Euregio – Gemeinsame Projekte bauen weiter Grenzen ab

Unter Kärntner Führung tagte vergangenen Freitag in Venedig im Palazzo Balbi, dem Sitz der Regionalregierung der Region Venetien, zum 26. Mal der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) „Euregio Senza Confini“. EVTZ-Präsident LH Peter Kaiser begrüßte den Landesrat für Zivilschutz, Riccardo Riccardi stellvertretend für Massimiliano Fedriga, Präsident von Friaul-Julisch Venetien, und Venetos Landesrat für EU-Fonds, Tourismus, Landwirtschaft und Außenhandel Federico Caner als Vertreter für Präsident Luca Zaia. An der Versammlung nahm auch Istriens Vizepräsidentin Jessica Acquavita teil. Auf der Tagesordnung standen neben der Unterzeichnung des gemeinsamen Zivilschutzabkommens zwischen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto (eigene Aussendung) der Austausch zu weiteren gemeinsamen Projekten. Seinen Dank sprach Kaiser in diesem Zusammenhang EVTZ-Direktorin Sandra Sodini und ihrem Team aus. 
 
Als Euregio-Präsident sprach Kaiser an, wie wichtig es sei, dass das EU-Budget künftig im Einvernehmen mit den europäischen Regionen verteilt wird. Damit könne auch die Vertiefung europäischer regionaler Zusammenarbeit vor allem im Rahmen von INTERREG gewährleistet werden. Kaiser nutzt außerdem die Gelegenheit, um zu berichten, dass Kärnten Gastgeber der nächsten auswärtigen Sitzung der Fachkommission für Wirtschaftspolitik (ECON) des europäischen Ausschusses der Regionen sein wird. Dazu wird den Vertreterinnen und Vertretern aus den europäischen Regionen auch die europäische Innovation- und Forschungskraft am Beispiel Kärntens demonstriert. Der Kärntner Landeshauptmann lud die EUREGIO-Partner herzlich zur Sitzung der Fachkommission am 19. Juni nach Klagenfurt ein. 
 
Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der europäischen Regionen unterstrichen auch Caner, Riccardi und Acquavita. Gerade in Bezug auf die Nachhaltigkeit gelte es die guten Beziehungen weiter zu intensivieren. Man müsse gemeinsam sicherstellen, dass die EU nicht nur die Anliegen der Bundesebenen, sondern auch die vielfältigen Bedürfnisse der Regionen berücksichtigt. 
 
Thematisiert wurden in der Sitzung auch zwei neue EUREGIO-Projekte. Mit einem erfolgreichen Kickoff-Meeting in Coccau startete laut Bericht erst wenige Tage vor der gemeinsamen Sitzung das Projekt „WORK-FAIR“, das vom EVTZ zusammen mit dem Interregionalen Gewerkschaftsrat Friaul-Julisch Venetien/Kärnten (CSIR FVG-KÄRNTEN) vorgestellt wurde. Das Vorhaben zielt darauf ab, ein einziges, integriertes System für Grenzgänger zu schaffen, die sich im Gebiet zwischen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und Kärnten bewegen. Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die Schaffung eines einheitlichen Informationssystems und die Entwicklung von Instrumenten, die zur Einrichtung eines stabilen Beobachtungsorgans für die grenzüberschreitende Arbeit führen können, wodurch die Integration der Arbeitsmärkte der drei beteiligten Regionen verbessert wird. Die Reduzierung der grenzüberschreitenden Hindernisse zwischen Italien und Österreich hat das Projekt „EGTC-NET“ zum Ziel. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem EVTZ GO, dem EVTZ Alpine Pearls, dem EVTZ Geopark Karawanken, dem EVTZ EUREGIO CONNECT und EURAC RESEARCH entwickelt. Das Vorhaben zielt darauf ab, das erste nachhaltige Netzwerk zwischen fünf EVTZ zu schaffen.
 
Die nächste Versammlung findet Ende 2025 in Friaul-Julisch Venetien statt.
LH Kaiser trifft im Anschluss an die Vollversammlung in Triest Massimiliano Fedriga, den Präsidenten von Friaul-Julisch Venetien, um  auch mit ihm persönlich über künftige gemeinsame Vorhaben zu sprechen.
Quelle: LPD Kärnten