Gesundheitsplattform beschließt Millionenpaket für AUVA-Trauma-Orthopädiezentrum und Maßnahmenpaket gegen Wartezeiten im niedergelassenen Bereich

Die Kärntner Gesundheitsplattform hat in ihrer heutigen Sitzung zwei wesentliche Beschlüsse für die Gesundheitsversorgung in Kärnten gefasst: Einerseits wurde der Investitionszuschuss des Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) für die Umsetzung des Trauma-Orthopädiezentrums Kärnten (TOZK) am Gelände des Klinikums Klagenfurt beschlossen. Andererseits ging es bei einem zweiten Beschluss um ein Maßnahmenpaket zur Reduktion von Wartezeiten, zur gezielteren Patientenlenkung und Stärkung der Primärversorgung – jeweils im niedergelassenen Bereich bei Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern sowie bei Fachärztinnen und Fachärzten.

TOZK: Kärnten hat Hausaufgaben erledigt

Der Investitionszuschuss des KGF beträgt maximal 60 Millionen Euro und wird in Jahresteilbeträgen zwischen 2027 und 2032 fließen. Damit ist ein weiterer wesentlicher Schritt zur Realisierung des seit vielen Jahren geplanten Kooperationsprojekts zwischen der AUVA und der KABEG erfolgt – Kärnten hat nun alle notwendigen Beschlüsse gefasst und somit seine Hausaufgaben erledigt.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten sowohl der Verwaltungsrat der AUVA als auch der Aufsichtsrat der KABEG ihre Zustimmung zur weiterentwickelten Projektvariante erteilt. Das nun beschlossene Vorhaben sieht eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Partner vor und schafft zusätzliche Synergien für beide Seiten bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit.

Mehr Kooperation, mehr Synergien

Die Grundzüge des Projekts bleiben erhalten: Die AUVA übernimmt auf dem Standort der ehemaligen Chirurgie Ost in einem Neubau die ambulante, tagesklinische und stationäre unfallchirurgische sowie orthopädische Versorgung. Die KABEG verantwortet künftig die intensivmedizinische Versorgung und die Behandlung von Polytraumen. Somit greift die AUVA auf die bestehende Infrastruktur der KABEG zurück und wird diese nicht, wie zuvor geplant, selbst errichten. Darüber hinaus entstehen 32 Betten für die Alterstraumatologie, die von der KABEG im neuen Gebäude betrieben werden und dadurch früher als ursprünglich geplant in Betrieb gehen können.
Als Vorsitzende der Gesundheitsplattform unterstreicht Gesundheitslandesrätin Beate Prettner:

„Mit dem Beschluss über den Investitionszuschuss bringen wir eines der wichtigsten Gesundheitsprojekte Kärntens knapp vor die Ziellinie. Die enge Zusammenarbeit von AUVA und KABEG bündelt Kompetenzen, nutzt bestehende Strukturen bestmöglich und stärkt die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten nachhaltig. Davon profitieren die Menschen in Kärnten ebenso wie unsere Mitarbeitenden im Gesundheitswesen. Dieses Projekt ist ein klares Bekenntnis zu einer modernen, leistungsfähigen und zukunftssicheren Gesundheitsversorgung.“

Die AUVA rechnet derzeit mit der Vergabe der Bauleistungen spätestens Anfang 2027. Die Inbetriebnahme des Trauma-Orthopädiezentrums ist bis 2031 bzw. 2032 vorgesehen. 

Maßnahmenpaket für den niedergelassenen Bereich

Ebenfalls beschlossen wurde ein auf vorerst drei Jahre angelegtes Maßnahmenpaket von Österreichischer Gesundheitskasse und Ärztekammer für Kärnten zur Reduktion von Wartezeiten im niedergelassenen Bereich. Der Kärntner Gesundheitsfonds stellt dafür pro Jahr bis zu 3,5 Millionen Euro bereit. Nach einer bis zu dreimonatigen Projektvorlaufzeit werden zusätzliche Behandlungskapazitäten bei Vertragsärztinnen und Vertragsärzten geschaffen, die Gesundheitsberatung 1450 stärker in die Patientenlenkung eingebunden und ein digitales Patientenportal mit Informationen zu Ordinationszeiten, Vertretungen und verfügbaren Terminen aufgebaut.
Dazu Prettner:

„Mit diesem Maßnahmenpaket stärken wir die wohnortnahe Versorgung und sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten schneller zur richtigen medizinischen Anlaufstelle gelangen. Zusätzliche Facharzttermine, eine bessere Koordination und der gezielte Einsatz der Gesundheitsberatung 1450 werden dazu beitragen, Wartezeiten zu verkürzen und gleichzeitig unsere Spitalsambulanzen nachhaltig zu entlasten.“

Die Kärntner Ärztekammer bereitet nun das digitale Portal vor und versucht, so viele Vertragsärztinnen und -ärzte wie möglich für das neue Projekt zu gewinnen. Die Teilnahme erfolgt gegen eine Sonderhonorierung auf freiwilliger Basis.
 
Quelle: LPD Kärnten