Kulturpreis 2025 geht an Mathematikerin

Der diesjährige Kulturpreis des Landes Kärnten geht an die Mathematikerin Barbara Kaltenbacher.
Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser übergab am Freitag im Beisein von LHStvin Gaby Schaunig, LRin Beate Prettner und LR Peter Reichmann den Kulturpreis des Landes sowie die weiteren 12 Förderungs- und Würdigungspreise im Rahmen eines Festaktes im Lake Side Park in Klagenfurt an die Preisträgerinnen und Preisträger.
Die insgesamt 13 vergebenen Preise sind gesamtdotiert mit 91.000 Euro, die Preisträgerinnen und Preisträger werden vom Kärntner Kulturgremium vorgeschlagen und wurden vom Kollegium der Landesregierung beschlossen.
 

„Kulturpreise sind generell eine Würdigung der Leistungen, ein Dank für das Engagement und eine sichtbare Anerkennung und Wertschätzung der Kärntner Kunst- und Kulturszene. Zugleich machen die Preise Kunst und Kultur sichtbar und fördern damit kritische Auseinandersetzung als eine fundamentale Ausstattung einer liberalen Demokratie. Meinungsäußerung, gleichgestellt kritischer Auseinandersetzung, sind Grundsäulen demokratischer Gesellschaften“,

erklärte Kaiser,
der zugleich dem 32-köpfigen Kulturgremium dankte, dass als Beratungsinstanz der Kärntner Kulturpolitik fungiert. Kaiser verwies in seiner Rede auf die geopolitische Situation, in der viele

„Werte von einem Tag auf den anderen umgedreht würden, vielfach keine Verlässlichkeit mehr besteht, autoritäre politische Strukturen sich durchzusetzen vermögen, Finanzpolitik oft anderen Belangen vorgezogen wird“.

„Kunst und Kultur sind in diesem Zusammenhang die Seismographen mit ihrer kritischen und selbstkritischen Grundausstattung – gerade in Hinblick auf die Bedrohung unserer liberalen Demokratie“,

so Kaiser.

Die Kulturpreisverleihung habe damit eine weitere Bedeutung:

„Hier versammeln sich all jene, die diesen geopolitischen Entwicklungen entgegentreten“,

betonte Kaiser.
Der Kulturreferent verwies damit auch auf diesbezügliche kulturstrategische Aktivitäten des Landes, wie dem Erinnerungsjahr 2025, in dem vieles,

„das bis dahin verschwiegen worden ist, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Und das zeigt, dass man sich von neuen Strömungen, die die Demokratie bedrohen, keinesfalls beirren lassen darf“.

Die Öffnung des Bachmann Hauses und des Lassnig Ateliers, die Eröffnung des Kunsthauses Gmünd, erwähnte Kaiser als weitere Schritte des Kulturlandes Kärnten, der Kunst und Kultur, der Erinnerung und der Bewahrung für die Zukunft Platz zu geben.
 
Auch, dass die Kulturstrategie, fußend auf einem breiten, partizipativen Prozess, nun „in die letzte Runde geht und ihre Endfassung im Frühjahr 2026 vorliegen könnte“, erwähnte der Kulturreferent. Kaiser sieht die neue Kulturstrategie als Wegmarkierung für Kärntens Kunst- und Kultur-Szene. Die Verknüpfung mit dem Tourismus werde sie weiter sichtbar machen.
 
Der diesjährigen Preisträgerin Barbara Kaltenbacher dankte Kaiser für ihr Engagement und ihr Bestreben, auch die Wissenschaft als Kunst sichtbar zu machen und in die Kultur miteinfließen zu lassen. An die gesamte Kärntner Kunst- und Kulturszene appellierte Kaiser: „Bleiben sie wachsam als Seismograph für die Gesellschaft!“

Auch die Vorsitzende des Kulturgremiums, Angelika Hödl, sagte:

„In Kärnten passiert Erstaunliches. In Gemeinden, im Land erheben sich Stimmen für die Kunst und Kultur. Budgets werden zur Verfügung gestellt, die regionale und überregionale Zusammenarbeit funktioniert. Lehrstände in Gemeinden werden Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt, der Tourismus bindet Kunst und Kultur in seine Werbung für Landschaft mit ein. Die Kulturpolitik des Landes hat mit 2018 eine Wendung genommen. War sie vorher eine Nebensächlichkeit, erhielt sie mit diesem Zeitpunkt eine neue Bedeutung“.

Sie dankte Kaiser für die Professionalisierung der Kulturarbeit im Land, womit er ein Fundament für die positive Entwicklung gelegt habe und wünschte, der Nachfolger Kaiser’s werde die Arbeit in diesem Sinne fortführen. Kulturschaffende, Kulturpreisträger, würden die Gesellschaft als solche demokratiepolitisch standhaft und kritikfähiger machen.
 
Kaiser verlieh die diesjährigen Preise mit der Leiterin der Kulturabteilung des Landes, Brigitte Winkler-Komar und mit der Vorsitzenden des Kärntner Kulturgremiums, Angelika Hödl.
 
Die bei der Kulturpreisverleihung übliche „Rede zur Lage der Kultur“ kam diesmal von Cvetka Lipuš, der in Bad Eisenkappel geborenen Lyrikerin, die ausschließlich in slowenischer Sprache schreibt und die auf zahlreiche Auszeichnungen verweisen kann (z. B. 2024 Humbert Fink Lit.preis).
Die Laudatio für die diesjährige Kulturpreisträgerin hielt Univ.-Prof. Dr. Mechthild Thalhammer, durch den Abend führten Sabine und Michael Kristof-Kranzelbinder, für die feierliche Umrahmung sorgte das Duo Sonoma.
 
Begrüßt wurden ua Landtagspräsident Andreas Scherwitzl, der stellvertretende Landeamtsdirektor Markus Matschek, die Landtagsabgeordneten Stefan Sandrieser, Herbert Gaggl und Ruth Feistritzer neben den vielen Kunst- und Kultuschaffenden Kärntens, die der Preisverleihung beiwohnten.
 
Die Preisträgerin, Barbara Kaltenbacher, dankte nicht nur dem Land, sondern ihrer gesamten Kollegenschaft, ihrer Familie, den Lehrerinnen und Lehrern im Land, die die Kinder für Mathematik begeistern und „dem Selbstverständnis des Landes, in Kärnten eine Kunst- und Kulturschaffende sein zu dürfen“. Das Preisgeld werde dem mathematischen Nachwuchs zu Gute kommen.
 
Entsprechend des Kärntner Kulturförderungsgesetzes vergibt die Kärntner Landesregierung alljährlich für besondere Leistungen auf kulturellem Gebiet acht Förderungspreise, Dotierung: je 5.000 Euro in den Bereichen der bildenden Kunst, der darstellenden Kunst, der elektronischen Medien/Fotografie/Film, der Literatur, der Musik, der Volkskultur, der Geistes- u. Sozialwissenschaften sowie der Naturwissenschaften/techn. Wissenschaften. Sowie die drei Würdigungspreise, Dotierung: je 8.000 Euro, heuer in den Bereichen: bildende Kunst, darstellende Kunst und Architektur/Verdienste um die Baukultur und den Kärntner Kulturpreis in Höhe von 20.000 Euro, heuer in der Sparte Naturwissenschaften/techn. Wissenschaften.
Darüber hinaus wird 2025 ein Anerkennungspreis für besondere Leistungen im Bereich der freien Kulturarbeit mit einer Dotierung von 7.000 Euro, vergeben. 

 Kulturpreis für Naturwissenschaften/techn. Wissenschaften:

Barbara KALTENBACHER, 1969 in Oberösterreich geboren, Wahlkärntnerin, ist eine Mathematikerin, die sich durch bedeutende Beiträge in verschiedenen Bereichen der Mathematik hervorgetan hat. Ihre Arbeiten haben nicht nur theoretische Aspekte, sondern auch praktische Anwendungen in der Industrie und Technik, die der Region zugutekommen.
Sie befasst sich mit inversen Problemen, Numerik, Regularisierung und Optimierung im Zusammenhang mit partiellen Differentialgleichungen. Anwendungen sind die Modellierung von Piezoelektrizität und die Modellierung, Analysis und Optimierung der nichtlinearen Akustik. Dies ermöglicht die Simulation von Hochleistungsultraschall, wie er etwa bei der Nierensteinzertrümmerung verwendet wird. Außerdem beschäftigt sie sich mit mathematischen Modellen, die bei der Verbesserung der Bildqualität der Magnetresonanztomographie zur Anwendung kommen.
Prof. Kaltenbacher ist seit 2011 Professorin für Angewandte Analysis an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Sie kooperiert häufig mit Forschungsinstitutionen und Industrieunternehmen in Kärnten.
Sie war die erste weibliche Vorsitzende der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft (ÖMG) und Chefredakteurin des „Journal of the European Mathematical Society“. Seit 2023 ist sie wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Ihr unermüdlicher Einsatz und ihre Leidenschaft für die Mathematik und ihre Verbindung zu Kärnten machen Barbara Kaltenbacher zu einer herausragenden Persönlichkeit, die eine Auszeichnung mit dem Kulturpreis des Landes Kärnten für Leistungen in technischen Wissenschaften mehr als verdient hat. Sie trägt dazu bei, Kärnten als einen Ort der wissenschaftlichen Exzellenz und der Bildung zu positionieren.

 Preisträger 2025:

 Barbara KALTENBACHER
Kulturpreis des Landes Kärnten (Bereich: Naturwissen-schaften/techn. Wissenschaften)
 
Valentin OMAN
Würdigungspreis des Landes Kärnten (Bereich: bildende Kunst)
 
Maximilian ACHATZ
Würdigungspreis des Landes Kärnten (Bereich: darstellende Kunst)
 
Beny MEIER
Würdigungspreis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und für Verdienste um die Baukultur
 
LENDHAUER –
Verein zur Belebung des Lendkanals
Anerkennungspreis für besondere Leistungen im Bereich der freien Kulturarbeit
 
David MASE 
Förderungspreis für bildende Kunst
 
Florian ZAMBRANO MORENO
Förderungspreis für darstellende Kunst
 
Luca MUSSNIG
Förderungspreis für elektronische Medien, Fotografie und Film
 
Alina LINDERMUTH
Förderungspreis für Literatur
 
Christof RESSI
Förderungspreis für Musik
 
Agnes SCHNABL
Förderungspreis für Volkskultur
 
Rahel MORE
Förderungspreis für Wissenschaft (Bereich: Geistes- u. Sozial-wissenschaften)
 
Herbert WAGNER                         
Förderungspreis für Wissenschaft (Bereich: Naturwissenschaften/
                                                         technische Wissenschaften)
 
Quelle: LPD Kärnten