Mit einem Festakt und vielen Kulturschaffenden und Kulturbegeisterten wurden diesen Samstag das neue Kunsthaus Gmünd und zugleich die Ausstellung „David Hockney. Das grafische Werk“ eines der bedeutendsten lebenden Künstler von Kulturminister Vizekanzler Andreas Babler und Kulturreferent LH Peter Kaiser im Beisein von LR Daniel Fellner, Ulli und Hans Peter Haselsteiner, sämtlichen Bürgermeistern der Nachbargemeinden und Gmünds Bgm Josef Juri eröffnet. Ebenfalls dabei waren WK-Präsident Harald Mahrer und die Spittaler Familie Samonigg.
„Dieses Haus, ein Haus, das Kunstschaffende und Kunstgenießer zusammenführt, das kritische Auseinandersetzung zulässt und damit Weiterentwicklung ermöglicht, können wir dank privater Initiativen heute eröffnen. Wir können Kunst und Kultur allen zugänglich machen, weil Menschen überzeugt sind von der Wichtigkeit des kritischen Blickwinkels von Künstlerinnen und Künstlern und der kritischen Auseinandersetzung der Betrachter. Diese Menschen und Gmünd machen Kärntens Kulturlandschaft um ein Juwel reicher, machen Kunst und Kultur abseits des Zentralraumes erlebbar“,
sagte Kaiser bei der Eröffnung.
Kunst und Kultur erhalten in der Gegenwart laut Kaiser eine neue Wertigkeit.
„Es taucht auf, was wir längst als überwunden geglaubt haben, wir sind kaum mehr in der Lage, zu prognostizieren, was der nächste Tag an globaler, gesellschaftlicher Veränderung bringt. Doch Kunst und Kultur sind die Konstanten, die Menschen zusammenführen und einen“,
betonte Kaiser.
Das neue Kunsthaus in Gmünd konnte laut Kaiser entstehen,
„weil Menschen daran geglaubt haben, weil es Personen gibt, welchen Kärnten am Herzen liegt und weil es Organisationen und Institutionen gibt, die für Weiterentwicklung eintreten“,
so Kaiser, der besonders der Familie Haselsteiner dafür dankte,
„was sie für die Kunst und Kultur in Kärnten tut“.
Besonders hob Kaiser die Leistungen von Erika Schuster, Leiterin der „Künstler:innenstadt Gmünd gemeinnützige Privatstiftung“ hervor.
„Das Land Kärnten hat seine Wertschätzung gegenüber der Leistung, dem Engagement, der Beharrlichkeit und vor allem ihrem Herz mit einem Ehrenzeichen sichtbar gemacht“,
so Kaiser.
Kulturminister Babler überreichte Erika Schuster
„für ihr kulturelles Lebenswerk, für ihren Glauben an die Künstlerstadt Gmünd, für ihr Durchhaltevermögen, ihre Weitsicht, ihr langfristiges Denken und ihr Herz“
das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.
„Es ist Erika Schuster zu verdanken, dass Gmünd weit über Kärntens Grenzen hinaus bekannt ist, dass Künstlerinnen und Künstler der ganzen Welt nach Gmünd kommen“,
so Babler, der selbst schon mehrmals in Gmünd war.
Es sei laut Babler Aufgabe der Politik, permanent freien Zugang zu Kunst und Kultur zu schaffen, denn Kunst und Kultur fungieren als eine der wesentlichsten Grundlagen einer Demokratie.
„Der Austausch, der durch Kunst und Kultur möglich wird, der ständige Diskurs, sind Basis für ein demokratisches Zusammenleben und unverkennbarer Ausdruck einer Demokratie“,
hielt Babler fest.
Auch er dankte Haselsteiner für seinen Investitionswillen in die Künstlerstadt Gmünd und Erika Schuster für ihren
„langen Atem, dieses Projekt umzusetzen, die Stadt Gmünd mit einem weiteren Highlight zu beleben“,
sagte der Kulturminister.
Tatsächlich konnten die 400 Quadratmeter Gesamtausstellungsfläche und 10 Ausstellungsräume auf 2 Ebenen, allesamt barrierefrei, sowie der 500 Quadratmeter große und autofreie Vorplatz errichtet werden, weil die Hans Peter Haselsteiner Privatstiftung das ehemalige „Lax-Haus“ in Gmünd angekauft und renoviert hat. Gesamtinvestition: 3 Mio. Euro. Seit Jänner 2024 hat die Stiftung laut Kaiser auch die gesamte Kultur- und Vermarktungsarbeit übernommen, die zuvor vom Verein Kulturinitiative Gmünd getragen worden ist.
„Mit der Übernahme in die Stiftung, deren Zweck es ist, Kunst und Kultur für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, konnte dieses Haus erhalten, gestaltet werden und wirkt für die nächsten 25 Jahre als Kunstraum“,
erklärte Kaiser.
Geleitet wird das neue Kunsthaus von Erika Schuster, die auf ihre 30jährige Erfahrung und ihr Engagement für Gmünd zurückblicken kann und darauf verweist, dass das Umbaubudget von 3 Mio. Euro auch eingehalten worden ist. Über 30 Firmen aus der Region waren laut ihr daran beteiligt, dass dieses neue Juwel entstehen hat können. Betreiber ist künftig die „Künstler:innenstadt Gmünd gemeinnützige Privatstiftung“. Im Juli wird Erika Schuster ihrer Tochter Julia die Aufgabe der Geschäftsführerin der Stiftung übergeben.
„Die Stiftung ist in besten Händen, Julia brennt für diese Aufgabe, sie ist in dieser Stadt angekommen“,
so Erika Schuster.
Kunstmäzen Hans Peter Haselsteiner sieht in der Kunst
„ein eindeutiges Bindeglied der Gesellschaft gegenüber den trennenden Elementen der Social Media-Welt. Daher stärken wir Kunst und Kultur. Gmünd spricht hier für sich, die Stadt hat nicht nur Charme, sie ist unverwechselbar!“
Bürgermeister Josef Jury überreichte Erika Schuster den symbolischen goldenen Schlüssel für die Eröffnung des neuen Kunsthauses und dankte alle, die die Sanierung und Eröffnung ermöglicht haben.
Der Innenhof des Gebäudes wurde mit einem Lift und der Dachboden mit der gesamten Haustechnik ausgestattet. Im Gebäude sind neben Ausstellungsräumen durch das neu geschaffene Auditorium auch Filmvorführungen und Vorträge möglich. Ergänzt wird das Kunsthaus durch eine Präsenzbibliothek mit Kunstbüchern, zum Teil gestiftet vom Kunsthistorischen Museum Wien.
Die Privatstiftung ist mit 36 Stifterinnen und Stiftern die breitest aufgestellte Privatstiftung Österreichs und das Land Kärnten sei laut Kaiser stolz, Gründungsstifterin und damit Teil dieser in Österreich einzigartigen kulturellen Entwicklung zu sein.
Gmünd ist ein Zentrum der Kunst, das über die Grenzen Kärntens hinaus strahlt. An 20 Orten in der Altstadt wird Kunst von Malerei, Druckgrafik, Bildhauerei, Fotografie, Installation, Land Art, bis hin zu Film und Video gezeigt. Nach Namen wie Albrecht Dürer (2015), Francisco de Goya (2016), Joan Miró (2017), Henri Matisse (2018), William Turner (2019), Edward Quinn (2020), Picasso (2021), Maria Sibylla Merian (2022), Max Ernst (2023), Marc Chagall (2024) ist nun der britische Ausnahme-Künstler David Hockney zu Gast in Gmünd.
Zu sehen sind bis 5. Oktober rund 120 Arbeiten des britischen Kunststars David Hockney (87), wie Radierungen und Lithografien aus seinen wichtigsten druckgrafischen Serien. Herzstück der Ausstellung sind seine Radierungen zu den „Grimm´s Tales“ (sechs Märchen der Gebrüder Grimm) sowie der Zyklus „A Rake´s Progress“.
David Hockney, geboren 1937 in Bradford, zählt zu den einflussreichsten Künstlern der Gegenwart. Berühmt wurde er durch seine Swimming Pool-Arbeiten der 1960er Jahre, Porträts, Stillleben oder Landschaftsbilder, Fotocollagen und Bühnenbilder. Hockney gilt als vielseitiger Künstler, der seine künstlerischen Medien variiert. So nützt er die Malerei auf iPad und iPhone und gibt immer noch an, neue künstlerische Techniken erlernen zu wollen. 400 seiner Werke werden aktuell auch in Paris von der Louis Vuitton Fondation gezeigt.
Quelle: LPD Kärnten