EU in Kärnten 2 – Es geht um nachhaltige und wettbewerbsfähige Regionen

Um das Thema „nachhaltige und wettbewerbsfähige Regionen in der EU“ ging es gestern, Donnerstag, am Nachmittag in der Konferenz der Fachkommission für Wirtschaftspolitik (FK ECON) des europäischen Ausschusses der Regionen (AdR), die heute und morgen in Kärnten stattfindet. Im Klagenfurter Lakesidepark wurde die Podiumsdiskussion von Landeshauptmann Peter Kaiser, LHStv.in Gaby Schaunig und Christophe Rouillon von der FK ECON eröffnet. Unter der Moderation von Thomas Wobben, Direktor für legislative Arbeiten im AdR, diskutierten neben Schaunig auch Christina Kokkinakis, ständige Vertreterin der EU bei der OECD und der UNESCO, Ada Pellert als Rektorin der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Salvatore Majorana, Direktor der Kilometro Rosso, einem Innovationsdistrikt in der Lombardei. Keynotes sprachen Majorana und Dimitri Lorenzani als Mitglied der Taskforce für Wettbewerbsfähigkeit in der Europäischen Kommission.
 
Kaiser hob die großen Herausforderungen unserer Zeit hervor: Krieg, Klimawandel, Wettbewerbsfähigkeit, das menschliche Miteinander. „Für all diese Bereiche brauchen wir eine stärkere, abgestimmtere EU.“ Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) liege die EU zwischen den USA und China.

„Wir müssen den Weg von Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen unterstützen: Wettbewerbsfähigkeit stärken und Bürokratie senken, ohne Rechte und Berechtigungen damit einzuschränken.“

Immerhin bestehe die Verpflichtung gegenüber den nächsten Generationen, eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

„Dafür müssen wir soziale, ökologische und wirtschaftliche Schwerpunkte setzen“,

so Kaiser.
Er dankte allen, die die Sitzung der FK ECON möglich gemacht haben, vor allem auch dem Team um Lakesidepark-Geschäftsführer Bernhard Lamprecht sowie der Leiterin des Kärntner Verbindungsbüros in Brüssel, Martina Rattinger, und ihrem Team.
 
Schaunig sagte, dass Kärnten nicht nur Tourismusstandort sei, sondern vor allem Industrie- und Forschungsland. Kärnten erhöhe laufend seine F&E-Quote, rund 50 Prozent der Wertschöpfung kommen aus Sachgüter- und industrieller Produktion. Zudem halte Kärnten ein Dreieck von Ökologie, Ökonomie und sozialer Entwicklung aufrecht.

„Das hat Relevanz für unser Bundesland, Österreich und Europa.“

Für die Resilienz Europas gelte es, Themenführerschaften aufzubauen. Technologieparks, wie der Lakesidepark, würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Es gehe um Kooperationen und Innovationen, ein Land alleine könne das nicht lösen.
 
In der Podiumsdiskussion betonte Schaunig die Bedeutung der Kooperation zwischen Regionen. Es gehe vor allem auch darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Innovation stattfinden könne. Kärnten sei auch vor der Frage gestanden, wie der Erfolg von gesetzten Maßnahmen um den Wohlstand in der Region gemessen werden könne.

„Wir haben gesagt, dass die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen genau diese Maßstäbe abbilden und haben unser Regierungsprogramm daran ausgerichtet“, erklärte sie.

„Wir wollen als politische Entscheidungstragende dazu beitragen, dass unsere Region, wie auch Europa, zu einem besseren Ort wird“,

so Schaunig.
Zugänge zu gratis Betreuungsplätzen, Bildung und leistbarer Wohnraum seien Beispiele, die zu diesem Ziel einen wichtigen Beitrag leisten und für die Gesellschaft und Region nachhaltige Vorteile bringen. „Ein gutes Umfeld zu schaffen, zahlt sich für die gesamte Region aus, davon profitiert das gesamte Ökosystem und darauf aufbauend auch das Wirtschaftssystem“, sagte Schaunig.
 
Christophe Rouillon dankte dem Landeshauptmann für die Einladung der Konferenz nach Kärnten:

„Wir haben schon viel über diese Region gehört, aber in Realität ist sie viel schöner.“

Auch er betonte, dass Europa eine Führungsrolle in Spitzentechnologien übernehmen müsse. Der „mit einer Stimme sprechende“ AdR spiele dabei eine wichtige Rolle. Nachhaltig und wettbewerbsfähig gleichzeitig zu sein, sei heute schwieriger denn je. Die EU und internationale Zusammenarbeit seien wesentlich, um zu prosperieren und niemanden zurückzulassen.
 
Martina Rattinger vom Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel, sagte, dass das Land Kärnten und der AdR die Konferenz in Klagenfurt gemeinsam veranstalten. Sie begrüßte bei der Podiumsdiskussion unter anderem die beiden Landtagspräsidenten Reinhart Rohr und Christoph Staudacher, Landtagsabgeordneten KO Herwig Seiser sowie die Landesamtsdirektoren Dieter Platzer und Markus Matschek.
 
Im Einklang mit der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in der EU umfassen die Prioritäten der Europäischen Kommission die Dekarbonisierung der Wirtschaft bei gleichzeitiger Stärkung der Industrie. Darum ging es in der Podiumsdiskussion, die von entsprechenden Best Practice-Beispielen begleitet wurde.
 
Heute am Abend werden die Teilnehmenden der Konferenz noch den Kärntner Landtag und den Wappensaal besuchen sowie einen Spaziergang durch die Klagenfurter Altstadt machen. Den Abschluss bildet heute ein Abendempfang im kärnten.museum, bei dem Landeshauptmann Peter Kaiser die Begrüßung vornehmen wird. Morgen, Freitag, folgen eine weitere Podiumsdiskussion und um 9.45 Uhr die Pressekonferenz mit LH Kaiser, LHStv.in Schaunig und dem stellvertretenden FK ECON-Vorsitzenden Rouillon im Lakesidepark B11 (Raum Touring).
Quelle: LPD Kärnten