Kick-off: 20 engagierte Teilnehmerinnen starten in den „Lehrgang Politische Bildung“ 2025/26

Mit dem offiziellen Kick-off des „Lehrgangs Politische Bildung“ 2025/26 fiel letzten Freitag der Startschuss für eine neue Runde des erfolgreichen Weiterbildungsprogramms für Frauen, die sich politisch engagieren möchten. Bereits zum 21. Mal bietet das Referat für Frauen und Gleichstellung engagierten Kärntnerinnen die Möglichkeit, fundiertes Wissen über politische Prozesse, rechtliche Rahmenbedingungen und Öffentlichkeitsarbeit zu erwerben und sich überparteilich zu vernetzen.
Stellvertretend für Landesrätin Schaar eröffneten Gemeinderätin Doris Schober-Lesjak, Gemeinderätin Gabriele Zinnauer, Gemeindevorständin Margit Heissenberger sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Martina Gabriel den Lehrgang. Auch heuer ist das Programm mit 20 Teilnehmerinnen vollständig ausgebucht.

Frauen in der Politik weiterhin unterrepräsentiert

Trotz positiver Entwicklungen in den letzten Jahren bleibt der Frauenanteil in politischen Entscheidungspositionen österreichweit niedrig. Laut dem Österreichischen Gemeindebund sind derzeit 244 von 2.092 Bürgermeister:innen weiblich, das entspricht einem Anteil von 11,7 Prozent. In Kärnten liegt dieser Anteil mit 10 Bürgermeisterinnen von 132 bei lediglich 7,4 Prozent.
Auch auf Landesebene zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht: Nach den Landtagswahlen im März 2023 beträgt der Frauenanteil im Kärntner Landtag 16,7 Prozent – der niedrigste Wert im Bundesländervergleich. Im Nationalrat liegt der Anteil bei rund 36 Prozent, im Bundesrat bei 40 Prozent (Stand 2025).
Als häufig genannte Gründe für den geringen Frauenanteil gelten die schwierige Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement sowie die männlich geprägte Parteikultur, die die politische Struktur prägt und nach wie vor als Norm angesehen wird.

Kompetenzen stärken, Vernetzung fördern

Der „Lehrgang Politische Bildung“ setzt genau hier an: Er soll Frauen ermutigen, sich aktiv einzubringen, und sie zugleich mit dem nötigen Fachwissen und praktischen Werkzeugen ausstatten. Neben Modulen zu EU- und Verfassungsrecht, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Kommunalpolitik oder PR und Öffentlichkeitsarbeit werden im Rahmen des Lehrganges auch verschiedene Themenabende und Einzelcoachings angeboten. Zu den renommierten Vortragenden zählen unter anderen die Politik- und Rechtswissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle, Rechtswissenschaftlerin Doris Hattenberger und der Politik- und Medienberater Peter Plaikner.
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Martina Gabriel unterstreicht die Bedeutung des Lehrgangs:

„Nur gemeinsam können wir Gleichstellung verwirklichen und traditionelle Rollenbilder überwinden. Kärnten braucht Frauen, die mitbestimmen und ihre Stimme erheben.“

Der Erfolg des Lehrgangs zeigt sich auch in den Stimmen ehemaliger Teilnehmerinnen. Irmgard Schluder, u.a. stellvertretende Obfrau der Seminarbäuerinnen Kärnten, hebt hervor:

„Für mich ist es wichtig, dass sich Frauen aus den verschiedensten Berufssparten und politischen Gesinnungen vernetzen und gemeinsam für die Anliegen der Frauen eintreten. Dieser Lehrgang schafft die optimale Basis, um als Frau Verantwortung in den unterschiedlichsten Gremien zu übernehmen.“

Landtagabgeordnete Stefanie Ofner ergänzt: „Zur politischen Arbeit gehört auch viel Wissen und Handwerkszeug, um tatsächlich etwas bewegen zu können. Dieses Wissen über Gesetze und Abläufe habe ich mir beim Lehrgang angeeignet. Nach dem Lehrgang weiß ich, wie ich formal korrekt meine Initiativen zum Wohl Kärntens einbringen kann. Als Frau möchte ich eine starke Stimme für alle anderen Kärntnerinnen sein und zeigen, was man erreichen kann, wenn man es aus Überzeugung tut.“
Quelle: LPD Kärnten