Über 80 Vertreterinnen und Vertreter aus 26 EU-Mitgliedsstaaten haben im Rahmen einer Konferenz der Fachkommission für Wirtschaftspolitik (FK Econ) des EU-Ausschusses der Regionen (AdR) zwei Tage in Kärnten über Schutz und Sicherheit in Europa, über neue Zukunftstechnologie, künstliche Intelligenz sowie über den Aktionsplan für Stahl und Metalle diskutiert und gemeinsame Stellungnahmen beschlossen. In zwei Diskussionsveranstaltungen ging es darüberhinaus um die Themen nachhaltige und wettbewerbsfähige Regionen innerhalb Europas und soziale, wirtschaftliche und ökologische Innovationen unter dem Dach der Nachhaltigkeit.
Heute wurde im Rahmen einer Pressekonferenz von LH Peter Kaiser, LHStvin Gaby Schaunig und dem stv. Vorsitzenden der ECON, Christophe Rouillon, Bürgermeister der franz. Stadt Coulaines, Bilanz über die zweitägige Sitzung gezogen. Kaiser erklärte, dass die Wettbewerbsfähigkeit der EU nur durch grenzüberschreitende Kooperationen erhalten werden könne. „Um weltweit, im globalen Kontext, weiterhin eine Rolle spielen zu können in den Fragen der Sicherheit, des Klimawandels, der KI, können wir nur gemeinsam agieren. Je näher, je besser wir innerhalb Europas zusammenarbeiten, desto besser wird es den Menschen gehen. Kärnten wird jedenfalls auch in Zukunft sichtbar in Brüssel agieren.“
Der Landeshauptmann strich noch einmal die Wichtigkeit und Bedeutung der Ausrichtung der ECON Konferenz in und für Kärnten hervor: „Wir sind stolz, dass wir Kärnten als innovativen und technologisch bespielhaften Standort präsentieren konnten und das, beruhend auf zahlreichen Beispielen, auch von Vertretern der Regionen und von Experten bestätigt bekommen haben.“ Kärnten habe sich als perfekter Zukunftsstandort für Arbeit, Bildung und als Lebensraum präsentiert.
„Diese Konferenz hat einmal mehr klargestellt: „Anstehende Probleme wie Klima, Sicherheit oder KI werden wir nur gemeinsam, innerhalb Europas, bewerkstelligen. Einzelstaatlich, wie es manche meinen, kann man diesen Herausforderungen, die keine Grenzen kennen, weder effizient noch effektiv begegnen“,
so Kaiser.
Der stv. Vorsitzende der ECON, Christophe Rouillon, dankte für die Organisation der zweitägigen Konferenz, für die Gastfreundschaft, mit der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen worden sind und betonte ebenfalls,
„dass Europas Regionen Hand in Hand gehen müssen, um sich Krisen zu stellen, um Herausforderungen mit Maßnahmen zu unterlegen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu gewährleisten.“ Rouillon lobte die Arbeit der Kärntner Landesregierung, und besonders das europäische Engagement des Landeshauptmannes, im AdR. „Diese Praxis zeigt das notwendige Zusammenspiel europäischer Regionen. Die lokalen Ebenen werden weiterhin für ein gemeinsames, einheitliches Europa kämpfen, in dem wir niemanden zurücklassen“,
so Rouillon.
LHStvin Gaby Schaunig sagte, dass diese Konferenz gezeigt habe, wie Europas Regionen auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Zudem habe sich bestätigt, dass Kärnten seit 10 Jahren mit seinen Maßnahmen im Bereich der Forschung, Entwicklung und Technologie in der Champions League spiele und die Verankerung der Nachhaltigkeitsziele im Regierungsprogramm eine ebenso beispielgebende Vorgangsweise sei.
„Die Nachhaltigkeitsziele, ihre Anwendung in Kärnten, schaffen Balance, stellen ein Gleichgewicht zwischen allen Bereichen, wie Ökologie, Ökonomie, Sozialem, Gesellschaftlichem her, damit unser Zusammenleben gut funktioniert und es gelingen kann, dieses Ökosystem nachhaltig und umfassend weiter zu entwickeln. Darüber hinaus haben wir nicht nur für Kärntens Vorgehensweisen eine Bestätigung erhalten, wir haben auch Einblicke in andere Regionen und damit in das Zusammenspiel innerhalb Europas erhalten“,
so das Fazit von Schaunig.
Martina Rattinger vom Verbindungsbüro erklärte, dass sich alle Regionen Europas und ganz besonders Kärnten über den AdR einbringen, ihre Interessen vertreten und auch durchsetzen und die Gesetze der EU beeinflussen können. In diesem Sinne könne auch der Wohlstand gesichert werden.
„Es ist für Kärnten eine Auszeichnung, die Sitzung der Fachkommission auszurichten, geht es doch innerhalb der Union um gegenseitiges Verständnis, um gemeinsame Anliegen aller Regionen gegenüber dem Europäischen Gesetzgeber zu deponieren und vor allem einig durchzubringen. Diese Besuche stärken das gegenseitige Vertrauen, die Gesprächsbasis und das Verständnis für unterschiedliche Mentalitäten in der Union und machen uns zukunftsfit“,
so Kaiser, der sich als Mitglied des AdR schon im Vorjahr um die Ausrichtung Kärntens dieser EU-Konferenz beworben hat.
So haben in diesen Tagen Delegationen nicht nur den Lake Side Park mit der Drohnenhalle und dem Robotik-Forschungszentrum gesehen und den Wörthersee, sondern auch Klagenfurt, das kärnten.museum, Infineon und die Silicon Austria Labs.
Ziel der Veranstaltung sei es laut Martina Rattinger vom Verbindungsbüro Kärnten gewesen, Kärnten als zukunftsorientierten Innovations- und Forschungsstandort einem internationalen Publikum politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger näherzubringen und den Austausch zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen für wettbewerbsfähige und nachhaltige Regionen in der EU zu fördern.
Unter den Vertretern der Regionen waren neben Alberto Cirio, Präsident der Region Piemont (Italien) & Vorsitzender der FK ECON, auch beispielsweise Christophe Rouillon, Bürgermeister von Coulaines (Frankreich), Guillermo Peláez Álvarez, Finanzminister von Asturien (Spanien), Ricardo Rio, Bürgermeister von Braga (Portugal). Neben den politischen Vertreterinnen und Vertretern nahmen auch 30 Fachexpertinnen und -experten aus der EU teil.
Info zu den EU-Fachkommissionen:
Es gibt sechs Fachkommissionen, die die Themen und Inhalte, die im AdR-Plenum beschlossen werden, aufbereiten. Kärnten ist mit Landeshauptmann Peter Kaiser federführend in zwei Fachkommissionen vertreten: in der Fachkommission für Wirtschaftspolitik (ECON) und in der Fachkommission für Sozialpolitik, Bildung, Arbeit, Forschung und Kultur (SEDEC). Weiters gibt es die Fachkommission für Unionsbürgerschaft, Regieren, institutionelle Fragen und Außenbeziehungen, die Fachkommission für Kohäsionspolitik und EU-Haushalt, die Fachkommission für Umwelt, Klimawandel und Energie sowie die Fachkommission für natürliche Ressourcen.
Die Fachkommission ECON koordiniert sämtliche Beiträge der EU-Mitglieder zu wirtschafts- und industriepolitischen Themen, die sich mit Wettbewerb, staatlichen Beihilfen, dem Auftragswesen der öffentlichen Hand oder der Politik für KMU beschäftigen.
Im AdR sind insgesamt 329 politische Regional- und Kommunalvertreterinnen und -vertreter der EU und Kärntens Belange werden direkt durch LH Kaiser als AdR-Mitglied eingebracht. Sechs Mal jährlich finden Plenartagungen des AdR statt.
Quelle: LPD Kärnten