Zu einer Feierstunde rund um Kunst, Kultur, Bildung, Ethik und Überraschungen wurde die gestern, Mittwoch, stattgefundene Ehrenzeichenverleihung im Spiegelsaal der Landesregierung. LH Peter Kaiser begrüßte im Beisein von LRin Beate Prettner, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und seinem Stellvertreter Markus Matschek, neben den Auszuzeichnenden, ihren Familien und ihrem Freundeskreis auch die ehemalige Außenministerin Ursula Plassnik. Dechant Janko Krištof, Theologe Arnold Mettnitzer und LAbg. Stefan Sandrieser wurden von Kaiser ebenso willkommen geheißen.
Kaiser verwies auf die Ehrenzeichenverleihungen als
„sichtbaren Dank und Ausdruck der Wertschätzung des Landes Kärnten für Persönlichkeiten, die mit ihrem Tun, ihrem Schaffen und ihren Leistungen abseits ihres beruflichen Lebens das Land prägen, Vorbilder sind und Positives in der und für die Gesellschaft bewirken“.
Große Ehrenzeichen des Landes verliehen Kaiser und Prettner an die Künstlerin Caroline Hudelist und den langjährigen Chefredakteur der Zeitung Nedelja, Johann Tomažič. Ehrenzeichen des Landes erhielten Margaretha Maria Bauer, freischaffende Künstlerin, der Komponist und Musiker Janez Gregorič, der Schriftsteller Gernot Ragger, der auch den Professortitel verliehen bekam und die Musiker Tonč Feinig und Edgar Unterkirchner, die die Feierstunde im Spiegelsaal auch umrahmten und von der Ehrenzeichenverleihung an sie selbst völlig überrascht worden sind. Unterkirchner wurde auch der Professortitel verliehen.
Kaiser hielt zu Beginn der Verleihung fest:
„Wir zeichnen heute Personen für ihre Leistungen, ihr Können, ihr Bestreben, Brücken zu bauen und Menschen zu verbinden, in den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und Ethik aus. Sie sind Persönlichkeiten, die für ihr Lebenswerk unsere sichtbare Anerkennung erhalten, die mit ihrer Meinung, ihrem Rückgrat und ihrer Unverzagtheit, ja, ihrem Lebenskampf allen Widerständen getrotzt haben und mit Überzeugung ihrer Leidenschaft nachgegangen sind, sodass ihr Tun weit über Kärntens Grenzen hinaus strahlt!“
Die Laudationen hielt die Unterabteilungsleiterin und zuständige für das Protokoll des Landes, Christiane Ogris.
Caroline Hudelist gilt als außergewöhnliche Künstlerin,
die sich durch eine sehr persönliche, intuitive Bildsprache auszeichnet. Ihre Malerei teilt uns vieles über die Künstlerin selbst als Mensch, als denkendes Wesen, aber auch über die Welt, die sie umgibt, mit. Ihre Werke sind viel mehr als ein autobiographisches Zeugnis, sie kreiert ihren eigenen malerischen Kosmos; bevölkert von menschlichen Figuren, Engeln, Dämonen, Tieren und anderen stilisierten Wesen, die aus ihrem Unterbewusstsein herauspurzeln, denen allen jegliche Individualität fehlt. Ihre Werke inspirierten Schriftsteller wie H.C. Artmann, Gert Jonke, Alexander Widner und Komponisten wie Dieter Kaufmann. Sie war in jungen Jahren am Tonhof, ist in Künstlerkreisen in Wien und Kärnten gleichermaßen zu Hause und wird von bedeutenden Sammlern, Galeristen und Kuratoren geschätzt
Margaretha-Maria Bauer, Freischaffende Künstlerin,
Galerieleitung und Vizepräsidentin von der Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs Landesverband Kärnten war stets bestrebt, in ihrer eigenen, 1987 gegründeten, Galerie Kunst nicht nur zu zeigen, sondern dass diese gelebt und weiterentwickelt werden konnte. Ihre Galerie, ein Ort für Begegnung, den Austausch und für produktives Arbeiten – ein Fundament für nachhaltiges künstlerisches Schaffen. In ihren Funktionen als Vizepräsidentin der Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs Landesverband Kärnten und Leiterin der Galerie trägt sie die Verantwortung für die künstlerische Gestaltung des Programms und hat damit maßgeblich zur Etablierung und zum hohen Ansehen der Galerie beigetragen. Unter ihrer Leitung wurden zahlreiche Kooperationen mit anderen Bundesländern initiiert sowie grenzüberschreitende Projekte mit Slowenien erfolgreich umgesetzt. Margaretha-Maria Bauer setzt sich für die Förderung, Sichtbarkeit und Wertschätzung der bildenden Kunst und der Künstlerinnen und Künstler ein, fördert den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Dadurch bereichert sie das kulturelle Leben des Landes Kärnten nachhaltig.
Janez Gregorič ist als vielseitiger Künstler,
Gitarrenvirtuose, Komponist, Kulturveranstalter und anerkannter und beliebter Lehrer und Mentor des musikalischen Nachwuchses bekannt. Zu Hause ist der Kärntner Slowene am Fuße des Hemmabergs in Kleindorf bei Globasnitz/Mala Vas pri Globasnici, von hier aus trägt er die Musik in die Welt, und zeigt ihr, wie kulturell reich sein Heimatland Kärnten ist. Er begründete im Jahr 2000 mit den Mitstreitern Fabjan Hafner und Rudi Benétik die Kulturveranstaltung Trivium – tri poti – drei Wege. Diese spartenübergreifende Initiative entwickelte sich rasch zu einem besonderen kulturellen Fixpunkt. Jedes Jahr am 14. August wird der Hemmaberg/Gora svete Heme bei Globasnic/pri Globasnici zu einem Treffpunkt des Wortes, der bildenden Kunst und der Musik mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Alpe Adria Region. Große musikalische Qualität beweist der Ausnahmemusiker und Würdigungspreisträger des Landes Kärnten zudem mit der Konzertreihe „Sonusiade Südkärnten “, einer Klangflut, getragen von hochkarätigen Musikerinnen und Musikern, die das musikalisch Leben der Region nachhaltig bereichern.
Hanzi Tomažič prägte über 37 Jahre hinweg,
davon mehr als 30 Jahre als Chefredakteur die katholische Wochenzeitung Nedelja mit seinem Wissen, seiner Arbeit und seinen Ideen. Er hat mit besonderem Talent für das Gestalterische, viel Herzblut und großem Gespür für die Veränderungen der Zeit aber auch für die neuen Herausforderungen innerhalb der slowenischen Volksgruppe die Zeitung geformt.
Unter seiner Leitung entwickelte sich die älteste slowenische Wochenzeitung der Welt weit über ihre ursprüngliche Rolle hinaus: Sie wurde zum Sprachrohr der Kärntner Sloweninnen und Slowenen und bietet Woche für Woche fundierte Beiträge – nicht nur zu religiösen Themen, sondern zu allen Facetten des Lebens in Kärnten.
Gernot Ragger ist wohl einer der bekanntesten und produktivsten Autoren,
die das Lavanttal in der Gegenwart hervorbringt. Seit Jahrzehnten prägt er das literarische Leben Kärntens auf vielfältige Weise – als Schriftsteller, Verleger, Organisator und engagierter Förderer der Literatur. Bereits 1989 machte er mit seiner Teilnahme am renommierten Ingeborg Bachmann Wettbewerb auf sich aufmerksam. Seither ist sein Wirken untrennbar mit zahlreichen Lesungen, Symposien und literarischen Schulprojekten verbunden, die er mit großem Einsatz initiiert und begleitet hat. 1994 gründete Ragger den Wolf Verlag, der sich seither zu einer unverzichtbaren Institution entwickelt hat. Rund 300 Titel sind dort bislang erschienen- ein eindrucksvoller Beleg für seine verlegerische Ausdauer. Ein großes Anliegen ist ihm die Herausgabe von zwei- und mehrsprachigen Büchern und die Förderung von Lyrik Büchern, er bietet eine Plattform für Nischenprodukte, denn Lyrik wird von Verlagen kaum auf den Markt gebracht, da keine hohen Auflagen zu erwarten sind. Besonders hervorzuheben ist seine zehnbändige Anthologiereihe „Texte“ in der zu jedem Band jeweils 22 Autorinnen und Autoren eingeladen werden, zu einem vorgegebenen Thema Beiträge zu verfassen.
Das unendliche Meer der Musik ist ein mystisches Element, dem sich
Tonč Feinig
seit seiner frühen Jugend mit allen Saiten und Resonanzen seines Inneren hingegeben hat. Er zählt zu den aktivsten, prägendsten Kärntner Musikern, Komponisten und Produzenten und gilt als einer der besten Jazzpianisten Kärntens mit großer Strahlkraft weit über das Bundesland hinaus. Dies wird durch die unendliche Reihe seiner Auftritte, authentischen Kompositionen, Aufnahmen und Zusammenarbeiten mit Spitzenmusikerinnen und Spitzenmusikern eindrucksvoll belegt. Musik war in der Familie Feinig schon immer wichtig und hat Tonč schon von Kindheit an geprägt. Begonnen hat er in der Schulzeit mit klassischem Klavier, aber irgendwann hörte er eine Schallplatte der Jazzlegende Miles Davis und für ihn war klar: Die Improvisation wird seine Zukunft. Musik ist eine universelle Sprache, die Tonč Feinig sehr gekonnt nützt um Grenzen zu überwinden, Verbindungen zu schaffen, Brücken zu bauen und neues entstehen zu lassen. Tonč komponiert Musik für Theateraufführungen, Filme und natürlich für seine eigenen Produktionen. Darüber hinaus realisiert er sehr gerne verschiedene Musikprojekte mit slowenischen Vereinen und seine Auftritte führten ihn bereits in die USA und in weite Teile Europas.
Edgar Unterkirchner ist einer der bedeutendsten Musiker und Komponisten Kärntens.
Edgar beherrscht zahlreiche Instrumente, doch das Saxophon ist SEIN Instrument und SEINE Stimme. Er liebt es auf der Bühne zu stehen und mit dem Publikum und den Künstlerinnen und Künstlern in Kontakt zu treten. Musik ist für ihn immer Begegnung. Sein musikalisches wie auch persönliches Zuhause liegt hoch oben am Berg, in der kleinen Ortschaft Pölling. Dort findet Edgar jene Ruhe, die er für sein künstlerisches Schaffen braucht. Seine Kompositionen entstehen aus den Bildern des Lebens selbst – aus der Realität, aus persönlichen Erfahrungen und tiefen Emotionen. Sein Wirken reicht weit über die Grenzen Kärntens hinaus und ist auch international gefragt. Besonders hervorzuheben ist seine Erfolgsbilanz beim Vertonen von Filmen und Dokumentationen. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist seine Komposition für den Film „Zeichen des Vergessens“, eine Dokumentation über das gleichnamige Kunstprojekt von Manfred Bockelmann.
In seinem Heimatort Pölling ist Unterkirchner als künstlerischer Leiter der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Kultur am Berg“ tätig, wo er Konzerte mit hochkarätigen Musikerinnen und Musiker, Lesungen und Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten organisiert. Dies ist ein Beweis, dass Kultur nicht nur in großen Städten, sondern auch in kleinen Gemeinden auf höchstem Niveau stattfinden kann. Unterkirchner hat für seine beeindruckenden musikalischen Leistungen und seine internationalen Projekte auch zahlreiche Preise und Auszeichnungen bekommen.
Sein Engagement erstreckt sich über zahlreiche Bereiche und gilt als Garant für eine erfolgreiche künstlerische Entwicklung Kärntens.
Quelle: LPD Kärnten