Haltung, die bleibt: Peter Ambrozy feiert seinen 80. Geburtstag
Alles Gute, lieber Peter! Fotos: SPÖ/Archiv
Manche politischen Lebenswege verlaufen auf geraden Linien. Der von Peter Ambrozy tat es nie. Er führte durch Regierungsbüros und Rettungsstellen, durch Erfolge und Niederlagen, durch harte Auseinandersetzungen und Zeiten, in denen Haltung mehr verlangte als schöne Worte. Vieles von dem, was Peter Ambrozy aufgebaut, verteidigt oder in Bewegung gebracht hat, wirkt bis heute weiter.
Politik von Grund auf gelernt
Geboren am 20. August 1946 in Villach, verbrachte Peter Ambrozy seine Kindheit und Jugend in Hermagor, Spittal an der Drau und Klagenfurt. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien arbeitete er zunächst in der wirtschaftspolitischen Abteilung der Arbeiterkammer. 1973 kehrte er nach Kärnten zurück. Als Sekretär von Landeshauptmann Leopold Wagner, Direktor des Kärntner Landtagsamtes und später als Landesparteisekretär lernte Ambrozy die Politik von Grund auf kennen. Er kannte die Gesetze, die Abläufe und die Institutionen. Vor allem aber wusste er, dass hinter jeder politischen Entscheidung Menschen stehen, die mit ihren Folgen leben müssen. 1988 übernahm Peter Ambrozy das Amt des Kärntner Landeshauptmannes. Es war der Beginn einer neuen politischen Zeitrechnung. Bei der Landtagswahl 1989 blieb die SPÖ zwar stärkste Kraft, verlor aber ihre absolute Mehrheit. Mit den Stimmen der ÖVP wurde Jörg Haider zum Landeshauptmann gewählt.
Der Gegenpol zu Jörg Haider
Von diesem Zeitpunkt an standen einander in Kärnten zwei grundverschiedene politische Stile gegenüber. Hier Jörg Haider, der die große Bühne, die Zuspitzung und die Provokation suchte. Dort Peter Ambrozy, der auf Sachkenntnis, Verlässlichkeit und die Kraft der Institutionen setzte. Wo Haider politische Konflikte oft weiter anfachte, versuchte Ambrozy, das Land zusammenzuhalten. Wo der eine mit einfachen Antworten mobilisierte, bestand der andere darauf, dass sich schwierige Fragen nicht mit einem Satz lösen lassen. Ambrozy war der ruhige, beharrliche Gegenpol zu Haider. Nicht immer so laut, nicht immer so spektakulär – aber standfest. Ihre Auseinandersetzungen prägten die Kärntner Politik über viele Jahre. Es ging um zwei unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Politik gemacht werden sollte und welches politische Klima in Kärnten herrschen sollte.
„Peter Ambrozy war in einer politisch aufgeheizten Zeit der klare sozialdemokratische Gegenpol zu Jörg Haider. Er ließ sich von Lautstärke und Inszenierung nicht beeindrucken, sondern hielt mit Sachlichkeit, Konsequenz und einer festen Haltung dagegen“,
betont Landeshauptmann und SPÖ-Landesparteivorsitzender Daniel Fellner.
Ambrozy wusste in dieser Zeit Erfolge ebenso einzuordnen wie bittere Niederlagen. Er war Landeshauptmann, Landeshauptmann-Stellvertreter, Klubobmann und über viele Jahre Vorsitzender der SPÖ Kärnten. Er hielt dagegen, auch wenn der politische Wind rau wurde und Angriffe nicht nur vom politischen Mitbewerber kamen.
„Peter Ambrozy hat unsere Partei durch Jahre geführt, in denen politische Konflikte mit großer Härte ausgetragen wurden. Er ist diesen Auseinandersetzungen nie ausgewichen – auch dann nicht, wenn für ihn persönlich wenig zu gewinnen, aber viel zu riskieren war. Damit hat er gezeigt, dass politische Führung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen“,
so SPÖ-Kärnten-Landesgeschäftsführer David Pototschnig.
Aus Liebe zum Menschen
Schon 1997 hatte Ambrozy eine weitere Aufgabe übernommen, die zu einem wesentlichen Teil seines Lebenswerkes werden sollte: die Präsidentschaft des Kärntner Roten Kreuzes. Als er antrat, befand sich die Organisation in einer schwierigen finanziellen und organisatorischen Lage. In den folgenden 25 Jahren wurde das Kärntner Rote Kreuz grundlegend erneuert. Aus einer Organisation in der Krise wurde ein leistungsfähiger und österreichweit anerkannter Landesverband. Unter seiner Führung bewährte sich das Kärntner Rote Kreuz bei Unwettern, in der Flüchtlingsbewegung und während der Corona-Pandemie. Ambrozy rückte dabei nie sich selbst in den Mittelpunkt. Sein Dank galt stets den hauptberuflichen und den tausenden freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Er wusste, dass keine Organisation von einem Präsidenten getragen wird, sondern von Menschen, die bereit sind, für andere da zu sein. Von 2012 bis 2022 brachte er seine Erfahrung auch als Vizepräsident des Österreichischen Roten Kreuzes ein. Heute ist er Ehrenpräsident des Kärntner Landesverbandes. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem den Kärntner Landesorden in Gold und das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.
„Peter Ambrozy hat soziale Verantwortung nicht nur eingefordert, sondern selbst gelebt. Über ein Vierteljahrhundert lang stellte er seine Kraft und Erfahrung in den Dienst des Roten Kreuzes und damit in den Dienst der Kärntnerinnen und Kärntner. Sein Lebenswerk zeigt, was es heißt, für andere da zu sein – in der Politik ebenso wie im Ehrenamt“,
würdigt Fellner das Engagement des Alt-Landeshauptmannes.
Was von einem politischen Leben bleibt
Peter Ambrozy hat nie den bequemsten Weg gewählt. Aber er ist seinen Weg mit Konsequenz, Disziplin und einer tiefen Verbundenheit zu Kärnten gegangen. Dafür gebühren ihm Anerkennung und Dank.
„Lieber Peter, im Namen der SPÖ Kärnten und ganz persönlich danke ich dir für deinen jahrzehntelangen Einsatz und deine Freundschaft. Ich wünsche dir zu deinem 80. Geburtstag von Herzen Gesundheit, Glück und noch viele erfüllte Jahre im Kreis deiner Familie und deiner Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter“,
so Fellner abschließend.
Galerie
Peter Ambrozy mit Bundeskanzler Fred Sinowatz, Kurt Peterle und Leopold Wagner.Ambrozy mit Peter Kaiser und Ron Rabitsch.