„Frisch gestrichen!“ an der Uni Klagenfurt

In den Schreibprozess von Autorinnen und Autoren wie Friederike Mayröcker, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant, Josef Winkler, Gerhard Roth oder Ödön von Horvath kann man derzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt eintauchen.
Die Literaturausstellung „Frisch gestrichen!“ zeigt in Aula und Foyer Manuskripte von ihnen und erklärt, wie sie diese überarbeitet, korrigiert oder eben daraus gestrichen haben. Eröffnet wurde die Ausstellung des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchivs gestern, Mittwoch, am Abend von Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Unirektorin Ada Pellert. Zu sehen ist sie bis 9. März und dann wieder von 16. bis 27. März.
Kaiser hob den besonderen Stellenwert von Literatur in Kärnten hervor, der historisch, gegenwärtig und wohl auch zukünftig gelte. Er verwies auf sieben Staatspreistragende im Kärntner Literaturbereich, auf den Büchner-Preis und Literaturnobelpreis.

„Was macht diese Besonderheit aus“,

fragte Kaiser.
Als Antworten fand er die beiden Landessprachen sowie die wechselvolle Geschichte des Landes, die gesellschaftliche Auseinandersetzungen antreibe. Kärnten habe heuer auf Vorschlag des Kulturgremiums das Jahr der Literatur / Leto literature ausgerufen. Hier an der Uni befinde sich die Bibliothek von Ingeborg Bachmann und auch das Ingeborg-Bachmann-Haus in der Henselstraße 26 setze viele Impulse. Für die Umsetzung von „Frisch gestrichen!“ dankte der Kulturreferent allen Verantwortlichen.
Rektorin Pellert freute sich, dass man über die Ausstellung in die Uni hineingeleitet wird. „Wir wollen auch hereinbitten als Uni.“ Die sehr inspirierende Ausstellung stehe für die Begegnung von Kunst, Uni und Wissenschaft. Schreiben bezeichnete die Rektorin als zentral für Bildung und Kultur. Zum Thema des Streichens fiel ihr die vom Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter geprägte „schöpferische Zerstörung“ ein.
Kuratiert wurde „Frisch gestrichen!“ von Elmar Lenhart, gestaltet von Peter Karlhuber. Das dazugehörige Vermittlungsprogramm und erklärende Texte richten sich an Schülerinnen und Schüler von Oberstufenklassen (AHS, BHS/BMS). Die Ausstellung findet im Rahmen der internationalen Tagung „Streichungen – Kreation aus Negation statt“. Diese wird vom Robert-Musil-Institut für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchiv unter der Leitung von Anke Bosse organisiert. Bosse hob in ihren Grußworten die Bedeutung der Schreibprozessforschung hervor. Unter den Besuchern war auch Klagenfurts Kulturstadtrat Franz Petritz. Von VADA, dem Verein zur Anregung des dramatischen Appetits, gab es eine Performance.
 
Infos unter: https://www.aau.at/
Quelle: LPD Kärnten