19. März 2026
Karawanken-Tunnel: Neue Röhre feierlich eröffnet
Nach siebeneinhalb Jahren Bauzeit wurde am Mittwoch die neue, fast acht Kilometer lange Ost-Röhre des Karawankentunnels auf der A11 Karawankenautobahn für den Verkehr freigegeben. 330 Millionen Euro wurden von der ASFINAG und der slowenischen Autobahngesellschaft DARS investiert. Die neue Röhre ist mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet und verfügt über 26 Notausgänge. Im Sommer sind dort bis zu 30.000 Fahrzeuge täglich unterwegs.
Mit zwei Festakten, beim Nordportal und direkt an der Staatsgrenze im Tunnel, wurde der Abschluss des gemeinsamen Projekts von Österreich und Slowenien gefeiert. In weiterer Folge wird auch die Generalsanierung der alten Tunnelröhre aus dem Jahr 1991 beginnen. Die veranschlagten Kosten dafür betragen 125 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung der 4,5 Kilometer langen Tunnelröhre auf österreichischem Staatsgebiet: Frühjahr 2029.
Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnet den Neubau der Röhre und den Vollausbau des Karawankentunnels als „Schlüsselprojekt für Kärnten, das Vorteile für alle bringt.“ Eine gute Infrastruktur sei für eine positive Entwicklung einer Region wie Kärnten von entscheidender Bedeutung, so Kaiser weiter. Durch die Investitionen der ASFINAG und auch der ÖBB mit der Koralmbahn ist in den vergangenen Jahren in Kärnten sehr viel weitergegangen.
„Investitionen wie diese schaffen und sichern Arbeitsplätze und Wachstum, sorgen für noch mehr Mobilitäts- und Bewegungsfreiheit und in diesem Fall für ein weiteres Zusammenwachsen mit unserem Nachbarland Slowenien durch eine Nord-Südverbindung, die unser gemeinsames Europa symbolisiert“,
so Kaiser bei Festakt.
Der Landeshauptmann dankte allen Beteiligten, die an diesem Tunnelneubau mitgearbeitet haben für ihren wertvollen Einsatz.
Bei der feierlichen Verkehrsfreigabe nahmen auch Bundesminister Peter Hanke, Bundeminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie die ASFINAG-Vorstände Hartwig Hufnagel und Herbert Kasser und die ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher und Andreas Fromm teil.
Mit dem neuen Tunnel werde ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der Region gesetzt:
„Der vorgesehene Vollausbau bedeute ein immenses Plus an Verkehrssicherheit und bringt nicht nur für Kärnten, sondern auch für ganz Österreich einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Chancen und Wachstum“,
freute sich Verkehrsminister Peter Hanke.
Einen Gewinn in mehrfacher Hinsicht bezeichnet Wirtschafts- und Tourismusminister Wolfgang Hattmansdorfer die Investitionen der ASFINAG: Für den Tourismus in Kärnten und in den angrenzenden Bundesländern werde die bessere Erreichbarkeit zusätzliche Nächtigungen bringen und natürlich auch für mehr Sicherheit sorgen.
Die heutige Freigabe der neuen Tunnelröhre ist für ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl der Auftakt dafür, dass das „Nadelöhr zwischen Österreich und Slowenien in wenigen Jahren Geschichte sein wird.“ Mit dem Vollausbau enden die Staus, die es vor allem im Sommer gegeben hat. Hufnagl hob auch die regionale Wertschöpfung des Millionenprojekts hervor.
Unmittelbar nach dem Festakt erfolgte die Fahrt in den Tunnel, wo an der Staatsgrenze gemeinsam mit Sloweniens Infrastrukturministerin Alenka Bratušek und dem Präsidenten der slowenischen Autobahngesellschaft DARS, Andrej Ribic eine zweite symbolische Freigabe inklusive Lasershow erfolgte. Dazu Alenka Bratušek: „Dieses für Slowenien wichtigste Infrastrukturprojekt verbindet Österreich und Slowenien mit ganz Europa, und sorgt für eine sichere und schnellere Verbindung aller Reisenden.“
Als Tunnelpatin fungierte Peter Kaisers Lebensgefährtin, Uli Wehr, die die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer in einer Tunnelnische verankerte. Die Segnung der neuen Tunnelröhre führte Dechant Georg Buch durch.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierlichkeiten vom neu gegründeten Chor „Die Arnoldsteiner“ unter der Leitung von Hedi Preisegger.
Zum Projekt – neue Tunnelröhre Karawankentunnel:
Der bestehende Karawankentunnel – ein Grenztunnel zwischen den Republiken Österreich und Slowenien an der A 11 Karawanken Autobahn – hat eine Gesamtlänge von 7,9 Kilometern.
Davon entfallen 4.402 Meter auf das österreichische Staatsgebiet, weitere 3.546 Meter liegen auf slowenischem Hoheitsgebiet.
Betrieben wird der Tunnel gemeinsam von ASFINAG und dem slowenischen Autobahnbetreiber DARS.
Im September 2018 startete die ASFINAG den Vollausbau des Karawankentunnels. Erster Schritt war der Neubau der zweiten Tunnelröhre, im Anschluss werde die bestehende Tunnelröhre saniert.
Für Autofahrende ändert sich 2026 zunächst nur wenig: Mit der Eröffnung der zweiten Röhre wird der Verkehr drei Jahre lang einspurig im Gegenverkehr durch den neuen Tunnel geführt.
Der Grund: Die alte Röhre wird generalsaniert und modernen Sicherheitsanforderungen angepasst.
Im Sommer 2029 stehen dann beide Röhren mit je zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung.
Quelle: LPD Kärnten
