Kärnten errichtet Maria Lassnig-Atelier

Das ehemalige Atelier der Künstlerin Maria Lassnig in der Klostergasse in Klagenfurt wird saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das kündigt Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser an.

„Das Land Kärnten wird mit der Stadt Klagenfurt das Obergeschoss des betroffenen Hauses anmieten, adaptieren und in weiterer Folge als Atelier und Veranstaltungsraum für Workshops, Ausstellungen, Lesungen oder Symposien der Öffentlichkeit zugänglich machen. Es gehört zu unseren Aufgaben, Kunst und Kultur zu wahren, sie vor allem für die Bevölkerung erlebbar zu machen“,

hält Kaiser fest.
 
Der entsprechende Beschluss für dieses Vorhaben soll in der kommenden Regierungssitzung fallen.
Das Mietobjekt umfasst über 130 Quadratmeter und beheimatet nicht nur das ehemalige Atelier der Künstlerin, sondern auch die entsprechenden Räume wie Kommunikationsräum mit Küche, Nassräume und den Salon von Maria Lassnig. Land und Stadt übernehmen laut Kaiser die Miete (dzt. Rd. 1.600 Euro) sowie entstehende Kosten für das Objekt zu gleichen Teilen. Der Mietvertag gilt mit 1. Februar 2025 und bis 31. Dezember 2039.
 
Die Maria Lassnig Privatstiftung hat für die Bespielung der Räume ein Ausstellungskonzept erarbeiten lassen, das u. a. die Vermittlungsmedien, Projektionen sowie einrichtungstechnische und bauliche Adaptierungen vorsieht und Planungs-, Konzeptions-, Koordinations-, Abstimmungs-, Korrektur- und technische Maßnahmen umfasst. Ein zusätzlicher Werkvertrag regelt die Umsetzung des Konzeptes. Die Umsetzung startet mit Unterschrift der Verträge. Die kuratorische und wissenschaftliche Leitung wird durch das Land und die Stadt Klagenfurt unter Einbindung des Museums Moderner Kunst Kärnten und die Stadtgalerie erfolgen. Auch die allfälligen Personalkosten für den Betrieb werden sich Stadt und Land teilen.

„In allen Belangen ist einvernehmlich vorzugehen. Es ist geplant, dass dieser neue Kulturschatz im Herbst seine Pforten öffnet“

so Kaiser.
 
60.000 Euro werden nun für die Umsetzung des Projektes von Land und Stadt aufgebracht und weitere 30.000 Euro steuert der Tourismusverband Klagenfurt bei.

„Klagenfurt unterstreicht seinen Anspruch als prägendes Zentrum der Kunst und Kultur Kärntens durch die Verwirklichung bedeutender Projekte wie das Lassnig-Atelier. Diese Einrichtung ermöglicht es, die künstlerische Arbeit herausragender Persönlichkeiten wie Maria Lassnig individuell zu erleben. Zugleich schafft sie einen Raum für Begegnung, Dialog und kreativen Austausch und ist ein lebendiger Ausdruck der reichen Kunsttradition der Region. Damit bereichert sie nachhaltig die kulturelle Landschaft Kärntens und fördert die Wertschätzung künstlerischer Vielfalt“,

so Klagenfurts Kulturstadtrat Franz Petritz.
 
Maria Lassnig gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen Kärntens. Sie wurde 1919 in der Gemeinde Kappel am Krappfeld geboren, wuchs unter unschönen Verhältnissen bei ihrer Großmutter auf und übersiedelte 1925 zu ihrer Mutter nach Klagenfurt. Ab diesem Zeitpunkt führte sie auch den Namen des Stiefvaters Lassnig. Maria Lassnig wurde Volksschullehrerin, galt aber schon zu Volksschulzeiten als besonderes Zeichen-Talent. 1940 begann Lassnig mit dem Studium der Malerei in Wien und schloss es 1945 ab und kehrte nach Klagenfurt zurück. Es zog sie nach Paris, wieder nach Wien, auch nach New York, Brooklyn, und wieder Wien. 1974 begann sie mit der Filmerei, 1977 wurden erstmals zeichnerische Werke Lassnigs in Wien gezeigt. 1980 übernahm sie die Leitung der Meisterklasse an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und war eine der ersten Frauen im deutschsprachigen Raum, die eine Professur für Malerei erhielt.
 
Sie vertat Österreich bei der Biennale in Venedig, gründete Österreichs einziges Lehrstudio für Trickfilm, es fanden viele Einzelausstellungen statt in Österreich, Deutschland, in der Schweiz, in Paris, New York, Rom und Den Haag. 2004 erhielt sie den Max-Beckmann-Preis, zu ihrem 90. Geburtstag 2010 gab es eine Einzelausstellung in München. Am 6. Mai 2014 stirbt die Künstlerin 94jährig in Wien. Das Ehrengrab Maria Lassnigs befindet sich am Zentralfriedhof.
https://www.marialassnig.org/
Quelle: LPD Kärnten