Internationaler Holocaust-Gedenktag im kärnten.museum
Direktor Wolfgang Muchitsch (Kärnten Museum), NR Elisabeth Scheucher-Pichler, StR Franz Petritz, StRin Sandra Wassermann, LH Peter Kaiser, Bgm Christian Scheider, Manfred Morokutti, David Gulda, Peter Gstettner, GR Manfred Jantscher und Paul Gulda. (Fotohinweis: LPD Kärnten/Jannach)
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages, am 27. Jänner, fand gestern, Sonntag eine Matinée im kärnten.museum statt. Die Gedenkveranstaltung wurde vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška und der Stadt Klagenfurt organisiert. Seitens der Kärntner Landesregierung nahmen LH Peter Kaiser und LHStv.in Gaby Schaunig an der Martinée teil.
Seine Ansprache begann Landeshauptmann Peter Kaiser mit persönlichen Eindrücken während eines Besuchs des Museums des Rigarer Ghettos in Lettland.
„Wenn man das Leid gesehen hat, sich die unaussprechlichen Schicksale der verfolgten und ermordeten Menschen vor Augen führt und dann in die Gegenwart zurückkehrt, weiß man wie wichtig es ist, für die liberale Demokratie, die Menschenrechte und das Leben das wir – trotz aller Herausforderungen und berechtigten Kritikpunkte – führen dürfen, täglich einzutreten“,
betonte Kaiser und schloss mit einem Appell an die Besucherinnen und Besucher der Martinée:
„Wir müssen die liberale Demokratie jeden Tag neu erkämpfen, sie ist nicht selbstverständlich. Vergessen wir nie und seien wir wachsamer als je zuvor!“
In seinen Begrüßungsworten ging Bürgermeister Christian Scheider auf die Erinnerungskultur in der Landeshauptstadt Klagenfurt ein. „Die Vergangenheit soll uns lehren, wie wichtig es ist die Demokratie zu schützen. Erinnerungskultur umfasst nicht nur Veranstaltungen, sondern ist auch der Auftrag, die Lehren aus der Geschichte an die kommenden Generationen weiter zu geben“, sagte Scheider.
Seitens des Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška sprach Manfred Morokutti. Der Vorsitzende verdeutlichte anhand der Zahlen des unlängst erschienen Rechtsextremismusberichtes, wie wichtig es ist gegen antisemitische und rechtsextreme Strömungen aufzutreten.
„Der Holocaust hat mit Worten, Sprache, Hass und Fake-News begonnen. Daher ist es wichtig wachsam zu sein, Zivilcourage zu zeigen und sich auf die Seite jener zu stellen, die sich für die Erhaltung der Demokratie einsetzten“,
mahnte Morokutti.
Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museum berichtete, dass im Zuge des Erinnerungsjahr 2025 / Leto spominjanja neben der Hauptausstellung „Hinschaun! Poglemjo“ rund 40 weitere Veranstaltungen und Ausstellungen im kärnten.museum zu diesem Thema stattfanden.
„Die Erinnerungskultur ist für uns ein immerwährender Auftrag, der nicht mit dem Erinnerungsjahr 2025 / Leto spominjanja endet“,
versicherte der Museumdirektor.
Der Vorsitzende der Erinnerungsbeirates der Stadt Klagenfurt, Peter Gstettner, ging in seiner Rede auf den gesellschaftlichen Auftrag einer gelebten Erinnerungskultur ein.
„Man muss sich mit der Rolle der Ausgrenzung und der Verfolgung beschäftigen. Sich mit den Opfern solidarisieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen“,
fasste Gstettner zusammen.
David und Paul Gulda präsentierten das Buch „Loew – Lebenswege einer jüdischen Familie“. Musikalisch umrahmt wurde die Martinée von Paul Gulda auf dem Klavier. Im Zuge der Gedenkveranstaltung wurde auch das Siegerprojekt „Museumspavillon KZ Außenlager Loibl Nord“ vorgestellt. Details, siehe folgende Aussendung: