Ein bedeutender Meilenstein für den Bildungsstandort Kärnten wurde gestern, Dienstag, mit einem Festakt im Klagenfurter Konzerthaus besiegelt: die Einführung eines Doktoratsstudiums (PhD in the Arts) im Bereich „Artistic Research“ an der Gustav-Mahler-Privatuniversität für Musik (GMPU). Mit dem neuen PhD-Programm erweitert die Hochschule ihr Studienangebot um die höchste akademische Qualifikationsstufe und wird damit zur zweiten Volluniversität Kärntens. Zahlreiche Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Glaubensgemeinschaften, Studierende, Lehrende sowie Ehrengäste nahmen an der Feier teil – darunter auch Kulturreferent und Universitätsratsvorsitzender Landeshauptmann Peter Kaiser und der künftig auch für den tertiären Bildungsbereich zuständige Bildungsreferent Landesrat Peter Reichmann.
Sichtlich stolz auf das mit der GMPU innerhalb kürzester Zeit Erreichte zeigte sich Landeshauptmann Peter Kaiser. Er blickte in seiner Ansprache auf die Jahre 2018 und 2019 zurück und erinnerte an die Herausforderungen, die mit Hilfe vieler engagierter Menschen gemeistert werden konnten.
„Der erlangte Status der Volluniversität ist eine Auszeichnung für allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMPU – sie alle sind Beleg für diese einzigartige Erfolgsgeschichte“,
so Kaiser und weiter:
„In Zeiten markanter und tiefgehender gesellschaftlicher Umbrüche, multipler Krisen und Konflikte ist es die Kunst, die mit ihrer verbindenden Eigenschaft dagegenhält. Tertiäre Bildung leistet einen Dienst für unsere Gesellschaft, für unsere liberale Demokratie und auch für unseren Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort“,
unterstrich er.
Kaiser, der in der Kärntner Landesregierung auch für den tertiären Bildungssektor zuständig ist, ordnete die Entwicklung in den größeren Kontext der Kärntner Hochschullandschaft ein.
„Seit der Gründung der Universität Klagenfurt im Jahr 1970 hat sich Kärnten zu einem vielfältigen, attraktiven und prosperierenden Hochschulstandort entwickelt. Mit dem neuen Doktoratsstudium wird der Wissenschafts- und Kulturstandort Kärnten weiter gestärkt und international sichtbarer“,
so Kaiser.
Er betonte auch, die bereits jetzt hohe Strahlkraft, der GMPU im Alpen-Adria-Raum.
„Als Schnittstelle der germanischen, romanischen und slawischen Kultur verfügt die GMPU über einen einzigartigen Wiedererkennungswert – eine einmalige Chance für Lehre, Forschung und unsere Region“,
so Kaiser.
Der Erfolg der GMPU habe sehr viele Mütter und Väter. Er bedankte sich bei allen Forschenden, Lehrendenden, Studierenden, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit und ihre unverzichtbaren Beiträge.
„Historische Tage wie dieser, machen optimistisch für die Zukunft“,
betonte er.
„Dieser Tag geht in die Geschichte der GMPU ein und wird ihre weitere Entwicklung maßgeblich prägen“,
sagte Rektor Roland Streiner in seiner Festrede.
Die kontinuierliche Entwicklung und das nachhaltige Wachstum der Universität seien das Ergebnis des Engagements vieler Menschen, die sich mit großem Einsatz für die Institution stark gemacht hätten. Streiner verwies auf mehrere Faktoren, die den Erfolg der GMPU tragen:
die erfolgreiche Reakkreditierung 2025, die gewachsene Tradition vom Landeskonservatorium zur Volluniversität, internationale Qualitätsstandards in Lehre und Forschung, ein eigenständiges Profil in Kunst- und Kulturforschung, hochqualifiziertes Personal sowie moderne Infrastruktur. Auch für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Kärnten habe die Universität große Bedeutung, da sie hochqualifizierte Fachkräfte anziehe und jungen Akademikerinnen und Akademikern neue Perspektiven eröffne.
„Der Abschluss mit einem PhD ist die logische Konsequenz unserer Entwicklung“,
so Streiner, der sich bei allen Beteiligten und Förderern der GMPU bedankte – insbesondere bei Landeshauptmann Kaiser für seine Unterstützung.
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, richtete per Video Grußworte aus. Sie würdigte die Arbeit der Universität und betonte, dass die GMPU bereits fest in der österreichischen Forschungslandschaft verankert sei. Einrichtungen wie diese würden nicht nur junge künstlerische Talente fördern und gesellschaftliche Horizonte erweitern, sondern auch wirtschaftliche Perspektiven schaffen und wichtige Impulse für die Region geben.
Das neue Doktoratsstudium „Artistic Research“ versteht sich als eigenständiger Zugang zur Wissensgewinnung. Es bewegt sich bewusst zwischen klassischer Wissenschaft und künstlerischer Praxis und etabliert damit ein drittes Forschungsfeld mit eigenen Methoden und Fragestellungen. Im Mittelpunkt steht das künstlerische Arbeiten selbst: Komponieren, Proben, Interpretieren, Gestalten oder Aufführen werden zur Forschungsmethode. Während die traditionelle Musikwissenschaft Musik häufig aus analytischer Distanz betrachtet wird, entsteht Wissen in der künstlerischen Forschung unmittelbar im kreativen Prozess. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Studierenden der GMPU, die damit zugleich die hohe künstlerische Qualität der Ausbildung eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Quelle: LPD Kärnten