Kulturschwerpunkt 2026: Auftakt ins Jahr der Literatur

Mit einer Auftaktveranstaltung und der Programmpräsentation zum Kulturschwerpunkt im Jahr 2026 startete Kärnten gestern, Mittwoch, mit Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit dem Organisationsteam Christine Haupt-Stummer und Andreas Krištof, sowie der Kuratorin Doris Moser vom Institut für Germanistik und Dominik Srienc vom Musil-Institut für Literaturforschung in das Jahr der Literatur | Leto literature,.

„Es ist das zehnte Schwerpunktjahr, das wir hiermit eröffnen und das wir diesmal der Literatur widmen. Jeder einzelne kulturelle Schwerpunkt hatte und hat ein klares Ziel: wir wollen diesen jeweiligen Bereich, die Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen dahinter sichtbar und erlebbar machen. Wir wollen zeigen, was Kärnten kann und hat, und dass wir kulturell weit über unsere Grenzen hinaus strahlen können, dank zahlreicher renommierter, hervorragender Künstlerinnen und Künstler“,

betonte Kaiser bei der Eröffnung.
 
Der Kulturreferent verwies ebenso auf die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft, in dem sie lehrt zu hinterfragen, kritisch zu betrachten, sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen, sowie für die Entwicklung und den Bestand einer liberalen Demokratie einzutreten. Seit 2016 werden auf Vorschlag des Kärntner Kulturgremiums diese Schwerpunktjahre ausgerufen und von Seiten des Kulturreferates unterstützt.

„Kärnten ist ein herausragendes Literaturland. Es ist kein Zufall, dass wir heuer das Schwerpunktjahr der Literatur haben. Ingeborg Bachmann würde 100 Jahre alt, der Bachmann-Preis wird zum 50. Mal vergeben, Gert Jonke würde 80 Jahre alt, Fabjan Hafner währe heuer 60 Jahre alt geworden. Cvetka Lipuš wird ihren 60. Geburtstag feiern und Engelbert Obernosterer seinen 90“,

zählte Kaiser auf und erklärte, dass wohl kein anderes Bundesland in Österreich sieben (nach 1945) Staatspreisträgerinnen und -preisträger, drei Büchnerpreisträgerinnen und -preisträger sowie mit Peter Handke einen Nobelpreisträger vorweisen könne. Mit dem Jahr der Literatur | Leto literature wolle man auch auf den hohen Stellenwert dieser hinweisen.
 
Ziel aller, die am Erstellen des Programms des diesjährigen Schwerpunktjahres beteiligt sind und waren, ist es, Literatur aus und in Kärnten/Koroška auf vielen Ebenen erfahrbar zu machen – zweisprachig oder mehrsprachig, generationenübergreifend, urban und abseits des Zentralraumes. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Seniorinnen und Senioren sollen Literatur nicht nur konsumieren, sondern als lebendige kulturelle Praxis erleben: im öffentlichen Raum, in Bildungseinrichtungen, in Institutionen ebenso wie an unerwarteten Orten. Christine Haupt-Stummer hat gestern alle Literaturinteressierten eingeladen und zitierte in diesem Sinne Peter Handke „Lesen Sie gefälligst“. Denn Literatur sei mehr als nur Text, Literatur sei sozialer Raum ebenso wie ein Ort der Erinnerung oder der Imagination.
 
Das Programm beruht auf zwei Säulen: Eine zweisprachige digitale Plattform www.literatur-platforma.at gibt die Übersicht über alle relevanten Autorinnen und Autoren, Verlage, Vereine bis hin zu Festivals sowie ein Autor:innenlexikon mit biografischen Informationen und einem Werkverzeichnis und verfügt über einen Serviceteil über Preise, Auszeichnungen, und Stipendien. Die Plattform soll in Zukunft vom Musil-Institut betreut werden.
 
Die zweite Säule ist das Literatura Mobil – Bühne, Bibliothek – alles in einem, das von Mai bis Oktober durch Kärnten tourt und Workshops, Lesungen sowie Aktionen im Sinne der literarischen Auseinandersetzung bieten wird. Dass das Jahr der Literatur auch zum Mitmachen einlädt, beweist der „kollektive Kärntenroman“: Kärntnerinnen und Kärntner können unter der Anleitung von Simone Schönett und Harald Schwinger ihre literarischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, ihre Lust am Schreiben ausleben. Auf einer eigenen Website können alle alle Schritte verfolgen.
 
Im Zuge der Eröffnung des Schwerpunktjahres stellte sich Kaiser dem Bookoskop mit Sozialpädagogin Bianca Braunshofer, die auf Grund des Leseverhaltens die Eigenschaften und Neigungen von Personen erörtert. Die literarisch-musikalische Umrahmung erfolgte durch Lena Kolter. Begrüßt wurden Museumsdirektor Wolfgang Muchitsch und die Leiterin der Kulturabteilung, Brigitte Winkler-Komar.
 
Bisherige Schwerpunktjahre in der Kultur:
  • 2025: Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja,
  • 2024: Jahr der Fotografie,
  • 2023: Jahr der Volkskultur,
  • 2022: Jahr der Bildenden Kunst,
  • 2021: Jahr der Baukultur,
  • 2020: CARINTHIja;
  • 2019: Kinder- und Jugendtheater,
  • 2017/18: Kunst im öffentlichen Raum,
  • 2016: Jahr der freien Kulturinitiativen
 
https://www.aau.at/blog/11-02-auftakt-zum-jahr-der-literatur-leto-literature/
Quelle: LPD Kärnten