Über 156 Millionen Euro, genau 156,1 Millionen, sind allein 2024 an EU-Förderungen nach Kärnten geflossen! Das gibt Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser bekannt. Ein entsprechender Bericht über die Zusammensetzung und Verwendung der Summe wird in der Regierungssitzung am Donnerstag behandelt.
„Diese Gelder aus den verschiedenen EU-Töpfen und Förderprogrammen sind eine entscheidende Grundlage für die Weiterentwicklung Kärntens als moderner Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort“,
verdeutlicht der Landeshauptmann, der auch für Europapolitik zuständig ist.
Zur besseren Vorstellung: 156 Millionen Euro gestapelt in Zwei-Euro-Münzen ergäbe einen Turm von 171 Kilometern Höhe, das entspricht der Strecke von Villach nach Grado.
Für den Landeshauptmann wird damit einmal mehr deutlich:
„Die Europäische Union ist – bei allem Verbesserungspotential – eine zentrale und unverzichtbare Partnerin für Kärnten. Dank der EU-Förderungen können wir Projekte realisieren, die Arbeitsplätze schaffen, Innovationen fördern, unsere Landwirtschaft nachhaltig stärken und Kärnten als attraktiven Standort im europäischen Wettbewerb absichern.“
Gleichzeitig sei allein aufgrund der Zahlen klar, dass es für die Pläne der EU-Kommission, zukünftig Förderungen nur noch in Gesamtpaketen an Nationalstaaten bzw. deren Regierungen auszahlen zu wollen, nur eine klare Absage geben könne.
„Regionen wie Kärnten müssen weiterhin direkten Zugang zu EU-Geldern und Förderprogrammen haben und dürfen nicht zu Bittstellern degradiert werden. Wir wissen als Bundesländer selbst am besten, wo wir welche Investitionen brauchen“,
verdeutlicht Kaiser einmal mehr.
Er habe sich diesbezüglich bereits mehrfach, auch als Sprachrohr aller österreichischen Bundesländer, lautstark in Brüssel zu Wort gemeldet und dafür über alle Parteigrenzen hinweg Unterstützung erhalten.
Und so setzen sich die 156,1 Millionen an EU-Geldern für 2024 zusammen – netto flossen seit dem EU-Beitritt Österreichs bereits mehr als zwei Milliarden nach Kärnten: Der größte Anteil der Fördermittel entfiel 2024 mit 69 Prozent bzw. 106,8 Millionen Euro auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Damit wurden Landwirtinnen und Landwirte, Umweltmaßnahmen und die Entwicklung des ländlichen Raums unterstützt. Dazu zählen beispielsweise die Sanierung und der Neubau einer Veranstaltungshalle im Bildungszentrum Straßburg, die barrierefreie Gestaltung der Krebsenwandermeile Fresach oder das Begegnungszentrum in St. Michael im Lavanttal.
Zwölf Prozent bzw. 19,3 Millionen Euro kamen aus EU-Aktionsprogrammen wie Horizon Europe, Erasmus+ oder der Connecting Europe Facility (CEF), die Forschung, Bildung, Digitalisierung und die Infrastruktur stärken. Aus diesen Programmen wurden beispielsweise angewandte Forschungsprojekte von Infineon im Mikroelektronik-Bereich und universitäre Forschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zu Batterie-Technologien (Horizon Europe), der Bau der zweiten Röhre des Karawankentunnels oder der grenzüberschreitende Ausbau der Strom-Verteilnetze durch die KNG (CEF) gefördert.
Aus der Europäischen Kohäsionspolitik flossen 15,3 Millionen Euro, insbesondere über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und INTERREG-Programme, die regionale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Beschäftigung sowie die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit unsren Nachbarregionen in Slowenien und Italien fördern. So wurden beispielsweise im Rahmen des INTERREG-Programms mit Slowenien erstmals auch grenzüberschreitende Kleinprojekte von Gemeinden und Vereinen unterstützt, wovon zwölf Projekte mit Kärntner Beteiligung profitierten: Darunter zum Beispiel Projekt „Toleranz ohne Grenzen“ der Mittelschule Bleiburg und der neu ins Leben gerufene grenzüberschreitende Drau-Drava-Halbmarathon in Lavamünd und Dravograd. Die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) unterstützte mit 14,7 Millionen Euro Investitionen in Digitalisierung, Klimaschutz und Infrastruktur – darunter das bedeutende Mikroelektronik-ProjektIPCEI mit Infineon Technologies Austria und Silicon Austria Labs.
„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass Kärnten im europäischen Netzwerk aktiv und erfolgreich verankert ist. Die EU-Förderungen helfen uns, Zukunftsbereiche wie Forschung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit voranzutreiben – und damit Lebensqualität und Beschäftigung im Land zu sichern“,
so Kaiser weiter.
Seit Beginn der aktuellen Förderperiode 2021–2027 zeigt sich ein kontinuierliches Wachstum der EU-Mittel um rund drei Prozent pro Jahr. Trotz des Rückgangs gegenüber dem Rekordjahr 2023 – bedingt durch das Auslaufen pandemiebedingter Sonderförderungen – bleibt Kärnten ein Gewinner der europäischen Förderlandschaft.
Neben wirtschaftlichen Impulsen leisten die Förderungen auch einen Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Sie fördern hochwertige Bildung (SDG4), menschenwürdige Arbeit (SDG8), nachhaltige Landwirtschaft (SDG15) und internationale Partnerschaften (SDG17).
Quelle: LPD Kärnten