Ehrenamt zum Anfassen

Zwischen Feuerwehrhelm, Rettungsrucksack und Polizeifahrzeug herrschte am Dienstag am Schulzentrum Mössingerstraße in Klagenfurt reger Betrieb. Schülerinnen und Schüler probierten Ausrüstung aus, stellten Fragen an Einsatzkräfte und beobachteten Vorführungen der verschiedensten Blaulicht- und Rettungsorganisationen. Der Sicherheitstag machte sichtbar, was sonst oft im Hintergrund geschieht: Menschen, die ihre Freizeit investieren, um anderen zu helfen.
Mitten unter den Jugendlichen war auch Landeshauptmann Daniel Fellner. Als langjähriger Rotkreuz-Mitarbeiter sprach er nicht nur über Einsatzorganisationen, sondern vor allem über Verantwortung und Zusammenhalt.

„Schule bereitet nicht auf jede Herausforderung vor, die das Leben für jeden einzelnen von uns bereithält“,

sagte Fellner bei der Eröffnung.

„Es werden Situationen auf euch zukommen, in denen ihr Menschen helfen werdet, die euch nahestehen. Eine fundierte Grundlage in Erster Hilfe oder schneller Brandbekämpfung kann dabei Leben retten.“

Vorbilder für die Jugend

Fellner erinnerte sich auch an seine eigene Schulzeit und daran, wie sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer Interessen und Leidenschaften prägen können. Umso wichtiger sei es, dass gerade Schulen Räume schaffen, in denen Ehrenamt erlebbar werde.

„Lehrkräfte, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, sind tolle Vorbilder für unsere Jugend“,

betonte der Landeshauptmann. Sein Appell an die Schülerinnen und Schüler: offen auf die Organisationen zuzugehen, Fragen zu stellen und vielleicht selbst eine neue Leidenschaft zu entdecken.

Für das Ehrenamt begeistern

Bildungsdirektorin Isabella Penz bezeichnete den Schulstandort Mössingerstraße als „einen der sichersten in Kärnten“. Besonders verwies sie auf die Blackout-Übung des Jahres 2022, die gezeigt habe, wie wichtig Vorbereitung und Zusammenarbeit seien.

„Veranstaltungen wie diese sind bestens dafür geeignet, um unserer Jugend das Ehrenamt noch ein Stück näher zu bringen“,

sagte Penz. Ihr Dank galt allen Organisationen und den Verantwortlichen des Projekts. Auch die beiden Direktoren Hubert Lutnik und Franz Furtschegger unterstrichen die besondere Rolle des Schulstandortes. Sicherheit und Verantwortung seien längst fixer Bestandteil des Schulalltags. Während an der HTL bereits Ausbildungen zum Feuerwehrgruppenkommandanten und Brandschutzbeauftragten angeboten werden, können Schülerinnen und Schüler des BG/BRG die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolvieren. Ziel sei es, junge Menschen früh für das Ehrenamt zu begeistern und ihnen konkrete Perspektiven zu eröffnen.
Für Harald Geissler beginnt Sicherheit ohnehin im Alltag.

„Sicherheitspolitik fängt in den eigenen vier Wänden an“,

sagte Geissler vor den Jugendlichen. Gleichzeitig sprach er über die Bedeutung freiwilligen Engagements:

„Vielleicht wird heute eine wirklich sinnstiftende Leidenschaft fürs Leben entfacht.“

Neben Feuerwehr, Rotem Kreuz und Zivilschutzverband präsentierten sich auch Bundesheer, Polizei, Wasserrettung, Bergrettung, Höhlenrettung, Rettungshundebrigade, AUVA, BOS-ARSA Amateurfunk, ÖAMTC und ARBÖ. Mit Schauobjekten, Vorführungen und Gesprächen wurde der Sicherheitstag zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, wie Ehrenamt, Ausbildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammenwirken können.