Drei Große Ehrenzeichen und drei Ehrenzeichen an verdienstvolle Kärntnerinnen und Kärntner, die Landeshauptmann Peter Kaiser unter dem Begriff „Brückenbauerinnen und Brückenbauer“, zusammenfassen konnte, wurden gestern, Montag, im voll besetzten Spiegelsaal der Landesregierung von Kaiser im Beisein von ua LRin Beate Prettner und LR Peter Reichmann vergeben.
Das Große Ehrenzeichen des Landes erhielten Maria Opetnik, stv. Obfrau des slowenischen Kulturvereins KPD Šmihel, Raimund Grilc, Clubobmann a. D und Valentin Hauser, Buchautor. Das Ehrenzeichen des Landes wurde Claudia Rosenwirth-Fendre, Autorin, Ivana Kampuš, Autorin und Gerald Eschenaucher, freischaffender Schriftsteller, verliehen.
„Wir zeichnen außergewöhnliche Persönlichkeiten mit herausragenden Leistungen abseits ihres beruflichen Werdegangs aus. Menschen, die über die Sprache versuchten, Brücken zu schlagen, neue Formen der Sprache entdeckten und verwendeten und über Kunst, Kultur, Bildung und vor allem über Grenzen hinweg, damit Vertrauen und Verbindungen aufbauten. Sie alle haben die Sprache nicht allein auf Kommunikation reduziert und so sind diese Ehrungen heute auch als Auftakt des kulturellen Schwerpunktes des Landes, ‚2026 – Jahr der Literatur‘, zu sehen“,
sagte Kaiser in Anwesenheit von Landeamtsdirektor Dieter Platzer, seinem Stellvertreter Markus Matscheck, Landtagspräsidenten Andreas Scherwitzl, CO Markus Malle, dem Landtagspräsidenten a. D. Reinhart Rohr sowie weiteren Abgeordneten des Landtages und Bürgermeistern aus den Heimatgemeinden der Geehrten.
Der Landeshauptmann verwies einmal mehr darauf, dass die Ehrenzeichen der sichtbare Dank des Landes,
„verbunden mit der Anwesenheit fast aller Regierungsmitglieder, der hohen Beamtenschaft und des Landtages auch die ebenso sichtbare Anerkennung und Wertschätzung sind“.
Die Verleihung an die sechs Personen würde aber auch deutlich machen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, über Volksgruppen hinweg auch auf dem unermüdlichen Engagement Vieler beruhe, die abseits ihres beruflichen Werdeganges als Brückenbauerinnen und Brückenbauer tätig seien.
Raimund Grilc, ehem. Clubobmann, Abgeordneter im Landtag und AHS-Lehrer habe, so die Laudatorin und Leiterin der Abteilung Repräsentation, Auszeichnungen, Menschenrechte und Volksgruppen, Christiane Ogris, jahrzehntelang die Politik, Kultur und damit die Gesellschaft nicht nur in seinem Heimatort Bleiburg, sondern in ganz Kärnten und über die Grenzen des Landes hinaus geprägt.
Mit Integrität, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein sei es Grilc gelungen, Verantwortung und Vertrauen aufzubauen, nachhaltige Lösungen zu erreichen, den interkulturellen Dialog zu fördern und das respektvolle Miteinander zu forcieren, auch im gesamten Alpe-Adria-Raum. Auf Grund seines Engagements habe sich auch das Werner Berg Museum in Bleiburg weiterentwickelt und haben bedeutende Künstler ihren Weg nach Bleiburg gefunden. Sein unermüdlicher Einsatz für seine Region und sein Land, verbunden mit Hartnäckigkeit im Sinne einer Umsetzung seien weitere Gründe für die Verleihung des Großen Ehrenzeichens damit den offiziellen Dank des Landes.
Valentin Hauser, bekannt für seine Bürgernähe und seine pragmatische Herangehensweise im Gemeindeamt Griffen über Jahrzehnte und seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, beginnend bei der Gründung der Griffner Buam, wurde zum Botschafter heimischer Musik. Aber nicht nur die Musik hat es Hauser angetan. Seine Freundschaft zu Peter Handke hat den Unterkärntner auch animiert, selbst zu schreiben und in akribischer Arbeitsweise verbunden mit genauer Literaturrecherche entstanden seine Werke, die nicht nur Geschichte beschreiben, in dem Hauser sie aufschreibt. Hauser, so Ogris, lebt die Geschichte. Ausstellungen im Stift Griffen tragen ebenso seine Handschrift wie die Führungen vor Ort. Er sei ein Kulturbotschafter über Jahrzehnte für die Gemeinde.
Maria Opetnik, ebenfalls mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes gewürdigt, habe, so Ogris in ihrer Laudatio, aktiv den Dialog gefördert und hat neben ihrem beruflichen Werdegang ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten über Jahrzehnte mit Herzblut und Hartnäckigkeit ausgeführt. Neben der Gründung der Theaterschule, ihrem Einsatz für die Kirche und ihre Seelen, kann man Opetnik die fundierte und umsichtige Aufarbeitung der Dokumente Kärntner Sloweninnen und Slowenen zuschreiben. Sie habe Menschen eine Stimme gegeben, sie hinterlasse damit auch Spuren auf die sie selbst stolz sein kann, auf die aber auch das offizielle Kärnten stolz ist.
Gerald Eschenauer, seit gestern Träger des Ehrenzeichens des Landes, bekannt als gesellschaftskritischer Schriftsteller, habe sich auf allen Ebenen der Literatur dem Wort und der Transparenz des Wortes verschrieben. Er setzt sich über Gattungen des Schreibens völlig hinweg, beleuchtet zutiefst menschliche Inhalte vom Mölltaler Bergbauernbuben bis hin zum urbanen Politiker. Eschenauer hat Kärntens größte private Literaturvereinigung gegründet und bietet vor allem jungen Literatinnen und Literaten eine Plattform, sodass Gesellschaft und Künstlerinnen und Künstler profitieren. Seinen eigenen Worten nach, weckt Literatur uns auf und hilft uns zugleich beim Einschlafen.
Ivana Kampuš habe die Liebe zur Sprache von ihren Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Als Autorin und Übersetzerin und vor allem für ihre Kinderbücher habe Kampuš zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Ihre Tätigkeit als Übersetzerin habe vor allem zur kulturellen Verständigung zwischen den Volksgruppen geführt, habe Brücken entstehen lassen und mit dem Dialog zum Erhalt der Slowenischen Sprache beigetragen. Sie präge seit Jahrzehnten die Literaturlandschaft Kärntens als Vermittlerin von Sprache und Kultur.
Claudia Rosenwirth-Fendre hat die Literatur als ihre Leidenschaft abseits ihres Berufes entdeckt, hat schon früh ihre ersten Werke veröffentlicht und mit ihren Texten das Gemeinsame hinweg über Grenzen in den Mittelpunkt gestellt. Die Gailtalerin habe zudem regionale Kulturprojekte mit entwickelt, hat am Via Julia Augusta-Kultursommer mitgearbeitet und immer betont, dass „ihr Hauptwohnsitz die Literatur bleibe und das Schreiben im Dialekt ihr liebstes Kind sei.
Umrahmt wurde die Feierstunde im Spiegelsaal vom Quartett OisterniX.
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