Die Kärntner Integrationslandschaft gemeinsam gestalten

Auf Einladung von Integrationslandesrätin Sara Schaar trafen gestern, Dienstag (4. Juli 2023), im Bereich Integration tätige Organisationen und Institutionen zu einem Jour Fixe zu Integration in Kärnten zusammen. Es handelt sich dabei um ein regelmäßiges Meeting, um gemeinsam aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu besprechen, um sich zu vernetzen und voneinander zu lernen.

„Das regelmäßige Jour Fixe zu Integration in Kärnten ist ein Baustein von vielen, um das vorhandene Integrationsleitbild in Kärnten gemeinsam in die Praxis umzusetzen. Integration soll ein gedeihliches und friedliches Miteinander aller Menschen in Kärnten ermöglichen“,

so Schaar.

Bericht der Integrationslandesrätin

Die Landesrätin berichtete eingangs über einstimmige Beschlüsse der letzten Konferenz der Landesintegrationsreferentinnen und -referenten im Juni, bei welcher auch aus Kärntner Sicht wesentliche Weichenstellungen behandelt wurden. Themen waren u. a. zusätzliche Deutschkurse für niederlassungsberechtigte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die nicht beim AMS vorgemerkt sind, ergänzende Lernfördermaßnahmen für Pflichtschülerinnen und -schüler oder Erleichterungen bei der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Außerdem informierte sie über den Status quo von Kärntner Integrationsmaßnahmen und -projekten wie z. B. dem Angebot von Deutschkursen bereits in der Grundversorgung, „mini-funding: gemeinsam.vor.ort“ oder „bildungsgutschein.deutsch“.

Integration von Beginn an

„In Kärnten lautet unser Motto: Integration von Anfang an! Wir bekennen uns ganz deutlich dazu, Integration und damit einhergehende Maßnahmen aktiv zu fördern – und das für alle Zielgruppen. Integration verstehen wir als offenen, gesamtgesellschaftlichen und fortwährenden Prozess, der gegenseitigen Respekt und Kommunikation auf Augenhöhe voraussetzt“,

erklärte Schaar.
Mandana Poureh, Integrationsbeauftragte des Landes Kärnten, unterstrich:

„Um diesen Prozess bestmöglich umsetzen zu können, bitten wir zu regelmäßigen Jour-Fixe-Terminen, woran alle Stakeholder und Kooperationspartnerinnen und -partner teilnehmen können. Das Ziel ist es, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen, um die Kärntner Integrationslandschaft gemeinsam zu gestalten, Barrieren aus dem Weg zu schaffen und zukünftige Meilensteine zu setzen.“

Integration auf dem Arbeitsmarkt

Wolfgang Haberl vom AMS Kärnten ging in einer Präsentation des AMS-Integrationsprogrammes auf die Bedeutung von Integrationsarbeit für den Arbeitsmarkt ein:

„Das Integrationsprogramm des AMS Kärnten für Personen mit Asylhintergrund bringt einen mehrfachen Nutzen: Einerseits gelingt es damit, Menschen mit Asylhintergrund in den Arbeitsmarkt zu integrieren, andererseits trägt es zur Bekämpfung des Arbeits- und Fachkräftemangels bei. Somit eröffnet das Programm Chancen und Perspektiven für beide Seiten: für die teilnehmenden Personen und für Kärntner Unternehmen. Die Vermittlungsquote des Programms liegt zwischen 60 und 70 Prozent.“

Deutschkurse: Bedarf hoch

Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums Kärnten, bemerkte in seinen Ausführungen:

„Der Bedarf an Deutschkursen ist hoch; im letzten Jahr stellte der ÖIF mehr als 1.600 Deutschkurs-Plätze für Asylberechtigte und ukrainische Vertriebene in Kärnten zur Verfügung. Das breite, regionale Kursangebot des ÖIF beinhaltet Lernangebote zu Randzeiten oder mit Kinderbetreuung. Ein Schwerpunkt liegt auf berufsbegleitenden Deutsch-Lernangeboten, damit Zuwanderinnen und Zuwanderer das Deutsch-Lernen und Arbeiten parallel vorantreiben können; auch regionale Mentoring-Programme und spezielle Firmen-Deutschkurse werden angeboten.“

Das nächste Jour Fixe wurde bereits für September 2023 vereinbart.