An ihrem 106. Geburtstag hat das Land Kärnten mit Kulturreferent LH Peter Kaiser gestern, Montag, das sanierte Atelier der international anerkannten Künstlerin Maria Lassnig in der Klagenfurter Klostergasse eröffnet.
Gewürdigt wurde das Schaffen und Leben der groß- und einzigartigen Künstlerin in einem feierlichen Festakt im Wappensaal des Landhauses, wo Maria Lassnig einst sogar ihre Werke ausstellte, von Kulturreferent LH Peter Kaiser und den Regierungsmitgliedern LHStvin Gaby Schaunig, LHStv Martin Gruber, LRin Beate Prettner sowie Landtagspräsident Reinhart Rohr.
Moderatorin Ute Pichler begrüßte im voll besetzten Wappensaal auch die Generalkonsulin der Republik Slowenien, Maja Balant-Slobodjanac, Bgm. Christian Scheider, Stadtrat Franz Petritz, Peter Pakesch (Vorstand der Lassnig-Stiftung), Natalie Lettner (Kuratorin der Lassnig-Ausstellung im neuen Atelier) – sie hielt auch die Festrede – die Leiterin der Kulturabteilung, Brigitte Winkler-Komar, Alexander Gerdanovits (Leiter der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt), Adi Kulterer (Tourismus Klagenfurt) sowie Maria Nicolini, deren Durchhaltevermögen, Engagement und nach ihren eigenen Angaben „innere Stimme“ es möglich gemacht haben, dass das Gebäude, in dem sich das Lassnig-Atelier befindet, nicht abgerissen worden ist.
Kaiser dankte in seiner Ansprache Hausbesitzerin Nicolini explizit dafür,
„dass wir heute am Geburtstag von Maria Lassnig ihr Atelier der Öffentlichkeit nachhaltig zugänglich machen und mit diesem Festakt ihr Leben und Schaffen würdigen können“.
Kaiser bezeichnete den Tag als
„historisches Glück für Kärnten, dem 106. Geburtstag von Maria Lassnig, das Atelier, die Atmosphäre, in der sie ihre Werke schuf, in einer Zeit, die wir uns gar nicht vorstellen können, zu eröffnen“.
Der Kulturreferent betonte in diesem Zusammenhang die Großartigkeit und Einzigartigkeit Maria Lassnigs, ihren Mut und die kritische Auseinandersetzung, ihre Bereitschaft, sich gesellschaftlich weit hinauszulehnen:
„Maria Lassnig steht für einen Durchbruch in der Kunst- und Kulturgeschichte, für Freiheit, die für die Kunst unverrückbar ist, für Mut zum aufrechten Gang.“
Kaiser verwies weiters auf die Kulturstrategie des Landes „Kärnten – Koroška”, die aktuell in einem interdisziplinaren, partizpativen Prozess erarbeitet wird und durch die auch die Interdisziplinarität zwischen Kultur und Tourismus forciert werde.
„Kärnten hat viele Jahre lang sein kulturelles Licht unter den Scheffel gestellt. Dieses Land hat Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht, die weit über die Grenzen bekannt sind, die Geschichte geschrieben haben. Diese müssen wir in den Fokus rücken, müssen wir nachhaltig erlebbar machen. Es ist unsere Aufgabe jungen Menschen heute die Möglichkeit zu geben, sich im Sinne ihres eigenen Fortkommens mit diesen Persönlichkeiten der Kunst und Kultur auseinander zu setzen”,
betonte Kaiser.
Daher habe das Land auch das Ingeborg Bachmann-Haus angekauft, saniert, revitalisiert, um es nun der Öffentlichkeit als Museum zugänglich zu machen. Weiters werde das Leben und Schaffen von Udo Jürgens in einer Dauerausstellung im kärnten.museum ausgestellt werden und wurde heuer bereits das Kunsthaus in Gmünd, das der Künstlerstadt einen zusätzlichen Impuls verleiht, eröffnet.
“Wir schaffen Räume für Kunst und Kultur, wir erhalten Kulturschätze für die Nachwelt und vor allem machen wir sie zugänglich”,
erklärte der Landeshauptmann
In einer Zeit, in der die Weltordnung ins Wanken gerät, Demokratie gefährdet werde, Autokratie die Ordnung bedroht, stehen Kunst und Kultur laut dem Landeshauptmann nicht nur für freie Meinungsäußerung, für nicht verstummende Kritik, sondern führen Kunstschaffende Menschen zusammen.
“Seien wir stolz auf das, was Kärntner Künstlerinnen und Künstler geschaffen haben und schaffen, nehmen wir uns ihren Mut zum Vorbild”,
so Kaiser.
Zu Wort kamen im Rahmen des Festaktes auch Brigitte Winkler-Komar, Maria Nicolini und Peter Pakesch, sowie Alexander Gerdanovits. Winkler-Komar vermittelte die Botschaft hinter dem Wirken Maria Lassnigs: „Stark und unabhängig sein – das war Maria Lassnig, das gilt für die Frauen heute. Lassnig hat ihr Leben kompromisslos gelebt. Mit dem Atelier, dem Bachmann Haus, der Udo Ausstellung macht Kärnten seine künstlerische Kraft immer sichtbarer, auch über die Grenzen hinaus“,
so Winkler-Komar.
Auch Bürgermeister Scheider dankte allen Kooperationspartnern, die es möglich gemacht haben, das Lassnig-Haus zu erhalten und vor allem das Atelier öffentlich zugänglich zu machen, allen voran Maria Nicolini für „ihre Durchsetzungs- und Überzeugungskraft“.
Begrüßt wurden unter vielen anderen Ehrengästen auch Bischof Josef Marketz und Superintendent Manfred SAUER mit der designierten Superintendentin Andrea Mattioli.
Quelle: LPD Kärnten