Hitzeschutzpaket trifft Bedarf: Kärntens Gemeinden rüsten Schulen und Kindergärten gegen Hitze
Die Kärntner Landesregierung hat heute den Bericht zur Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen in Kärntner Volksschulen und Elementarbildungseinrichtungen zur Kenntnis genommen. Für die Jahre 2026 und 2027 sollen dafür vier Millionen Euro an Bedarfszuweisungsmitteln außerhalb des Rahmens zur Verfügung stehen. Bei einer Förderquote von bis zu 80 Prozent wird damit ein Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro ausgelöst.
„Die Auswirkungen der Klimaveränderung sind längst in unserem Alltag angekommen. In den Sommermonaten erleben wir, dass die Hitze für viele Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen sowie das Betreuungspersonal zu einer wachsenden Belastung wird. Viele unserer Schulen und Kindergärten wurden in einer Zeit gebaut, in der solche Hitzewellen noch die Ausnahme waren. Mit diesem Hitzeschutzpaket helfen wir unseren Gemeinden dabei, Schulen und Kindergärten Schritt für Schritt klimafit zu machen. Ein ausgelöstes Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro ist dabei ein wichtiger Baustein, um dort rasch Verbesserungen zu schaffen, wo sie jetzt am dringendsten gebraucht werden“,
sagt LH Daniel Fellner.
„Hitze ist längst eine konkrete Herausforderung im Alltag unserer Gemeinden. Mit diesem Paket unterstützen wir die Gemeinden dabei, dort anzusetzen, wo Kinder und Pädagoginnen sowie Pädagogen unmittelbar entlastet werden“,
betont Gemeindereferentin und Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger.
Dass der Bedarf groß ist, zeigt auch die unmittelbare Resonanz aus den Gemeinden: In kürzester Zeit wurden bis dato 85 Projekte von den Kärntner Kommunen beantragt, was Fördermitteln von 1,4 Millionen Euro entspricht.
„Das zeigt, dass wir mit diesem Paket genau dort ansetzen, wo die Gemeinden derzeit Unterstützung brauchen“,
so Lagger-Pöllinger.
Aufgrund des Klimawandels nehmen Hitzewellen in ihrer Häufigkeit, Dauer und Intensität zu. Besonders jüngere Kinder sind von hoher Hitzebelastung betroffen. In Schulen und elementaren Bildungseinrichtungen können hohe Raumtemperaturen den Unterricht, die Betreuung und die Erholung erheblich beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Dehydration.
„Gute Bildung braucht gute Rahmenbedingungen. Kinder sollen sich in der Schule konzentrieren, lernen und wohlfühlen können. Deshalb ist Hitzeschutz auch eine Frage der Bildungsqualität. Gerade bei den Jüngsten müssen wir rechtzeitig handeln und jene Maßnahmen ergreifen, die rasch Wirkung zeigen“,
so Bildungsreferent Landesrat Peter Reichmann.
Gezielte Einzelmaßnahmen im Innen- und Außenbereich werden gefördert. Dazu zählen etwa Deckenventilatoren, Coolingrooms, nachträgliche Deckenkühlungen in Gängen und Fluren, Rollos, Jalousien und Sonnenschutz. Im Außenbereich sind unter anderem Baumpflanzungen, beschattete Freiluftklassen, Trinkbrunnen, Entsiegelungen, Hitzeschutzfolien und Dachbegrünungen vorgesehen.
„Wir setzen auf Maßnahmen, die zu den jeweiligen Standorten passen. Nicht jede Schule und nicht jeder Kindergarten braucht dasselbe. Entscheidend ist, dass Gemeinden mit überschaubaren, gezielten Investitionen spürbare Verbesserungen erreichen können“,
sagt Lagger-Pöllinger.
Mit dem Hitzeschutzpaket werden nicht nur die Lern- und Betreuungsbedingungen verbessert, sondern auch die kommunale Infrastruktur klimafit gemacht. Gleichzeitig werden Investitionen in den Gemeinden ausgelöst und regionale Betriebe gestärkt.
„Dieses Paket ist ein wichtiger Schritt, um unsere Bildungsstandorte an die Realität heißerer Sommer anzupassen. Es verbindet Kinderschutz, Bildungsqualität und Klimaanpassung ganz konkret vor Ort“,
betonen Fellner, Lagger-Pöllinger und Reichmann.
„Ein weiterer für mich unumgänglicher Schritt ist die Anpassung der Ferienregelung“,
wiederholt der Landeshauptmann seine Forderung nach einem früheren Start der Sommerferien. Kein anderes europäisches Land würde so spät in die Ferien starten.
„Meteorologen bestätigen: Die tatsächlichen Hitzeperioden verlagern sich sukzessive in den Juni, während es im September nur noch zu vereinzelten heißen Tagen kommt. Kärnten ist bereit, hier als Modellregion voranzugehen, sollte es zu keiner raschen bundesweiten Regelung kommen“,
betont Fellner.
Mehr Infos:
Förderansuchen an Abteilung 3 – Sicherheit, Gemeinden und Wasserwirtschaft unter der E- Mail: abt3.postgemeinden@ktn.gv.at
Dem Ansuchen sind eine kurze Beschreibung der geplanten Maßnahmen sowie eine Kostenschätzung anzuschließen.
Darüber hinaus steht für inhaltliche Fragen zu allfälligen Umsetzungsmaßnahmen die Abteilung 8 – Unterabteilung Klima und Nachhaltigkeit unter der E-Mail abt8.klima@ktn.gv.at gerne zur Verfügung.