Fellner stärkt das Ehrenamt: Mehr Anerkennung und konkrete Vorteile
LH Daniel Fellner präsentierte die neue Kärntner Ehrenamtkarte. Sein Ziel: Freiwilliges Engagement soll nicht nur gewürdigt werden, sondern spürbare Vorteile bringen. Foto: LPD Kärnten/Jannach
Fast jede und jeder Zweite über 15 Jahren engagiert sich in Österreich ehrenamtlich. Woche für Woche werden mehr als 20 Millionen Stunden freiwillige Arbeit geleistet. Für Landeshauptmann Daniel Fellner ist dieses Engagement weit mehr als eine unverzichtbare Unterstützung in zahlreichen Lebensbereichen.
„Ehrenamt bedeutet, anderen Menschen zu helfen, zu retten, zu schützen oder Gemeinschaft zu ermöglichen. Es ist aber auch eine Säule unserer Demokratie. Menschen beteiligen sich, übernehmen Verantwortung und kämpfen gemeinsam für eine Sache. Damit zeigen sie: Wir können gemeinsam etwas bewegen“,
betonte Fellner bei der Präsentation des neuen Maßnahmenpakets im Freiwilligenzentrum Kärnten. Gemeinsam mit Gemeindebundpräsident Günther Vallant, dem ersten Obmann-Stellvertreter des Freiwilligenzentrums, und Patrick Egger vom Freiwilligenzentrum stellte Fellner konkrete Schritte vor, mit denen das Land Kärnten die Wertschätzung für freiwillig Tätige noch stärker sichtbar und erlebbar machen will.
Die Kärntner Ehrenamtskarte startet
Ein zentraler Bestandteil des Maßnahmenpakets ist die neue Kärntner Ehrenamtskarte. Sie bietet ehrenamtlich engagierten Kärntnerinnen und Kärntnern bei zunächst 26 Partnerbetrieben Rabatte und weitere Vergünstigungen. Die Registrierung erfolgt einfach und unkompliziert über die Website des Freiwilligenzentrums unter fwz-ktn.at.
„Das dauert nur eine Minute. Danach erhält man die Kärntner Ehrenamtskarte und kann die ersten Vorteile nutzen“,
erklärte Patrick Egger. Die Zahl der teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen wachse laufend. Für Fellner ist die Karte ein sichtbares Zeichen des Dankes:
„Mehr als 20 Millionen Stunden werden in Österreich jede Woche freiwillig geleistet. Das ist ein riesiger Schatz, den wir hüten müssen. Wer in seiner Freizeit Verantwortung für andere und für unsere Gemeinschaft übernimmt, verdient nicht nur anerkennende Worte, sondern konkrete Vorteile.“
Ehrenamt soll bei Bewerbungen zählen
Auch im Berufsleben soll freiwilliges Engagement künftig stärker berücksichtigt werden. Bei Bewerbungen für den öffentlichen Dienst soll eine ehrenamtliche Tätigkeit zu einem wichtigen zusätzlichen Kriterium werden.
„Wer sich ehrenamtlich engagiert, bringt Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit, Teamgeist und soziale Kompetenz mit. Diese Fähigkeiten sind auch im Berufsleben von großem Wert. Deshalb soll das Ehrenamt bei gleicher Qualifikation den entscheidenden Unterschied machen können“,
so Fellner. Auf Gemeindeebene wird dieses Modell bereits erfolgreich umgesetzt, berichtete Gemeindebundpräsident Günther Vallant:
„Bei gleichen Qualifikationen kann eine ehrenamtliche Tätigkeit den Ausschlag geben. Damit zeigen wir, dass freiwilliges Engagement gesehen und anerkannt wird.“
Verantwortung der Unternehmen sichtbar machen
Auch Unternehmen, die ehrenamtliches Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, sollen stärker berücksichtigt werden. Das Land Kärnten will dafür den rechtlich möglichen Spielraum bei öffentlichen Vergaben nutzen. Betriebe, die ihren Beschäftigten etwa für Einsätze bei Feuerwehr, Rettungsorganisationen oder anderen freiwilligen Tätigkeiten den Rücken freihalten, leisten nach Ansicht Fellners einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl. Dieses Verantwortungsbewusstsein soll künftig auch bei Vergabeentscheidungen des Landes eine Rolle spielen.
Fellner fordert Anrechnung beim Zivildienst
Sollte der Zivildienst von neun auf elf Monate verlängert werden, fordert Fellner zudem eine Anrechnung freiwilliger Tätigkeiten und damit eine entsprechende Verkürzung der Dienstzeit.
„Ehrenamtliches Engagement, von dem die gesamte Gesellschaft massiv profitiert, muss anerkannt werden. Wer bereits freiwillig Verantwortung übernimmt, soll dafür auch beim Zivildienst eine konkrete Anrechnung erhalten“,
stellte der Landeshauptmann klar.
Ehrenamt-Charta soll gemeinsame Verantwortung festschreiben
Noch in diesem Jahr soll außerdem die Kärntner Ehrenamt-Charta allen Partnerorganisationen zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Damit soll ein gemeinsames Bekenntnis zur langfristigen Unterstützung und Absicherung des Ehrenamtes verankert werden.
„Wir wollen die gemeinsame Verantwortung für das Ehrenamt in Kärnten festschreiben. Es geht darum, freiwilliges Engagement dauerhaft zu schützen, zu unterstützen und jene Menschen vor den Vorhang zu holen, die unsere Gesellschaft Tag für Tag zusammenhalten“,
erklärte Fellner. Wie wichtig diese Arbeit unmittelbar vor Ort ist, zeigte Günther Vallant anhand eines Beispiels aus seiner Heimatregion: Dort übernehmen 43 Freiwillige im Rahmen der Community Nurse Fahrten für Bürgerinnen und Bürger – zum Arzt, zum Einkaufen, zum Friseur oder zum Friedhof. Insgesamt wurden bereits 644 solcher Fahrten durchgeführt.
„Ehrenamt ist unbezahlbar. Mit diesem Maßnahmenpaket wollen wir von Herzen Danke sagen“,
hielten Fellner, Vallant und Egger abschließend fest.
Galerie
Niko Regensburger (Rotes Kreuz), Bgm Günther Vallant, LH Daniel Fellner, Patrick Egger (Frewilligenzentrum Kärnten) Markus Salcher, Sarah Krapesch (ASKÖ) und Markus Bräuhaupt (Wasserrettung Kärnten). Foto: LPD Kärnten/Jannach