7. April 2026
„Ich will für meine Arbeit beurteilt werden“
Applaus brandet im Kärntner Landtag auf, als Daniel Fellner an diesem Tag nach vorne tritt. Ein Moment, auf den er lange hingearbeitet hat – und einer, der für Kärnten einen neuen Abschnitt markiert. Mit 22 von 34 Stimmen wird der 49-Jährige zum Landeshauptmann gewählt und auf die Landesverfassung angelobt. Morgen folgt in der Hofburg die Angelobung auf die Bundesverfassung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Bereits am 9. April wird Fellner seine erste Regierungssitzung leiten und dort auch die neue Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger angeloben.
Stolz auf Kärnten
Der neue Landeshauptmann kommt aus dem Lavanttal, ist in St. Andrä aufgewachsen – und trägt seine Herkunft mit Stolz. Für ihn ist Kärnten mehr als nur ein Bundesland: „Ein Lotto-Sechser“, wie er selbst sagt. Ein Land, das oft unter seinem Wert wahrgenommen werde.
„Wir machen uns kleiner, als wir sind. Dabei gibt es so viel, worauf wir stolz sein können – auf unsere Arbeit, auf unsere Menschen.“
Genau dieses Selbstbewusstsein will Fellner stärken. In einer Welt, die zunehmend von Unsicherheiten geprägt ist, richtet er den Blick bewusst über die Landesgrenzen hinaus. Europa ist für ihn kein abstraktes Projekt, sondern eine Notwendigkeit:
„Unsere Vorfahren haben für ein ungeteiltes Kärnten gekämpft – wir müssen heute für ein geeintes Europa einstehen.“
Die EU-Agenden will er daher auch persönlich verantworten.
Respekt und Dialog
Sein Weg in die Politik ist keiner, der am Reißbrett entstanden ist. Als Kind träumte er davon, Astronaut zu werden, später wollte er Polizist werden. Schließlich fand er seine Berufung beim Roten Kreuz. Dort begann er als Rettungsfahrer, übernahm Verantwortung und leitete später die Landesleitstelle. Erfahrungen, die ihn geprägt haben: ruhig bleiben, entscheiden, helfen. Werte, die er heute in die Politik mitnimmt.
Fellner will kein abgehobener Politiker sein. Er will erreichbar bleiben, zuhören, verstehen.
„Ich wünsche mir, dass mich die Menschen als Mensch sehen – und mich nach meiner Arbeit beurteilen“,
sagt er. Gerade im rauer gewordenen Ton in sozialen Medien setzt er auf mehr Respekt und Dialog.
Breites Aufgabenfeld
Inhaltlich übernimmt Fellner nun ein breiteres Aufgabenfeld: Arbeitsmarkt, Forschung und Entwicklung, internationale Angelegenheiten, Volksgruppen, Digitalisierung, Katastrophenschutz, Flüchtlingswesen und Integration sowie Sport zählen zu seinen zentralen Zuständigkeiten. Klar ist für ihn auch: Seine Handschrift wird eine eigene sein.
„Wenn etwas ungerecht ist, werde ich das deutlich ansprechen“, kündigt er an und betont: „Ich fühle mich ausschließlich der Kärntner Bevölkerung verpflichtet. Keinen Parteigrenzen und keiner Parteiräson.“
Gleichzeitig betont er, auf dem aufzubauen, was bereits geschaffen wurde – insbesondere auf stabilen Beziehungen und Vertrauen. Zwischen großen politischen Aufgaben und privatem Alltag bleibt Fellner bodenständig. Zeit mit der Familie, ein Spaziergang an der frischen Luft – und, wenn es sich ausgeht, ein Teller Käsnudeln von seiner Mama. „Mit viel zerlassener Butter und Salat.“
