Kärnten bekommt erstmals eine Kunst- und Kulturstrategie
Kulturreferent LH Peter Kaiser und die Kulturabteilungsleiterin des Landes, Brigitte Winkler-Komar
Es war ein völlig neuer Weg, den Kulturreferent LH Peter Kaiser, die Abteilungsleiterin der Kulturabteilung, Brigitte Winkler-Komar mit all den Expertinnen und Experten im Kulturbereich, mit Vertreterinnen und Vertretern von Kulturvereinen und – Initiativen seit 2024 beschritten haben: Unter Einbindung von über 1.400 Personen in sechs so genannten regionalen Zukunftsforen wurdeerstmalig eine Kunst- und Kulturstrategie für Kärnten/Koroška erarbeitet. Diese wird Kulturreferent LH Peter Kaiser morgen, Dienstag, dem Kollegium der Kärntner Landesregierung zur Beschlussfassung und Weiterleitung an den Landtag vorlegen.
„Dieser partizipative Prozess, die Einbindung von Stakeholdern und Menschen in den jeweiligen Regionen war für eine neue Kulturstrategie einzigartig, innovativ und äußerst erfolgreich. Kärnten hat eine neue Strategie für Kunst und Kultur im Land mit dem Ziel die Vielfalt unsererKunst- und Kulturszene zu erhalten und Alleinstellungsmerkmale unseres Kulturlandes zu schärfen. Geographische wie demografische Aspekte sind ebenso eingeflossen wie unsere Zweisprachigkeit, die Volkskultur und die besondere Lage Kärntens im Alpen-Adria-Raum. Es wurden in diesem Prozess 24 Ziele und 67 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Nach der Weiterleitung durch die Landesregierung an den Kärntner Landtag, die dortige Bearbeitung und Beschlussfassung geht es in die Umsetzung“,
fasst Kaiser im Vorfeld der kommenden Regierungssitzung zusammen.
Es sei auch die strategische Landesentwicklung mit einbezogen worden, um die Positionierung des Landes als Innovations-, Technologie- und Forschungsstandort um die Kunst und Kultur zu erweitern.
„Damit haben wir ein weiteres Ziel erreicht, nämlich durch die Kulturstrategie die Zukunfts- und Gestaltungspotenziale des Landes zu erkennen und den gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Wandel mit zu gestalten“,
sagt Kaiser. Mit dem Beschluss der neuen Strategie bekenne sich das Land (auszugsweise) im Ergebnis zur nachhaltigen Förderung der Vielfalt von Kunst und Kultur in Kärnten in all ihren Ausdrucksformen, zu Slowenisch als Mehrwert einer zweiten Landessprache, zum Bestand einer Kunst- und Kulturabteilung des Landes, zur Berücksichtigung des Alleinstellungsmerkmales Kärntens durch die geographische Lage im Alpen-Adria Raum, zur Umsetzung zielgerichteter Förderprogramme und Maßnehmen oder zur Verschränkung mit anderen Strategien des Landes, wie beispielsweise den baukulturellen Leitlinien.
Kaiser hebt vor allem die Intention dieser neuen Strategie hervor. Kunst und Kultur seien laut dem Kulturreferenten „lebensnotwendiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens“. Die Strategie richte sich an alle im Kunst- und Kulturbereich Tätigen, an politisch Verantwortliche, sowie das Publikum, auf dessen Bedürfnisse eingegangen worden ist.
„Wir haben eine Strategie erarbeitet, die aber nicht bei Kunst und Kultur Halt macht, sondern andere Bereiche, wie den Tourismus, die Bildung, Wirtschaft und auch Internationales miteinbindet“,
weist Kaiser hin.
In Summe durchläuft der gesamte Prozess der neuen Kulturstrategie sechs Phasen. Im Jänner 2024 erfolgte eine Bestandsaufnahme und Analyse der Kunst- und Kulturlandschaft des Landes. Die partizipative Phase 2 dauerte von Juni 24 bis Oktober 2025, es wurden Ziele und Maßnahmen erhoben. Phase 3 beschäftigte sich von Oktober 25 bis Jänner 2026 mit der Auswertung und Finalisierung der Strategie, sodass nun im Frühjahr, nach dem Beschluss in der kommenden Regierungssitzung und in Folge des Beschlussesim Kärntner Landtag die Präsentation erfolgt. In Phase 5 – ab Beschluss bis 2030 – kommt es zur Umsetzung und auch zur breiten Veröffentlichung der Kunst- und Kulturstrategie. In Phase sechs wird 2031 eine Evaluierung der Kulturstrategie erfolgen.
„Die Umsetzungsphase erfolgt bei einer laufenden bedarfsorientierten Adaptierung der Maßnahmen durch die Kulturverantwortlichen auch unter Einbindung des Kulturgremiums, der Interessensvertretungen, wie beispielsweise der IG KIKK, und der Kunst- und Kulturszene selbst. Der partizipative Charakter unserer Strategie und ihrer Umsetzung bleibt erhalten“,
so Kaiser.
Schon in der Bestandsaufnahme ging es um die Schwerpunktthemen Vernetzung und Kooperation, Erbe im Wandel – bewahren und entwickeln, Räume der Kunst und Kultur – analog und digital, Kunst, Kultur und Tourismus, Unterstützung für Kunst und Kultur sowie Zugänge zu Kunst und Kultur. Die nun vorliegende Strategie umfasst inhaltlich sechs Schwerpunktthemen, in die die 24 Ziele und 67 Maßnahmen eingearbeitet sind: Baukultur, bildende Kunst, darstellende Kunst, elektronische Medien, Fotografie und Film, Literatur, Musik, Volkskultur und Wissenschaft.
Begleitet wird der Prozess zur Erstellung und Umsetzung der ersten Kärntner Kunst- und Kulturstrategie nach einer europaweit erfolgten Ausschreibung vom einschlägig erfahrenen Beratungsunternehmen actori GmbH aus München.