Koralmbahn II: Kärnten fährt in die Zukunft

Nach der ersten offiziellen und vor allem der historischen Fahrt auf der Koralmbahnstrecke durch den 33 km langen Koralmtunnel erfolgte am Freitag, 12. 12. um 12 Uhr in Klagenfurt der Festakt zum vom ÖBB CEO Andreas Matthä so bezeichneten „eisenbahnhistorischen Moment“, zur Eröffnung der Koralmbahn nach 27 Jahren Bauzeit und 6 Milliarden Euro Investition.
 
Der erste Koralmjet erreichte mit LH Peter Kaiser, dem gesamten Kärntner Regierungskollegium, mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler, Infrastrukturminister Peter Hanke, dem Vertreter des EU-Kommissars Apostolos Tzitzikostas, Eric von Breska, der Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr sowie mit Bürgermeister Christian Scheider, ÖBB-CEO Andreas Matthä und vielen weiteren Ehrengästen den Klagenfurter Hauptbahnhof.

LH Peter Kaiser sagte, die erste Fahrt mit dem Koralmjet habe ihn demütig werden lassen.

„Ich bin in verschiedenen Funktionen meines politischen Lebens vom Start des Projektes an dabei. Und niemals habe ich mir vorstellen können, wie diese Fahrt, auch durch den Tunnel, tatsächlich sein wird. Als verkehrstechnisches Bauwerk, das die Ostsee mit der Adria verbindet, ist es eine Meisterleistung. Als Infrastruktur wird dieses Bauwerk nun Menschen verbinden“,

so Kaiser.
Mit dem heutigen Tag wachse Europa zusammen, ist Kärntens Bedeutung und Attraktivität durch die infrastrukturelle Anbindung deutlich gestiegen.
 

„Wir brechen auf in eine neue Zukunft mit neuen Chancen für unser gesellschaftliches, wirtschaftliches, kulturelles Zusammenleben, für den Standort mit 1,2 Millionen Menschen, 500.000 Beschäftigten und 150.000 Betrieben. Es ist ein Aufbruch in eine neue Zeit, auch als beste Antwort auf allgegenwärtigen Pessimismus. Es ist auch abseits der Bahn ein bewegender Moment“,

sagte Kaiser.
Kärntens Landeshauptmann dankte allen, die das Projekt ermöglich haben, den Bau über 27 Jahre lang durchgezogen haben und den heutigen Tag ermöglicht haben.

„Unser Dank gilt den fleißigen Händen, die diese für ganz Europa wichtige Infrastruktur gebaut haben“,

erklärte Kaiser.
 
LH Kunasek hielt die schon bestehende gute Zusammenarbeit der Steiermark mit Kärnten fest und sagte, dass durch die nun rasche Verbindung diese noch weiter verbessert werden würde. „Diese Projekt zeigt, was man gemeinsam bewegen kann. Der ehemalige Kärntner Landeshauptmann Haider und steirische Landeshauptfrau Klasnic haben den Grundstein für die neue Verkehrsepoche gelegt“, so Kunasek.
 
Der gebürtige Villacher und ÖBB CEO Andreas Matthä hat nach 27 Bauzeit und fast 40 Jahren Gesamtzeit, die bis zum heutigen Eröffnungstag der Koralmbahn verstrich, seinen Emotionen freien Lauf gelassen. Immerhin blickt der Villacher auf 5 Generationen Familiengeschichte bei der ÖBB zurück. „Als Villacher bin ich nun schneller in meiner Heimat und es ist ein Privileg für mich, hier bei diesem Jahrhundertprojekt und seiner Realisierung dabei zu sein. Es haben so viele Menschen über Generationen hinweg mitgearbeitet und durchgehalten. Ihnen allen gilt unser Dank. Die ÖBB ist stolz auf alle, die dazu beigetragen haben und die hier Zukunft schreiben“, so Matthä.
 
Auch in Klagenfurt verwiesen Van der Bellen, Stocker und Babler auf den historischen Moment, auf den „Tag, an dem Verkehrsgeschichte geschrieben wird“, auf die Europadimension des Bahnprojektes, auf die neuen Verbindungen, die dadurch auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen entstehen und die Wertschöpfungsmöglichkeiten für den neuen Raum, der durch die Bahn entsteht.
 
Vor dem Bahnhofgebäude wartete Skilegende Franz Klammer auf die Politiker. Auch Klammer verwies auf den emotionalen Tag und zog die Verbindung zu seinem Olympiasieg. „Das heute ist ein Jahrhundertereignis, es ist besonders, diesen Moment, die Einfahrt des Koralmjet, zu erleben. Es ist eine Ehre, hier dabei zu sein“, so Klammer. Bei seinem Olympiasieg habe er „nur 160 kmh auf die Schi gebracht“. Nicht nur Graz sei näher gerückt, auch Wien sei schneller erreichbar durch die Koralmbahn. Gut Ding brauche eben Weile, aber wenn es dann vollbracht ist, falle jeder Sportlerin, jedem Sportler ein Stein von Herzen. So sei es auch für alle, die 27 Jahre lang am Projekt gebaut haben, zog Klammer den Vergleich zum Sport.
Quelle: LPD Kärnten