FH-Forschung feiert 10 Jahre

Seit nunmehr 10 Jahren erforscht das Institut for Applied Research on Ageing (IARA), der FH Kärnten, die Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine ständig älter werdende Gesellschaft mit sich bringt. Vergangenen Donnerstag wurde diese 10jährige Tätigkeit in der FH Villach im Beisein von Hochschulreferent LH Peter Kaiser gefeiert. Es ist dies zudem das erste Kompetenzzentrum der FH Kärnten, das sich auf angewandte Forschung spezialisiert hat.
 
Hochschulreferent LH Peter Kaiser hielt dazu fest,

„dass die FH Kärnten theoretische Lehre mit Praxis und vor allem gesellschafts- und entscheidungsrelevanten Zukunftsthemen verbindet“.

Jene, die die Gründung dieses Forschungszentrums vor 10 Jahren ermöglich haben, hätten, laut Kaiser, erkannt, wie wichtig dieser Bereich, die Erforschung der Notwendigkeiten für eine älter werdende Gesellschaft, ist.

„Wissenschaft, Forschung und Politik haben ein gemeinsames Ziel: das Sichern, Verbessern und Weiterentwickeln der Lebensqualität der Menschen. Das Älter werden der Menschen greift in jeden Bereich, über alle Themen hinweg, ob im Sport als Prävention, in Kunst und Kultur als treuer Faktor Publikum oder aber im Gesundheitsbereich bezogen auf heilen, retten, pflegen“,

betonte Kaiser.
 
Entscheidend sei in Zukunft jedoch längst nicht die Quantität.

„Hier setzt diese Forschungseinrichtung an: Es geht um Qualität des Alterns, die notwendigen Mittel, Mechanismen und Organisationen, die Altern unterstützen und es vor allem würdig erhalten und um Prävention. Gesundheitswesen ist nicht alleine Krankenhaus – auch dieses Bewusstsein muss im Alterungsprozess der Menschen künftig eine wichtige Rolle spielen, gepaart mit den Möglichkeiten der Digitalisierung, den Notwendigkeiten der Ambulanzen oder gar den stationären Aufenthalten in Krankenhäusern“,

hielt Kaiser fest.
 
Er wünschte den Verantwortlichen des Forschungszentrums „ein biblisches Alter“ und viele Projekte, die in Zukunft „nicht dem Leben mehr Jahre geben, sondern den Jahren mehr Leben ermöglichen“.
 
FH Rektor Peter Granig erinnerte an die Anfänge des Forschungszentrums und an die über einen langen Zeitraum laufende Diskussion zum Generalthema, auf das man sich vor 10 Jahren dann schließlich über alle Ebenen der FH hinweg einigen konnte.

„Das Thema der Alterung ist wichtiger denn je, regional wie global und jede und jeder von uns ist früher oder später persönlich betroffen“,

so Granig, der ebenfalls allen dankte, dass dieses Forschungszentrum zu einem „Erfolgsprojekt mit 64 Projekten auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene“ geworden ist.

„Und wir gehen den nächsten Schritt in die Zukunft: IARA soll sich auf europäischer Ebene etablieren, der EU-Hochschul-Verbund, in dem sich die FH Kärnten nun befindet, wird dafür den Weg ebenen können“,

sagte Granig und rief auf:

„Forscht weiter! Was ihr macht, ist für uns hautnah spürbar!“

 
Durch praxisnahe Forschung in Projekten zum Thema Alterung wurden in den letzten 10 Jahren innovative fächerübergreifende Lösungsansätze entwickelt, die die soziale, gesundheitliche und ökonomische Lage älterer Menschen verbessern können. Diese zukunftsweisenden Ergebnisse sind für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wesentlich und nutzbar.
 
Diesen Praxisbezug des Forschungszentrums und die damit verbundenen Kooperationen mit vielen Partnern, die neuen Zukunfts-Herausforderungen, die mit entsprechenden Lösungsansätzen die Antworten auf viele Fragen geben können, betonte die wissenschaftliche Leitung des IARA mit Birgit Aigner-Walder, Johannes Oberzaucher und Christine Pichler als großes Ziel der IARA.
 
Das Institut begeht das Jubiläum mit einer Tagung Mittwoch und Donnerstag zum Thema „Alter(n) neu denken: Innovative Modelle der regionalen Gesundheitsversorgung“. Es sei bei dieser Tagung das Ziel, das Thema der innovativen, regionalen gesundheitlichen Versorgung im Alter aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.
 
Das Alter(n)sforschungszentrum IARA zeichne sich durch die Anwendungsorientierung, partizipative Forschungsmethoden sowie eine Transdisziplinarität aus, indem drei Departments mit sozialwissenschaftlichem, wirtschaftswissenschaftlichem und technischem Know-how zusammenarbeiten.
Die Bevölkerungsentwicklung stellt das Gesundheitssystem vor Herausforderungen. Der Anteil der über 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird in Österreich lt. Statistik Austria bis 2035 auf ca. 25% steigen (im Jahr 2024 noch rund 20%, für 2050 werden 28% erwartet). In einigen Bundesländern wird der Anteil der Bevölkerung im Pensionsalter bereits 2035 über 30% betragen, jener der über 74-Jährigen über 15%. Regional betrachtet ist die Alterung der Bevölkerung zudem in ländlichen Gebieten weiter fortgeschritten. Das bedeutet, dass es für die regionale Gesundheitsversorgung verstärkt neue Impulse und Lösungen braucht.
Quelle: LPD Kärnten