Dürre ist kein Betriebsunfall: Wer nur Schäden bezahlt, lässt die Ursachen weiterwachsen

Die anhaltende Trockenheit bringt zahlreiche bäuerliche Betriebe auch in Kärnten an ihre Belastungsgrenze. Ernteausfälle, Futtermangel und steigende Kosten verschärfen die wirtschaftliche Situation vieler Höfe. Für den Landesvorsitzenden der SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten, Ralph Dörflinger und die SPÖ Agrarsprecherin im Kärntner Landtag, Bgm.in Michaela Oberlassnig steht fest, Soforthilfen sind unverzichtbar, sie dürfen aber nicht die einzige Antwort auf eine Krise sein, die sich Jahr für Jahr verschärft.

 „Viele Betriebe kämpfen derzeit ums wirtschaftliche Überleben. Deshalb braucht es rasch und unbürokratisch Soforthilfen. Die bereits im Mai geforderte Aussetzung der SVS-Beiträge wäre ein wichtiger Schritt, um der bäuerlichen Bevölkerung in dieser außergewöhnlichen Situation Luft zu verschaffen. Das ist notwendig, aber eben nur der Feuerlöscher. Wer nach jedem Brand nur neue Feuerlöscher kauft, statt endlich in wirksamen Brandschutz zu investieren, wird dieselben Schäden immer wieder bezahlen“,

erklärt Dörflinger.

Wetterpendel schlägt stärker aus

Oberlassnig und Dörflinger warnen gleichzeitig davor, die Klimakrise auf Hitze und Trockenheit zu verkürzen.

„Der Klimawandel ist kein Heizkörper, den man einfach höher dreht. Er ist ein Wetterpendel, das immer stärker ausschlägt. Dürre, Starkregen, Hagel, Schneemassen, Stürme oder massive Kälteeinbrüche sind keine voneinander getrennten Ereignisse, sie sind unterschiedliche Auswirkungen derselben Entwicklung.“

Für beide ist klar, gesunde Böden sind der beste Wasserspeicher. Humusaufbau, Bodenschutz, natürliche Wasserrückhaltung und eine nachhaltige Bewirtschaftung helfen gleichermaßen gegen Trockenheit wie gegen Starkregen.

„Ein gesunder Boden wirkt wie ein Schwamm, er speichert Wasser in trockenen Zeiten und nimmt bei Starkregen mehr Niederschlag auf. Genau dort müssen öffentliche Mittel künftig noch stärker eingesetzt werden“,

betont Oberlassnig.

Vorausschauende Wasserpolitik

Als entscheidenden Zukunftsbaustein bezeichnen beide auch das Kärntner Jahrhundertprojekt der Wasserschiene.

„Die Wasserschiene ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Sie verbindet Regionen, sichert Wasserreserven und stärkt die Widerstandsfähigkeit Kärntens gegenüber den Folgen des Klimawandels. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig eine vorausschauende Wasserpolitik im Interesse der Allgemeinheit ist.“

Der Bund verfügt grundsätzlich über wirksame Instrumente, wie den Biodiversitätsfonds, das Agrarumweltprogramm ÖPUL, den Waldfonds, die Klima- und Energie-Modellregionen sowie die Klimawandel-Anpassungsmodellregionen, über die wichtige Maßnahmen finanziert werden können. Deshalb ist es notwendig Mittel für Klima- und Umweltmaßnahmen zu stärken.

„Jeder Euro, der heute in Bodenschutz, Humusaufbau, Wasserrückhalt und den Erhalt unserer Natur investiert wird, spart morgen ein Vielfaches an Entschädigungen. Vorsorge ist die günstigere, nachhaltigere und verantwortungsvollere Politik“,

ist Dörflinger überzeugt. 

„Wir können das Wetter von morgen nicht bestimmen. Aber wir können heute entscheiden, wie gut unsere Böden, Höfe und Gemeinden darauf vorbereitet sind. Wer nur Schäden ersetzt, verwaltet die nächste Katastrophe. Wer in Vorsorge investiert, schützt Ernten, bäuerliche Existenzen und die Versorgungssicherheit kommender Generationen“, sind sich Oberlassnig und Dörflinger einig.