Kärntens Städte und Gemeinden klimafit und krisenfest aufstellen

Wie können Kärntens Städte und Gemeinden auf steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und einen regional wachsenden Wasserbedarf reagieren? Bei der Landesgruppensitzung des Österreichischen Städtebundes in Klagenfurt stellte Gemeindereferentin LRin Marika Lagger-Pöllinger zentrale Maßnahmen des Landes für mehr Vorsorge und Versorgungssicherheit vor. Im Mittelpunkt standen der Hitzeschutz in Bildungseinrichtungen, der Ausbau der überregionalen Trinkwasserversorgung sowie neue Möglichkeiten eines smarten und resilienten Wassermanagements. Einen ersten Ausblick gab Lagger-Pöllinger zudem auf die geplanten Gemeindepartnerschaften.

„Unsere Städte und Gemeinden spüren die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar. Deshalb müssen wir heute Vorsorge treffen. Beginnend mit Hitzeschutz für unsere Kinder, einer starken und vernetzten Trinkwasserversorgung und neuen Technologien, die uns helfen, mit unserer wertvollsten Ressource Wasser noch vorausschauender umzugehen. Unser Ziel ist es, die Gemeinden dabei zu unterstützen, sich langfristig gut und krisenfest aufzustellen“,

betont Lagger-Pöllinger.

Hitzeschutz dort, wo die Kleinsten sind

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Hitzeschutz in Kindergärten und Volksschulen. Im Rahmen der im Juli gestarteten Initiativförderung stellt das Land Kärnten 4,5 Millionen Euro für entsprechende Maßnahmen zur Verfügung. Gefördert werden 80 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 80.000 Euro. Bisher haben 82 Gemeinden insgesamt 276 Hitzeschutzmaßnahmen eingereicht. 

„Hitze setzt uns allen zu. Deshalb haben wir unsere Hitzeschutzmaßnahmen bei den Kleinsten begonnen. Kinder sowie Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Räume, in denen sie sich auch an heißen Tagen wohlfühlen und gut lernen können. Die starke Nachfrage aus den Gemeinden zeigt, dass wir hier einen konkreten Bedarf treffen“,

so Lagger-Pöllinger.

Wasser dort verfügbar machen, wo es gebraucht wird

Die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung ist ebenfalls eine zentrale Zukunftsaufgabe. Grundsätzlich verfügt Kärnten über ausreichend große Wasserressourcen. Regional und zu Spitzenverbrauchszeiten können jedoch Engpässe auftreten. Der Schwerpunkt liegt daher auf der Sicherung der Grundwasservorkommen, der überregionalen Wasserverteilung und dem Erhalt der bestehenden Infrastruktur. 
Bis 2040 sollen rund 135 Kilometer Transportleitungen, sogenannte Wasserschienen, sowie neue Wasserspeicher und zusätzliche Wasserressourcen geschaffen bzw. erschlossen werden. Dafür sind rund 140 Millionen Euro vorgesehen. Damit soll die Grundversorgung von Kärntnerinnen und Kärntnern bestmöglich abgesichert werden. 

„Kärnten hat grundsätzlich genug Wasser. Die entscheidende Frage ist, wie wir es im Bedarfsfall dorthin bringen, wo es gebraucht wird. Genau hier setzen wir mit den Wasserschienen und der stärkeren Vernetzung unserer Versorgungssysteme an. Wir investieren heute, damit auch kommende Generationen auf eine sichere Trinkwasserversorgung vertrauen können“,

betont Lagger-Pöllinger.

Smartes Wassermanagement: erkennen, bevor es zum Problem wird

Neben dem Ausbau der Infrastruktur setzt Kärnten auch auf Digitalisierung. Ein smartes und resilientes Wassermanagement kann Gemeinden und Wasserversorgern dabei helfen, ihre Netze besser zu überwachen und vorausschauender zu handeln. Digitale Verbrauchsdaten machen Wasserverluste, Verbrauchsabweichungen und Lastspitzen frühzeitig sichtbar. Mithilfe von künstlicher Intelligenz können zudem Verbrauchsprognosen erstellt und drohende Versorgungsengpässe früher erkannt werden. 

„Wir wollen nicht erst reagieren, wenn ein Problem bereits da ist. Wenn wir frühzeitig erkennen, wo Wasser verloren geht oder sich ein Engpass abzeichnet, können die Verantwortlichen rechtzeitig handeln. Genau darin liegt für mich der große Mehrwert eines smarten Wassermanagements. Verfügbares Wasser gezielter einsetzen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit stärken“,

erklärt Lagger-Pöllinger.

Ausblick auf neue Gemeindepartnerschaften

Einen weiteren Schwerpunkt kündigte Lagger-Pöllinger mit der Weiterentwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit an. Die konkreten Details und Fördermöglichkeiten wird sie bei der kommenden Bürgermeister:innen-Konferenz am 08. Oktober vorstellen. 

„Viele Herausforderungen lassen sich gemeinsam besser lösen. Mehr dazu werden wir bei der Bürgermeister:innen-Konferenz präsentieren“,

gibt Lagger-Pöllinger einen ersten Ausblick.
Quelle: LPD Kärnten