Die Kärntner Landesregierung hat in der vergangenen Regierungssitzung den Kärntner Umweltbericht 2025 behandelt. Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick über die Umweltqualität, bestehende Belastungen, umgesetzte Maßnahmen und zukünftige Handlungsfelder in Kärnten, von Wasser und Klima bis hin zu Boden, Kreislaufwirtschaft, Naturschutz und Naturgefahren. Unter Federführung der Abteilung 8 (Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination) wurde der Bericht gemeinsam mit weiteren Unterabteilungen wie Energiewirtschaft oder Raumordnung erstellt, denn Klima und Umwelt sind klassische Querschnittsmaterien.
„Der Umweltbericht ist kein Bericht für die Schublade. Er zeigt klar, wo Kärnten steht, wo Maßnahmen wirken und wo wir weiter konsequent dranbleiben müssen. Verantwortung für unsere Umwelt beginnt mit Hinschauen: mit verlässlichen Daten, klaren Zielen und konkreter Umsetzung. Genau diesen Weg will ich weitergehen“,
betont Umwelt-, Natur- und Klimaschutz-Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger.
Der Bericht wurde so aufbereitet, dass er nicht nur Fachleuten, sondern auch Gemeinden, Schulen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern als verständliches Nachschlagewerk dient.
Konkrete Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen wirken. Hier nur ein Beispiel: Kärnten hat seine Treibhausgasemissionen seit 2005 um 32,5 Prozent gesenkt.
„Diese und weitere Zahlen zeigen, dass sich etwas bewegt. Sie sind jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen. Klimaschutz und Klimawandelanpassung sind Daueraufgaben. Entscheidend ist, dass Maßnahmen vor Ort wirken – in den Gemeinden, bei Gebäuden, im Bereich Mobilität sowie bei Wasser oder Abfallwirtschaft“,
so Lagger-Pöllinger.
Besonders sichtbar wird Klimawandelanpassung in den Regionen: In Kärnten arbeiten bereits zehn KLAR!-Regionen mit 75 Gemeinden und rund 223.000 Einwohner:innen daran, sich vorausschauend auf die Folgen der Klimaveränderung vorzubereiten. Die Maßnahmen reichen von Hitzeschutz und Starkregenvorsorge bis hin zu klimafitter Infrastruktur. Unterstützung erhalten die Gemeinden dabei von den KEM-Regionen, dem e5-Programm und vielen weiteren Initiativen.
Besonderes Augenmerk legt der Umweltbericht auf die Kärntner Gewässer. Zentrale Bestandteile der Umweltvorsorge sind die Trinkwasserversorgung, der Grundwasserschutz, die Qualität der Seen und Fließgewässer sowie der Hochwasserwarnservice. Kärntens Seen sind Naturjuwele, Erholungsräume und wichtige Standortfaktoren zugleich. Ein laufendes Monitoring hilft dabei, Veränderungen durch Nutzung, Klimaveränderung oder Eingriffe frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Ein konkretes Beispiel hierfür ist das Sanierungsprojekt „Ossiacher See – Bleistätter Moor”. Dort werden Gewässerschutz, Hochwasserschutz und ökologische Verbesserung miteinander verbunden. Solche Projekte verdeutlichen, wie wichtig eine ganzheitliche Betrachtung von Wasserqualität, Naturräumen und Sicherheit ist.
„Unsere Seen, Flüsse und Trinkwasserressourcen sind ein Schatz, aber kein Selbstläufer. Gerade Klimaveränderungen, Starkregen, Trockenperioden und Nutzungsdruck zeigen, wie entscheidend Forschung, Monitoring und gemeinsame Verantwortung sind. Wir müssen hinschauen, bevor die Probleme größer werden“,
betont Lagger-Pöllinger.
Wie wesentlich verlässliche Daten im Alltag sind, zeigt der Hochwasserwarnservice: Im Hochwasserfall werden rund 100.000 Messwerte pro Tag online bereitgestellt. Damit liefert das Land eine zentrale Grundlage für Vorsorge und rasches Handeln.
Auch der sparsame Umgang mit Boden ist ein zentrales Zukunftsthema, das im Bericht sichtbar wird. Die Bereiche Bodenschutz, Altlastenbearbeitung, Flächenwidmung und Bodenfunktionsbewertung liefern die erforderlichen Grundlagen für Planung, Schutz und nachhaltige Entwicklung. Auch neue Umweltfragen wie Mikroplastik in Böden werden aufgegriffen, um Belastungen sichtbar zu machen und um gezieltere Maßnahmen ableiten zu können.
In der Abfallwirtschaft vollzieht sich ein Wandel von der reinen Entsorgung hin zur Kreislaufwirtschaft. Reparaturführer, Repair Cafés, ReUse-Sammlungen, die Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung, Altstoffsammelzentren und Abfallberatung zeigen, wie Ressourcenschonung in der Praxis funktioniert. Das Ziel besteht darin, weniger wegzuwerfen, Dinge länger zu nutzen und Abfälle gar nicht erst entstehen zu lassen.
Im Naturschutz dokumentiert der Bericht Maßnahmen zum Schutz von Lebensräumen, Artenvielfalt und in Natura-2000-Gebieten. Konkrete Beispiele sind der Schutz wertvoller Auwälder im Natura-2000-Gebiet Gurkmündung, aktualisierte Rote Listen gefährdeter Tiere und Pflanzen, der Kärntner Heckentag, vogelkundliche Führungen im Europaschutzgebiet Tiebelmündung sowie der Geo-Tag der Artenvielfalt im Geopark Karawanken.
„Mir ist wichtig, dass der Umweltbericht nicht abstrakt bleibt. Hinter jeder Zahl steht eine konkrete Frage: Was bedeutet das für die Menschen in Kärnten? Sauberes Wasser, weniger Lärm, Schutz vor Hochwasser und Hitze, weniger Abfall, eine intakte Natur und verlässliche Daten für die Gemeinden – das sind die konkreten Fragen, die uns beschäftigen. Genau darum geht es: Umweltpolitik muss im Alltag spürbar sein“,
betont Lagger-Pöllinger.
Umweltschutz wird im Bericht auch als Frage der Lebensqualität sichtbar. Dazu zählen saubere Luft, eine geringere Lärmbelastung, Umweltbildung und regelmäßige Umweltinspektionen. Maßnahmen wie Lärmschutz an Verkehrswegen, laufende Messungen, vorausschauende Planung und Kontrollen tragen dazu bei, Belastungen zu reduzieren und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Der Bericht macht zudem deutlich, wie bedeutsam der Schutz vor Hochwasser, Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und anderen Naturgefahren bleibt. Moderne Schutzmaßnahmen verbinden technische Sicherheit, Gefahrenzonenplanung und ökologische Anforderungen. Der Nutzen ist unmittelbar: Menschenleben werden geschützt, Schäden werden reduziert und wichtige Infrastruktur wie Straßen, die Wasserversorgung und Versorgungsleitungen werden abgesichert.
„Umweltschutz ist Lebensqualität. Er bedeutet sauberes Wasser, gesunde Böden, intakte Natur, weniger Belastung und mehr Sicherheit vor Naturgefahren. Der Umweltbericht zeigt, dass Kärnten auf vielen Ebenen aktiv ist und dass die Verantwortung für unsere Umwelt jeden Tag neu wahrgenommen werden muss“,
so Lagger-Pöllinger abschließend.
HIER geht es zum Kärntner Umweltbericht.
Quelle: LPD Kärnten