2. November 2026
Frieden und Demokratie sind keine Selbstläufer
Am 2. November fand auf Einladung des Militärkommandos Kärnten die traditionelle militärische Allerseelenfeier am Friedhof Klagenfurt-Annabichl statt. Landeshauptmann Daniel Fellner legte im Beisein von Militärkommandant Philipp Eder einen Kranz beim Landesehrenmal nieder. An der Gedenkfeier nahmen unter anderem auch Landesrätin Beate Prettner, Landtagspräsident Andreas Scherwitzl und Dritter Landtagspräsident Günter Leikam teil. Gemeinsam wurde an die Gefallenen der beiden Weltkriege, die Opfer des Kärntner Abwehrkampfes sowie an jene Einsatzkräfte und Bundesheerangehörigen erinnert, die ihr Leben im Dienst für die Allgemeinheit verloren haben.
Erinnern in einer Zeit der Unsicherheit
Gedenktage richten den Blick auf das Leid vergangener Generationen. Oft verbindet sich damit die Erleichterung, dass diese dunklen Zeiten hinter uns liegen. Angesichts aktueller Kriege, Krisen und geopolitischer Verwerfungen mischen sich jedoch Sorge und Unbehagen in die Erinnerung. Für Fellner liegt darin eine zentrale Herausforderung unserer Zeit: Der Satz „Nie mehr Krieg!“ ist keine Gewissheit, auf die wir uns verlassen können. Er bleibt ein dringlicher Appell, für dessen Verwirklichung jede Generation Verantwortung übernehmen muss. In einem sicheren, stabilen und friedlichen Österreich und Kärnten leben zu dürfen, ist ein unschätzbares Privileg. Diesen Zustand zu erhalten, verlangt täglichen Einsatz. Frieden, Sicherheit und Demokratie müssen gelebt, erarbeitet und geschützt werden.
Zusammenhalt beginnt im Alltag
In Fellners Überlegungen zum Gedenken nimmt das tägliche Miteinander einen besonderen Stellenwert ein. Verantwortung für demokratische Werte beginnt dort, wo Menschen einander begegnen: in den Gemeinden, am Arbeitsplatz, im Verein und in der Nachbarschaft. Sich durch gezielte Hetze weder spalten noch auseinanderdividieren zu lassen, ist dabei entscheidend. Zusammenhalt stärkt die Gesellschaft und ihre Fähigkeit, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Dazu gehört auch, pauschalem Schlechtreden entgegenzutreten. Wer unablässig vermittelt, dass alles schlecht sei, schwächt das Vertrauen in die gemeinsame Gestaltungskraft. Probleme klar zu benennen und an Lösungen zu arbeiten, braucht hingegen Zuversicht und die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Demokratie lebt vom Mitmachen
Demokratie ist kein Zuschauersport – dieser Gedanke prägt Fellners Haltung zur Verantwortung jedes Einzelnen. Sie lebt von Menschen, die sich einbringen, für ihre Werte einstehen und Freiheit und Vielfalt im Alltag verteidigen. Das Erinnern an jene, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben ließen, verpflichtet dazu, dieses Erbe zu bewahren. Ein klares Bekenntnis zu einer liberalen Demokratie gehört ebenso dazu wie die entschiedene Ablehnung von Antisemitismus, Rassismus und Faschismus. Die Botschaft, die Fellner mit dem Gedenken verbindet: Frieden und Demokratie sind keine Selbstläufer. Sie brauchen eine Gesellschaft, die zusammenhält und bereit ist, jeden Tag für sie einzustehen.
Würdiges Gedenken und Anerkennung für Einsatzkräfte
Die vom Militärkommando Kärnten organisierte Feier wurde von der Militärmusik begleitet. Neben politischen Verantwortlichen nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Geistlichkeit, Traditionsverbände sowie zahlreicher Rettungs- und Blaulichtorganisationen teil. Das gemeinsame Erinnern galt zugleich jenen Menschen, die heute im Bundesheer und in den Einsatzorganisationen Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung übernehmen und im Alltag wie in Katastrophenfällen für andere da sind.
