Land Kärnten setzt weiter auf „Lehre mit Matura“ – Regierungssitzung 6

Kein Entweder-Oder gibt es in Kärnten, wenn es um die Frage Lehre oder Matura geht. Vor 20 Jahren startete das Ausbildungsmodell „Lehre mit Matura“ damals als Pilotprojekt an zwei Kärntner Fachberufsschulstandorten. Das in Kärnten entwickelte Erfolgsprojekt weitete sich dann schnell auf ganz Österreich aus. Momentan werden rund 900 Personen über dieses Programm ausgebildet – 200 davon in den ersten Klassen.

„Umso mehr freut es mich, dass wir in der heutigen Regierungssitzung rund 420.000 Euro zur Kofinanzierung des Programms beschlossen haben. Damit geben wir der dualen Ausbildung die Bedeutung, die sie verdient. Lehre mit Matura ist kein Kompromiss – sie ist eine Stärke“,

so Bildungslandesrat Peter Reichmann.
Seit 2008 fließen in diese Ausbildung über das Programm „Berufsmatura: Lehre mit Reifeprüfung“ Bundesfördermittel aus dem Bildungsministerium. Nach einer Verschiebung hin zu Erwachsenenbildung fällt die finanzielle Unterstützung seitens des Bundes allerdings geringer aus.

„Für das Jahr 2024 fiel für das Land Kärnten eine Summe von rund 200.000 Euro an. Für 2025 müssen wir das Doppelte aufbringen“,

so der Bildungslandesrat.

„Jede Investition in die Bildung ist aber auch eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Mit dem Projekt „Lehre mit Matura“ halten wir der wachsenden Herausforderung des Fachkräftemangels entgegen. Es muss unser Ziel sein, unsere eigenen Fachkräfte auszubilden. Wer also heute Lehre mit Matura stärkt, sichert Innovation und Wettbewerbsfähigkeit und stärkt den Standort“,

betont Reichmann.
In Kärnten können Lehrlinge zwischen zwei Modellen wählen. Beim Arbeitszeitmodell sind Fachberufsschulen die Kooperationspartner – beim Freizeitmodell ist das Wifi langjähriger Kooperationsparter. Hier werden jenen Lehrlingen, denen der Lehrbetrieb den Besuch von Kursen während der Arbeitszeit nicht zustimmt, Vorbereitungslehrgänge in Form von Abend- und Wochenendkursen angeboten.

„Betriebe, die das Arbeitszeitmodell ermöglichen, werden von uns allerdings gefördert“,

weiß Reichmann.

„Lehre mit Matura“ umfasst insgesamt vier Teilprüfungen. Verpflichtend sind die Fächer Deutsch, Mathematik und angewandte Mathematik, eine lebende Fremdsprache (Englisch) sowie ein Fachbereich. Der Fachbereich muss sich auf das erlernte Berufsfeld der Lehrlinge beziehen. „Es freut mich besonders, dass wir gemeinsam mit der HTL Lastenstraße erst vor kurzem eine bedeutende Erweiterung dieses Angebots bekannt geben durfte. Künftig werden hier auch Prüfungen in neun technischen Fachbereichen abgenommen“,

so der Bildungslandesrat.
Weitere Prüfungsschulen sind derzeit die HAK I Klagenfurt, die HAK Wolfsberg, die HAK Spittal an der Drau und die Kärntner Tourismusschule Warmbad.
2025 feierten 89 Maturantinnen und Maturanten aus den Bereichen Handel, Gewerbe und Industrie ihren Abschluss.

„Erfreulich ist, dass durchaus auch Mangellehrberufe wie Dachdecker/Spengler, Maurer, Tischler oder Zimmerer dabei waren. Stolz können wir auf die Unterstützung von zahlreichen Leitbetrieben wie Hasslacher Noritec, Infineon, Lindner, Flextronic, Spar und andere sein. Gleichzeitig zeigt uns das Interesse der Unternehmen aber auch, den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften“,

so Reichmann
im Rahmen des Pressefoyers und meinte abschließend:

„Lehre mit Matura ist kein Nischenangebot mehr. Sie ist ein fixer Bestandteil moderner Berufsbildung. Und das aus gutem Grund, sie eröffnet den allgemeinen Universitätszugang, wird im öffentlichen Dienst anerkannt und schafft echte Durchlässigkeit im Bildungssystem. Gleichzeitig bleiben die Jugendlichen im Betrieb, sammeln Praxis, erwerben Fachkompetenz und sichern sich berufliche Perspektiven.“

Quelle: LPD Kärnten