin am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien. Beim Carinthischen Sommer folgt die gebürtige Wienerin mit väterlicherseits syrischen Wurzeln auf Holger Bleck. Dieser leitet das Festival seit 2016, das heurige Programm ist das letzte seiner Intendanz. Kayalis Dienstvertrag geht laut Fheodoroff von 2024 bis 2029.
Kaiser gratulierte Kayali herzlich und strich ihren faszinierenden Lebenslauf sowie ihre Zugänge zu verschiedenen Formen von Kunst und Kultur hervor. Kayali habe nach Helmut Wobisch, Gerda Fröhlich, Thomas Daniel Schlee und Holger Bleck die fünfte Intendanz inne und sei die zweite Frau.

„Kunst ist nicht nur vom Artikel her weiblich“,

so Kaiser dazu. Den Carinthischen Sommer bezeichnete er als Aushängeschild Kärntens, das auch das ganze Land miteinbeziehe und für eine große Breite an Musikrichtungen stehe.

„In unserer schnelllebigen Unterhaltungszeit sind Beständigkeiten bedeutend, dazu zählen auch Festivals mit hoher Qualität“,

so Kaiser.
Der Landeshauptmann strich allgemein den wachsenden Stellenwert von Kunst und Kultur in Kärnten hervor. So werde das neue Kulturgremium in Gemeinsamkeit mit Kulturschaffenden eine Kärntner Kulturstrategie entwickeln, die auch die Freude an Kunst und Kultur vermitteln solle.

„Kunst und Kultur sollen zum Nachdenken anregen, Genres verbinden, die Jugend einbinden. Gerade in schwierigen Zeiten sind sie wichtiger, positiver Bestandteil“,

so Kaiser. Er sicherte zu, dass das Land alles beitragen werde, um den Stellenwert und die Internationalität von Kunst und Kultur weiter zu heben.
Fheodoroff erklärte, dass Holger Bleck um seinen 60. Geburtstag mitgeteilt habe, dass 2023 seine letzte Saison sein werde. Über eine Agentur habe man im November 2022 die Intendanz neu ausgeschrieben, 54 Personen, darunter 18 Frauen hätten sich bis 6. Jänner 2023 gemeldet. Eine hochkarätige Jury habe sich für Nadja Kayali entschieden, auch weil sie im Hearing auf die Rolle als Gastgeberin des Carinthischen Sommers eingegangen sei. Fheodoroff geht es um den niederschwelligen Zugang zum Festival, das wolle man auch auf die Kartenpreise beziehen.
Kayali freut sich sehr auf ihre große Aufgabe, die sie mit viel Elan angehen wolle.

„Ich habe mich in den Carinthischen Sommer verliebt“,

sagte sie. Für ihre Funktion werde sie von Wien nach Kärnten ziehen.
„Auf die Tradition und den Namen aufbauend“ will sie das Festival ausweiten und eine europäische Marke daraus machen. Ihr schweben Kooperationen und Koproduktionen vor, unter anderem schon heuer am 27. Juli mit dem Kremser Festival. Verstärkt will sie Kinder und Jugendliche einbinden.

„Ich werde eine mobile Kinderoper mitbringen und will ein Kinderkompositionslaboratorium sowie Carinthische Ferienkurse starten“,

kündigte die neue Intendantin an.
Besonders wichtig ist ihr, Kunst und Kultur von Frauen zu präsentieren. Daher stiftet sie 10.000 Euro als „Preis der Intendantin“ für Komponistinnen und Literatinnen. Das solle auch dazu anregen, private Sponsoren für das Festival zu finden.

„Ich glaube an die Kraft der Musik und wir werden diese Kraft vermitteln“,

sagte sie. Mit dem Carinthischen Sommer will Kayali Publikum nach Kärnten holen.

„Kunst hat keine Konkurrenz. Alles das stattfindet, hilft uns allen“,

betonte sie.
Infos unter: carinthischersommer.at
Quelle: LPD Kärnten