Euregio: Grenzenloser Zivilschutz: Gemeinsames Abkommen unterzeichnet

Noch enger rücken Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und die Region Venetien künftig zusammen, wenn es um die Bewältigung von Naturkatastrophen geht. Ein Vorhaben, das im Rahmen der 26. Versammlung der Euregio Senza Confini (EVTZ) vergangenen Freitag in Venedig besiegelt wurde. Euregio-Präsident LH Peter Kaiser und der zuständige Katastrophenschutzreferent LR Daniel Fellner bezeichnen das überarbeitete Zivilschutzabkommen als Meilenstein, der den Schutz der eigenen aber auch der benachbarten Bevölkerung immens erhöht. Mit ihren Unterschriften sicherten auch Riccardo Riccardi, Gesundheitsrat der Region Friaul-Julisch Venetien und Landesrat Federico Caner für die Region Venetien stellvertretend für die beiden Präsidenten Massimiliano Fedriga und Luca Zaia ihre Unterstützung zu. Die Unterzeichnung fand im Palazzo Balbi, dem Sitz der Regionalregierung der Region Venetien, statt. Kaiser bedankte sich bei allen, die bei der Erstellung des Abkommens mitgearbeitet haben.
 

„Hagel, Stürme, Überschwemmungen, Muren – wir müssen leider beobachten, dass Wetterextremereignisse in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Menschen haben ihr Hab und Gut verloren, leider einige auch ihr Leben. Rasche Hilfe und Unterstützung darf in solchen Fällen nicht an den Landesgrenzen Halt machen! Um dies zu garantieren, haben wir unsere engen Kontakte zu unseren Nachbarn einmal mehr genutzt, und gemeinsam ein Zivilschutzabkommen erarbeitet, das den Austausch von Daten in Echtzeit und damit die rechtzeitige Übermittlung von Informationen und Notfallsituationen sowie die gegenseitige Unterstützung und die Koordination von Hilfsmaßnahmen sicherstellt“,

betonen Kaiser und Fellner.
Kaiser dankt  allen Beteiligten für diese Kooperation:

„Sie kann Vorbild für viele Regionen in Europa sein kann. Denn aus den vielen Herausforderungen der jüngsten Zeit haben wir jedenfalls eines gelernt: Gemeinsam sind wir stärker!“

 
Es sei wichtig, sich auch in diesem Bereich weiterzuentwickeln, betonte heute Riccardi. Damit könne die Qualität der schon sehr guten Leistungen weiter verbessert werden. Das Abkommen und im Besonderen die Koordinierung der einheitlichen Notrufnummer begrüßte auch Caner.
 
Erklärtes Ziel ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich des Zivilschutzes und der einheitlichen Europäischen Notrufnummer 112 zu stärken und zu fördern. Die Regionen sichern im Rahmen des Abkommens zu, alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der benachbarten Bevölkerung, Güter, Siedlungen und der Umwelt im Notfall oder angesichts eines Notfallrisikos, einschließlich Waldbränden, in synergetischer Weise aufeinander abzustimmen. Das betrifft den Austausch von Daten in Echtzeit ebenso wie die gegenseitige Unterstützung in Notfällen und Koordinierung der Hilfsmaßnahmen für die betroffene benachbarte Bevölkerung. Ein weiterer Fokus liegt in der Prävention, in der Vorhersage und in der Zusammenarbeit der Einsatzzentralen. Hierfür wurden die jeweiligen Normabläufe in den Regionen bzw. Bundesländern festgelegt.
 
Am 22. Dezember 2014 unterzeichneten LH Kaiser, und die Präsidentin Debora Serracchiani und Präsident Luca Zaia das erste gemeinsame Zivilschutzabkommen im Rahmen der 4. Versammlung des EVTZ in Triest. Aufgrund der Tatsache, dass im Laufe der letzten zehn Jahre Weiterentwicklungen im technischen Bereich stattgefunden haben, kamen die Präsidenten in der 24. Versammlung am 24. April 2024 überein, dass das Abkommen aktualisiert werden soll. Überarbeitet wurde es von den Zivilschutzabteilungen der beteiligten Regionen bzw. Bundesländer. 
Quelle: LPD Kärnten