Museum Villach feiert 150jähriges Bestehen mit Ausstellungs-Reigen
150 Jahre Museum Villach v.li.: LR.in Beate Prettner, Bürgermeister Günther Albel, Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser, Andreas Kuchler (Museumsdirektor) Roberta Rio (Historikerin), LH Peter Kaiser. Foto: LPD/Augstein Medien
Mit einer Eröffnungsfeier startete gestern, Dienstag, das Villacher Stadtmuseum in seine neue Saison und damit zugleich den Ausstellungs-Reigen, der das 150jährige Jubiläum des Stadtmuseums hervorheben sollte. Kulturreferent LH Peter Kaiser, LRin Beate Prettner, Landtagspräsident Reinhart Rohr, Bürgermeister Günther Albel und Villachs Kulturreferentin Gerda Sandrisser verwiesen in ihren Eröffnungsreden auf die Wichtigkeit von Museen, auf die Besonderheiten des Stadtmuseums in Villach und auf die Notwendigkeit der musealen Arbeit des Forschens, Vermittelns und Bewahrens.
„Museen sind das Gedächtnis eines Landes oder wie hier, einer Stadt. Es geht nicht alleine um das Bewahren und Vermitteln von Historie, es geht auch um die Verbindung zur Gegenwart und Zukunft. Das beweist auch die aktuelle Sonderausstellung „Geschichte trifft Zukunft“. Das Museum wirkt identitätsstiftend und stößt aktuelle Diskurse an. Zugleich wird auch ein innovativer, in die Zukunft gerichteter Blick abgebildet – Stichwort Infineon, Forschung und Entwicklung im IT-Bereich, Logistikzentrum und vieles mehr. Hier werden Geschichte, Kultur, Industrie und Digitalisierung vereint“,
betonte Kaiser.
Der Bürgermeister der Stadt Villach, Günther Albel verwies auf den Bildungsauftrag eines Museums, aber auch auf die touristische Wichtigkeit.
„Denn wo kann man eine Stadt besser kennen lernen als im Museum. Villach hat über eine Million Gäste jährlich, die mit einem Museumsbesuch die Region, die Stadt, besser verstehen lernen können“,
so Albel, der auch kurz auf die Entwicklung des Museums selbst einging. Immerhin übersiedelte das Museum Zeit seines Bestehens sechs Mal.
Über 56.000 Ausstellungsstücke geben Einblicke nicht nur in die, laut Albel, hellen Seiten der Geschichte, sondern auch die die dunklen Seiten.
„Ein Museum hat den klaren Auftrag, auch gegen eine drohende Geschichtsvergessenheit zu wirken“,
sagte Albel.
Historikerin Roberta Rio und Museumsdirektor Andreas Kuchler gingen im Detail auf die zahlreichen Veranstaltungen und Sonderausstellungen sowie auf die Historie des Gebäudes selbst ein. Kuchler erklärte auch, dass das Villacher Stadtmuseum ein neuer Ort der Begegnung werden müsse und man in Zukunft auch auf die Mehrsprachigkeit setzen werde, um mehr Gäste und Besucher anzusprechen. Analoges, Haptisches und Digitales würden im Villacher Museum nebeneinander auf die Geschichte hinweisen. Außerdem werde man länger im Jahr offen haben und erst am 5. November in die Wintersaison gehen. Erst im Vorjahr erhielt das Villacher Stadtmuseum das Museumsgütesiegel verliehen. Umrahmt wurde der Eröffnungsabend vom aus der Ukraine stammenden Musiker Jovica Ivanovic.
Das Museum der Stadt Villach wurde 1873 vom Baumeister Carl Andreas Picco gegründet und befindet sich nach mehrmaligen Umsiedeln auf Grund von Zerstörungen nun seit 1960 an seinem Standort in der Widmanngasse im ehem. Palais Crusitz. Das Museum widmet sich der Geschichte des Villacher Raumes. Zu sehen sind jungsteinzeitliche Siedlungsfunde vom Kanzianiberg, die bronze-hallstattzeitlichen Funde von der Napoleonwiese und römerzeitliche Funde aus dem Stadtgebiet sowie die frühmittelalterlichen Gräberfunde von Judendorf und Völkendorf. Es gibt mit dem Stadtpfarrturm, dem höchsten Kirchturm Kärntens, dem Relief von Kärnten und der Burg drei weitere Standorte, die das Museum betreibt.
Sonderausstellung
GESCHICHTE TRIFFT ZUKUNFT – 150 JAHRE MUSEUM VILLACH
In der Jubiläumsausstellung bietet das Stadtmuseum als Erinnerungsort den Raum, um in die Vergangenheit zu schauen, aber auch um einen Blick in die Zukunft zu wagen.
Viele Partizipationsstationen nehmen Bezug auf die Stadtgeschichte, laden zum Mitdenken, Mitmachen und Mitgestalten der Zukunft ein. Von Partizipation wird im Museum gesprochen, wenn Besucherinnen und Besucher und insbesondere Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, eigene Inhalte einzubringen und so selbst die Ausstellung mitgestalten.
Die Sonderausstellung nutzt die Digitalisierung als Erlebnisfaktor, lebt von Zeitzeugen, setzt auf Informationen rund um die Nachhaltigkeit, lässt Steine sprechen und widmet sich auch geschichtlich belasteten Straßennamen. Ab 6. Juni wird die Sonderausstellung erweitert um das Thema „50 Jahre Stadterweiterung“. Ab 4. Juli werden auch in der historischen Schau- und Gemäldesammlung neue Akzente gesetzt.